Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) Duales Studium & Beruf
Bildungsweg:
Duales Studium
Schulabschluss:
Fachhochschulreife
Studiendauer:
6 Semester
Deine Stärken
- Mündlich und schriftlich kommunizieren
- Informationen erfassen und Zusammenhänge erkennen
- Gewissenhaft und präzise arbeiten
Gehalt
| 1. Jahr 1.350 € | |
|---|---|
| 2. Jahr 1.350 € | |
| 3. Jahr 1.350 € | |
| Einstieg 3.200 € |
Infos zum Beruf
Was macht man nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Im dualen Studium zur Gerichtsvollzieherin bzw. zum Gerichtsvollzieher im gehobenen Dienst verbindest du Theorie und Praxis. Du lernst viel über Recht, Gerichte und Vollstreckungsverfahren und kannst das Wissen direkt in der Praxis anwenden. Als Gerichtsvollzieher sorgst du dafür, dass gerichtliche Entscheidungen umgesetzt werden, führst Gespräche mit Menschen und bearbeitest Fälle. Der Beruf ist abwechslungsreich und verantwortungsvoll, weil du jeden Tag mit neuen Situationen zu tun hast. Besonders spannend ist, dass du viel eigenständig arbeitest und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Durchsetzung von Recht und Gerechtigkeit leistest.
Aktuell gibt es das duale Studium zum Gerichtsvollzieher im gehobenen Dienst ausschließlich an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen in Baden-Württemberg. Dort erlangst du den Abschluss Bachelor of Laws - Gerichtsvollzieher/in (LL.B. - Gerichtsvollzieher/in).
Hinweis: Du kannst auch eine Weiterbildung zur Gerichtsvollzieherin bzw. zum Gerichtsvollzieher (mittlerer Dienst) machen. Die Voraussetzungen variieren je nach Bundesland.
Typische Aufgaben als Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)
Geldforderungen eintreiben:
Eine deiner Aufgaben ist es, dafür zu sorgen, dass Menschen ihre Schulden bezahlen. Dafür nimmst du Kontakt mit der Person auf und forderst das Geld ein. Hat jemand eine Rechnung über 1.000 Euro trotz mehrerer Mahnungen nicht bezahlt, wirst du beauftragt und kümmerst dich darum, dass die Schulden bezahlt werden.
Zahlungsvereinbarungen treffen:
Manche Menschen können ihre Schulden nicht sofort vollständig bezahlen. Dann kannst du mit ihnen eine Ratenzahlung vereinbaren. Wenn ein Schuldner 1.200 Euro nicht auf einmal bezahlen kann, bietest du ihm an, jeden Monat 200 Euro zu zahlen, bis die Schulden vollständig bezahlt sind.
Vollstreckungsfälle bearbeiten:
Du bearbeitest verschiedene Fälle und prüfst, welche Maßnahmen erlaubt und erforderlich sind. Dazu gehört zum Beispiel, Unterlagen zu prüfen, Termine zu planen und deine Arbeit genau zu dokumentieren. Beauftragt dich ein Gläubiger, eine offene Forderung einzutreiben, prüfst du den Auftrag und entscheidest, welche Schritte als Nächstes notwendig sind.
Gegenstände pfänden:
Wenn jemand seine Schulden nicht bezahlt, kannst du unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen wertvolle Gegenstände pfänden. Hat ein Schuldner eine offene Forderung nicht bezahlt und besitzt einen wertvollen Fernseher, dann kannst du ihn unter den gesetzlichen Voraussetzungen pfänden, sodass er später verwertet wird.
Zwangsräumungen durchführen:
Eine weitere Aufgabe ist es, Zwangsräumungen durchzuführen. Dabei setzt du eine gerichtliche Entscheidung um. Ein Mieter muss beispielsweise aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung seine Wohnung verlassen, zieht aber nicht freiwillig aus. Also führst du die Räumung nach den gesetzlichen Vorgaben durch.
Hinweis: Die Aufgaben hängen vom Gericht und deinen Zuständigkeiten ab.
Wie sieht der Berufsalltag nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) aus?
Vormittags: Forderung und Vollstreckung
Dein Arbeitstag beginnt um 7:30 Uhr. Zunächst schaust du deine Termine und neuen Aufträge durch. Du prüfst, welche Fälle an diesem Tag anstehen und welche Unterlagen du dafür benötigst. Anschließend bearbeitest du deine Vollstreckungsfälle. Zum Beispiel hast du den Auftrag erhalten, eine offene Forderung von 1.500 Euro einzutreiben. Dafür sichtest du die Unterlagen und bereitest den Termin mit dem Schuldner vor.
Um 9:30 Uhr fährst du zu dem Schuldner nach Hause. Dort erklärst du ihm die offene Forderung und sprichst mit ihm darüber, wie er die Schulden bezahlen kann. Ist eine sofortige Zahlung nicht möglich, kannst du unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine Ratenzahlung vereinbaren. Um 11:00 Uhr steht ein weiterer Termin an. Du nimmst eine Vermögensauskunft auf. Dabei erfasst du die finanziellen Verhältnisse des Schuldners. So wird festgestellt, ob und wie die offene Forderung bezahlt werden kann.
Nachmittags: Pfändung und Büroarbeit
Nach einer kurzen Mittagspause geht es um 12:30 Uhr mit einer Pfändung weiter. Ein Schuldner konnte die Forderung trotz Aufforderung nicht bezahlen. Deshalb prüfst du vor Ort, ob pfändbare Gegenstände vorhanden sind. Dabei musst du genau nach den gesetzlichen Vorschriften vorgehen.
Bestimmte Gegenstände und Teile des Einkommens dürfen in Deutschland nämlich nicht gepfändet werden, um das Existenzminimum und einen einfachen Lebensstil zu sichern. Ein normaler, einfacher Fernseher ist beispielsweise unpfändbar, da er der Informationsbeschaffung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dient. Ein wertvoller Fernseher ist ein Luxusgegenstand, der versteigert werden darf. Von dem Erlös bekommt der Schuldner ein einfaches, gebrauchtes oder günstiges Standardgerät. Der verbleibende Restbetrag fließt in die Tilgung der Schulden.
Um 14:00 Uhr stellst du gerichtliche Schriftstücke zu. Du dokumentierst dabei, wann und wie die Zustellung erfolgt ist. Anschließend geht es zurück ins Büro. Ab 15:00 Uhr erledigst du verschiedene Verwaltungsaufgaben. Beispielsweise schreibst du Berichte über die Ergebnisse des Tages oder neue Aufträge. Du führst Telefonate und planst deine Termine für die nächsten Tage.
Gegen 16:30 Uhr hast du Feierabend. Du gehst zufrieden nach einem abwechslungsreichen Tag aus Büroarbeit und Außenterminen, rechtlichen Aufgaben und dem Kontakt mit unterschiedlichen Menschen nach Hause.
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Wo arbeitet man nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Als Gerichtsvollzieherin bzw. Gerichtsvollzieher arbeitest du in erster Linie im Gericht in Büroräumen, aber auch im Außendienst bist du tätig. Regelmäßig suchst du Privatwohnungen und Geschäftsräume von Schuldnern auf.
- Das duale Studium zum Gerichtsvollzieher im gehobenen Dienst wird ausschließlich in Baden-Württemberg an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen angeboten.
- Als Gerichtsvollzieher bist du ein staatlicher Justizbeamter und ein selbstständiges Organ der Zwangsvollstreckung, das Urteile sowie rechtliche Entscheidungen im Auftrag von Gläubigern durchsetzt.
- In Deutschland gibt es rund 4.200 Gerichtsvollzieher.
Voraussetzungen
Welche Voraussetzungen sollte ich für das duale Studium zum Gerichtsvollzieher erfüllen?
Wenn du das duale Studium zum Gerichtsvollzieher im gehobenen Dienst beginnen möchtest, sind ein paar Eigenschaften besonders hilfreich. Du führst viele sensible Gespräche, weshalb du deutlich kommunizieren musst. In juristischen Fällen ist es außerdem wichtig, logisch zu denken und gewissenhaft zu arbeiten.
Da du im Studium den Beamtenstatus auf Widerruf annimmst, musst du zudem diese Voraussetzungen erfüllen:
- Deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Mitgliedstaates
- Höchstaltersgrenze von maximal 42 Jahren
- Nachweis über körperliche und psychische Fitness für den Außendienst (Untersuchung beim Amtsarzt)
- keine gravierenden Schulden oder laufende Insolvenzverfahren
Stärken
Mündlich und schriftlich kommunizieren:
Als Gerichtsvollzieher musst du dich klar und verständlich ausdrücken, da du regelmäßig mit Schuldnern, Gläubigern, Gerichten und Behörden kommunizierst. Auch schriftliche Dokumentationen und dienstliche Schreiben müssen eindeutig und rechtssicher formuliert sein. Bei einem Termin erklärst du einem Schuldner verständlich, welche Forderung besteht und welche weiteren Schritte möglich sind. Anschließend dokumentierst du den Vorgang schriftlich.
Informationen erfassen und Zusammenhänge erkennen:
Täglich erhältst du viele Informationen. Diese musst du prüfen und richtig einordnen. Dabei ist es wichtig, Zusammenhänge schnell zu erkennen und aus verschiedenen Unterlagen die relevanten Infos herauszufiltern. Vor einer Vollstreckungsmaßnahme sichtest du die vorliegenden Unterlagen und erkennst, welche Forderung besteht. Du weißt direkt, welche Fristen gelten und welche Maßnahmen zulässig sind.
Gewissenhaft und präzise arbeiten:
Bei deiner Arbeit spielen Genauigkeit und Sorgfalt eine besonders wichtige Rolle, da deine Entscheidungen und Maßnahmen rechtliche und finanzielle Folgen haben. Fristen, Vorschriften und Angaben müssen deshalb genau geprüft und eingehalten werden. Bei der Pfändung von Gegenständen musst du dokumentieren, welche Gegenstände gepfändet wurden, und die erforderlichen Angaben korrekt in den Unterlagen festhalten.
Welchen Schulabschluss brauche ich für das duale Studium zum Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Für das duale Studium Gerichtsvollzieher benötigst du in der Regel die Fachhochschulreife oder das Abitur.
Auch mit einem Realschulabschluss und abgeschlossener Ausbildung in einem juristischen Beruf kannst du dich in manchen Fällen mit deiner Berufserfahrung für das duale Studium qualifizieren.
Ablauf und Inhalte
Ablauf des dualen Studiums
Das duale Studium zur Gerichtsvollzieherin bzw. zum Gerichtsvollzieher dauert an der Hochschule für Rechtspflege in der Regel 3 Jahre. In den ersten 12 Monaten besuchst du die Hochschule. Danach sammelst du Praxiserfahrung in den Ausbildungsstellen beim Amtsgericht. Im letzten Jahr liegt der Fokus dann wieder auf der Theorie in der Hochschule, damit du dich auf deinen Abschluss vorbereiten kannst.
Praxis
Während der Praxisphase arbeitest du in Amtsgerichten unter Anleitung. Das bedeutet, du- organisierst Termine
- dokumentierst Vorgänge des Gerichtsvollzieherbetriebes
- holst Auskünfte über Schuldnervermögen ein
- setzt Zwangsvollstreckungen von beweglichen Sachen durch
- setzt anfallende Kosten an
- erweiterst Schlüsselqualifikationen: z. B. Problemlösungs-, Organisations- und Kommunikationskompetenzen
Theorie
- Betriebswirtschaftslehre
- Bürgerliches Recht
- Gerichtsvollzieherkostenrecht und Gerichtsvollzieherordnung
- Grundlagen des Rechts und Methodenlehre
- Handels- und Gesellschaftsrecht
- Interkulturelle Kompetenz
- Justizverwaltungsrecht
- Kommunikations- und Deeskalationstechniken
- Staats-, Verwaltungs- und Europarecht
- Steuer-, Arbeits- und Sozialrecht
- Strafrecht
- Wertpapier-, Wechsel- und Versicherungsrecht
- Zivilprozessrecht, insbesondere Zwangsvollstreckungs- und Zustellungsrecht
Wie viel verdient man im dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Während deines dualen Studiums Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) kannst du mit folgenden Vergütungen rechnen:
-
1. Studienjahr: 1.350 €
-
2. Studienjahr: 1.350 €
- 3. Studienjahr: 1.350 €
Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) Gehaltsseite.
- jeden Tag zur Gerechtigkeit in deiner Stadt beitragen.
- in verschiedenen Gerichten deiner Wahl in deinem Bundesland arbeiten.
- viele spannende, juristische Fälle begleiten.
Karriere
Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Nachdem du das duale Studium erfolgreich abgeschlossen hast, kannst du dich mit Weiterbildungen auf einzelne Themen wie Insolvenzrecht oder Verwaltungsrecht spezialisieren. Auch mit weiteren Studiengängen wie Rechtswissenschaften kannst du deine juristischen Kenntnisse erweitern und dich für höhere Positionen im öffentlichen Dienst oder dem Gericht qualifizieren.
Wie sind die Zukunftsaussichten nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Die Zukunftsaussichten als Gerichtsvollzieher sind gut. Der Beruf bietet einen sicheren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst und eine abwechslungsreiche Tätigkeit zwischen Büro und Außendienst. Da gerichtliche Entscheidungen auch in Zukunft durchgesetzt werden müssen, bleibt die Arbeit von Gerichtsvollziehern wichtig. Gleichzeitig eröffnen sich Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und Beförderung. Wer verantwortungsvoll arbeitet, rechtliche Zusammenhänge versteht und gerne selbstständig mit Menschen arbeitet, kann in diesem Beruf langfristig eine sichere und sinnvolle berufliche Perspektive finden.
Wie viel verdient man nach dem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst)?
Nach deinem dualen Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) kannst du mit einem Einstiegsgehalt von 3.200 € rechnen.
Du möchtest gerne mehr erfahren?
Hier geht es zur Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) Gehaltsseite.
Bewerbung
Worauf muss ich achten?
-
Persönliche Stärken hervorheben:
Zeige in deiner Bewerbung, dass du wichtige Eigenschaften für den Beruf mitbringst. Dazu gehören beispielsweise Sorgfalt, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein gutes Verständnis für rechtliche Zusammenhänge. Mit ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Praktika im öffentlichen Dienst kannst du diese Fähigkeiten super belegen. -
Auf Auswahlverfahren vorbereiten:
Im Auswahlverfahren können dich Einstellungstest, Vorstellungsgespräch oder weitere Prüfungen erwarten. Eine gute Vorbereitung hilft dir, sicher aufzutreten und deine Motivation überzeugend zu zeigen. Bereite dich auf typische Fragen vor, wie „Warum möchten Sie Gerichtsvollzieher werden?“ oder „Wie gehen Sie mit schwierigen Gesprächspartnern um?“ -
Einwandfreie Bewerbung schreiben:
Rechtschreibung und Grammatik spielen als Gerichtsvollzieher eine relevante Rolle. Deshalb sollte auch deine Bewerbung absolut fehlerfrei geschrieben sein. Lass deine Unterlagen auf jeden Fall von Freunden oder deiner Familie Korrektur lesen.
Das duale Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) passt gut zu dir, wenn ...
- ... du gerne nach Recht und Vorschrift arbeitest.
- ... du gerne mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt kommst.
- ... du gerne abwechslungsreiche Arbeitsorte hast.
Das duale Studium Gerichtsvollzieher (gehobener Dienst) passt weniger zu dir, wenn ...
- ... du nicht studieren möchtest.
- ... du lieber kreativ arbeiten möchtest.
Häufige Fragen
Ein Schuldner ist eine Person, die jemand anderem Geld schuldet oder eine andere Leistung erbringen muss. Beispiel: Eine Person hat eine Rechnung über 500 Euro nicht bezahlt und muss diesen Betrag noch begleichen.
Ein Gläubiger ist eine Person oder ein Unternehmen, dem jemand Geld schuldet oder eine Leistung erbringen muss. Beispiel: Ein Unternehmen hat eine Rechnung ausgestellt, die noch nicht bezahlt wurde. Das Unternehmen ist in diesem Fall der Gläubiger.
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