Was mache ich im Lateinunterricht?

Im Lateinunterricht lernst du den lateinischen Grundwortschatz und die Grammatik. Das Auswendiglernen von Vokabeln bildet zum Beispiel in diesem Fach einen Großteil deiner Aufgaben, dem du oft nachgehen wirst. Ohne Vokabeln kannst du dich, ähnlich wie in anderen Fremdsprachen, nicht weiterentwickeln. Natürlich musst du die grammatischen Regeln genauso gut beherrschen, um gute Übersetzungen zu liefern, welche einen großen Teil des Unterrichtes decken. Es wird hauptsächlich vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt.

Nicht nur Grammatik und Vokabeln, sondern auch inhaltliche Dinge füllen den Lateinunterricht. Die Unterrichtstexte beinhalten Themen aus der Antike, beispielsweise aus dem Römischen Reich. Mythen, die Religionen und die Kultur der Antike sind in vielen Texten wiederzufinden. Auch das Thema Philosophie wird behandelt. Man lernt spannende Geschichten kennen, die man sich durch Übersetzungen selbst erarbeitet.

Du lernst, dass sich die romanischen Sprachen aus dem Lateinischen entwickelt haben und oft Ähnlichkeiten zwischen zwei Sprachen bestehen. Dein Verständnis vom Aufbau einer Sprache wird verstärkt, da du hier besonders gut die sprachlichen Strukturen beigebracht bekommst. Da Latein eine nicht gesprochene, also tote Sprache ist, wirst du nach dem Erreichen deines Latinums leider mit niemandem Latein sprechen können. Oft müssen sich Schüler am Ende der fünften Klasse für oder gegen dieses Fach entscheiden.

Dafür brauchst du Latein:

Wir haben dir die Studiengänge aufgelistet, in denen das Latinum eine Voraussetzung ist. Falls du dir jetzt schon im Klaren darüber bist, dass du eines von diesen Fächern studieren möchtest, solltest du als zweite Sprache in jedem Fall Latein wählen. Dann musst du es nicht im Studium nachholen. Im Gegensatz zu dem Unterricht in der Schule ist der Lateinunterricht auf einer Universität oder in einer Sprachschule nämlich viel intensiver, da du den Unterrichtsstoff, und vor allem die Vokabeln, innerhalb einer deutlich kürzeren Zeit lernen musst.

  • In Anglistik brauchst du nur für den Bachelor-Abschluss kein Latinum. Im fortschreitenden Master-Studium ist es allerdings Pflicht.
  • In Germanistik ist das Latinum häufig vorgeschrieben. Informiere dich an deiner Wunsch-Uni, ob es eine andere Regelung gibt.
  • Philosophie ist ebenfalls ein Studiengang, in dem das Latinum eine Voraussetzung ist. 
  • Ein MUSS ist das Latinum für die Studienfächer Theologie, klassische Philologie und Geschichte. Wenn du diese Fächer im Nebenfach oder Zweitfach studierst, kann die Regelung anders ausfallen. Erkundige dich dafür am besten an der jeweiligen Universität.
  • Genauso vorgeschrieben ist das Latinum zum Beispiel für die Studiengänge Archäologie, Ägyptologie und weiteren Fächern aus dem sprachlichen und historischen Bereich.
  • Das Latinum stellt zwar keine Voraussetzung für den Studiengang Medizin dar, die Grundkenntnisse aber sind schon eine gute Unterstützung in diesem Bereich.
  • Die Anforderungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und können sich ändern. Auch wird oft zwischen dem großen und dem kleinen Latinum unterschieden.

Das kleine Latinum erreichst du mit der Note 4, wenn du das Fach von der 6.- 9. Klasse hattest. Wenn du den Unterricht sogar bis zur 10. Klasse besuchst, und ebenfalls mindestens die Note 4 erreichst, hast du dein Latinum. Das große Latinum hat man mit mindestens 5 Punkten am Ende des Abiturs.

Latein als Hilfe

Latein lernen ist absolut nicht sinnlos. Die Sprache ist zwar tot, aber dennoch in unserem Alltag zu finden. Viele lateinische oder daraus entstandene Wörter begegnen uns ständig, ohne dass wir es mitbekommen. Das Periodensystem im Chemieunterricht, die Wortarten in Deutsch oder komplizierte Begriffe der Mathematik sind auf Latein. Latein hilft außerdem dadurch, dass man die Struktur der Sprache genaustens beigebracht bekommt, andere Sprachen besser zu verstehen. Man erkennt beispielweise, wie ein Wort aufgebaut ist, vergleicht den Satzbau mit anderer Sprachen und erkennt viele Parallelen zum Deutschen. Außerdem versteht man, wie bereits erwähnt, viele fremdsprachige Wörter europäischer Sprachen durch Latein besser, da sie aus der lateinischen Sprache entstanden sind. Amicus auf Latein ist amigo auf Spanisch. Falls du also später in der Oberstufe oder nach der Schule eine gesprochene romanische Sprache, wie Spanisch oder Italienisch lernen willst, bildet das Latinum den Grundstein dafür. Durch diesen wird ein leichteres Verständnis der weiteren Sprache hergestellt.

Was für ein Lerntyp bist du?

Natürlich kommt es bei der Wahl deiner zweiten Sprache auch auf dich als Lerner an. Wenn du spannende Themen aus der Antike im Unterricht liebst, du bereit bist, viele neue Vokabeln zu lernen und dir vor allem das Übersetzen liegt, ist Latein das passende Fach für dich. Meistens stehen neben Latein noch Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder andere Fächer zur Auswahl. Diese punkten damit, dass sie gesprochene Sprachen sind, die du beispielsweise im Urlaub oder in einem Auslandsjahr aktiv sprechen kannst. Aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass Schüler kein Latein wählen. Eine weitere Fremdsprache kannst du aber auch noch zusätzlich in der Oberstufe wählen. Theoretisch könntest du so zwei Fremdsprachen lernen. Falls du also eher der gesprächige Typ bist und dich gern in einer anderen Sprache unterhältst, sollte Latein nicht deine erste Wahl sein.

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