Nach dem Abi endlich studieren und die Sau rauslassen. Als Student wirst du sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt – durch die Ebbe im Portemonnaie. Wer heute studieren will, muss die Lebenshaltungskosten stemmen. Das Deutsche Studentenwerk hat beispielsweise für ein Vollzeitstudium 2016 mehr als 800 Euro Lebenshaltungskosten veranschlagt. Eine Menge Geld, die du erst einmal aus der Tasche zaubern musst. Entweder gibt das „Sparschwein“ schon genug her – oder andere Finanzierungsquellen für dein Studium sind gefragt.


BAföG: Das Studium fördern lassen

BAföG (die Abkürzung steht übrigens für Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz) ist die wohl bekannteste Finanzierungsmöglichkeit für dein Studium. Wieviel BAföG du bekommst, hängt davon ab, was deine Eltern verdienen. Bei einem hohen Einkommen gehen die BAföG-Stellen davon aus, dass dich deine Eltern finanziell unterstützen. Maximal sind beim BAföG 2018 bis zu 735 Euro drin. Das „bis zu“ deshalb, weil die Höhe von verschiedenen Faktoren abhängt. So gibt es für familienversicherte Studenten keinen Zuschuss zur Krankenversicherung. Und für den Fall, dass du bei deinen Eltern lebst, reduziert sich die Wohnungspauschale auf 52 Euro. Die Höchstsätze sind: 

  • Grundbedarf: 399 Euro
  • Wohnpauschale: 250 Euro
  • Zuschlag Krankenkasse: 71 Euro
  • Zuschlag Pflegeversicherung: 15 Euro

Damit du überhaupt die Chance auf BAföG hast, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: Die deutsche Staatsbürgerschaft (oder entsprechendes Aufenthaltsrecht), deine Eignung und dein Alter. Grundsätzlich darf zu Beginn der geförderten Ausbildung das Alter von 30 Jahren noch nicht überschritten sein. Für einen Masterstudiengang wird dieses Zeitfenster um fünf Jahre verlängert. Hinsichtlich deiner Eignung musst du zeigen, dass du im Studium voran kommst und dass du das Ausbildungsziel erreichen kannst. Hierzu musst du Leistungsnachweise für einzelne Studienabschnitte vorlegen. 

Kommt für dich BAföG in Frage? Dann warte nicht zu lange mit dem Antrag. Je eher dieser bei der BAföG Stelle ist, umso schneller geht es mit dessen Bearbeitung. Übrigens: BAföG ist kein reiner Zuschuss; am Ende des Studiums fordert der Staat die Hälfte der Fördersumme zurück.


Studienkredite: Nach dem Bachelor schon Schulden?

Du bist auf finanzielle Unterstützung angewiesen, doch dein Antrag auf BAföG wurde abgeleht? Dann springen entweder Eltern und Großeltern mit finanziellen Zuwendungen ein oder es steht der Studienkredit zur Debatte. Hier sind zwei Modelle zu unterscheiden: Auf der einen Seite ein Studienkredit der KfW, auf der anderen ein Studienkredit durch eine Bank. Die Konditionen sind im Regelfall auf deine persönliche Situation zugeschnitten. Sei dir im Klaren, dass ein Bankkredit Zinsen kostet und die Rückzahlung gestemmt werden muss. Zudem greifen in diesem Zusammenhang auch Beschränkungen, was die maximale Höhe betrifft. Als Student schwimmst du auch mit einem Studentenkredit nicht im Geld. Und natürlich hat auch der Antrag so seine Tücken. Letztlich heißt es hier, die Konditionen der verschiedenen Banken zu vergleichen und sich erst dann zu entscheiden. 


Nebenjobs: Einfach mal zupacken

BAföG, Studienkredit und finanzielle Unterstützung durch deine Eltern – selbst, wenn ein oder zwei der Möglichkeiten kombiniert werden, reicht es am Monatsende nicht. Treibt dir diese Situation Sorgenfalten auf die Stirn? Dann wird es Zeit für die vermutlich beste und wohl auch gängigste Lösung: ein Nebenjob. Klassiker sind dabei die Gastronomie und der Einzelhandel. Hier bist du als Kellner oder an der Kasse im Einsatz. Als Student, der schon etwas tiefer in der Materie steckt, bieten sich darüber hinaus weitere Jobchancen, zum Beispiel als Werksstudent in einem Unternehmen oder als studentische Hilfskraft (SHK) oder wissenschaftliche Hilfskraft (HiWi) an der Hochschule. Tipp: Wenn du noch keinen Studienabschluss hast, ist eine Stelle als Hilfskraft eine gute Strategie, um dir an dem Lehrstuhl einen guten Namen zu machen, an dem du auch deine Abschlussarbeit schreiben willst.

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