Wie werde ich Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik?

Um erfolgreich in eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik starten zu können, solltest du natürlich einige Eigenschaften und Interessen mitbringen, dazu gehören:

  • Handwerkliches- und technisches Geschick
  • Präzision und Genauigkeit
  • Mathematische Kenntnisse
  • Teamfähigkeit
  • Sorgfalt

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Schulische Voraussetzungen

Zusätzlich zu den persönlichen Voraussetzungen zählt natürlich eine gewisse schulische Vorbildung zu den Anforderungen, die ein Ausbildungsbetrieb an dich stellt. Mit einem sehr guten Hauptschul- oder mittleren Schulabschluss hast du beste Karten, einen begehrten Ausbildungsplatz zu ergattern.

Bildungsweg

Duale Ausbildung, Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 950 EUR

Ausbildung im Spritzguss
Ausbildung im Spritzguss
Ausbildung bei Airbus: Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
Ausbildung bei Airbus: Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Was macht ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik?

Du hast bestimmt schon einmal davon gehört, dass man die Erde umgangssprachlich als „Plastik-Planeten“ bezeichnet. Das ist nicht gerade ein Kompliment, da Plastik schädlich für die Umwelt ist. Andererseits ist Kunststoff ein unverzichtbarer Werkstoff in der Industrie geworden. Doch nicht nur in dieser Branche – in der Medizin hat die Verwendung von Kunststoffen zu bahnbrechenden Fortschritten geführt. Spritzen, Implantate, künstliche Organe, Prothesen oder auch Kontaktlinsen und Brillengläser – nichts wäre so effizient wie es heutzutage ist, wenn es Kunststoffe nicht gäbe! Als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik kannst du ein Lied davon singen.

Deine Aufgaben als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik im Überblick

  • Produktion: Herstellung großer Produktpaletten; Auswahl geeigneter Materialien & Verarbeitung; Auswahl der Fertigungsverfahren; Kontrolle der Arbeitsschritte & Ergebnisse; Fehler- & Feinkorrekturen; Qualitätskontrolle.
  • Rund um die Produktion: Annahme von Kundenaufträgen; Planung der Arbeitsschritte; Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen; Verpacken & Lagerung der Produkte bis zum Transport.

Deine Aufgaben als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik im Detail

Der Allrounder in der Produktion

Der Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist so vielseitig wie kaum ein anderer. In den sieben Fachrichtungen werden verschiedene Bearbeitungsverfahren und Werkstoffe verwendet und unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Die Palette der Produkte, die du als Verfahrensmechaniker herstellst, ist breit gefächert: Über Rohrleitungen, Bauteile, Kunststoff-Mischstoffe zur Weiterverarbeitung, Formteile wie Stoßstangen und Fahrzeugverkleidungen bis hin zu medizinischen Apparaten, Fenster- und Türrahmen, Folien und Kautschuk-Mischstoffen für die Fahrzeugausstattung oder für Implantate fertigst du alles, was komplett oder in Teilen aus Kunststoff und Kautschuk besteht.

Mischen, Schmelzen, Pressen, Schleifen – eine Vielzahl an Fertigungsschritten

Nachdem du einen Auftrag und die dazugehörigen technischen Zeichnungen des Produkts erhalten hast, planst du deine Arbeitsschritte. Zu Anfang steht die Auswahl der Materialien und Hilfsstoffe, wie zum Beispiel Färbemittel an, anschließend stellst du nach Rezept die richtigen Mengen zusammen. Dazu wiegst du Farbstoffe, Weichmacher oder Stabilisatoren ab und füllst die Portionen in einen großen Behälter. Nun wird alles durchgemischt. Je nachdem, wie groß die Menge ist, mischst du meistens mithilfe einer Mischmaschine. Nun geht es weiter: Je nach Produkt wählst du ein Fertigungsverfahren aus. Wenn du zum Beispiel Kunststoffe zu Folien verarbeiten möchtest, eignet sich der Kalander. Er besteht aus mehreren beheizten Walzen, die den Kunststoff schmelzen und formen. Dazu stellst du je nach Material die gewünschte Temperatur ein. Wenn du einen Extruder benötigst, wählst du auch die Geschwindigkeit und den Druck aus. Ein Extruder ist ein Fördergerät, das feste bis dickflüssige Massen bei hohem Druck und hoher Temperatur aus einer Öffnung herauspresst, um dem Material eine bestimmte Form zu geben. Damit kannst du zum Beispiel Formteile wie Autostoßstangen oder medizinische Instrumente herstellen.

Andere Kunststoff-Verarbeitungsverfahren sind Blasformen, Spritzgießen und Thermoformen. Während die Maschinen produzieren, überwachst du die Arbeitsschritte genau. Ob die richtige Temperatur und Geschwindigkeit der Maschinenwerkzeuge eingestellt sind, lässt sich an den ersten Ergebnissen absehen. Falls dir Fehler unterlaufen sind, kannst du diese nun beheben. Durch Schleifen, Fräsen, Kleben oder Schweißen verpasst du den Teilen den richtigen Schliff und kombinierst Einzelteile miteinander. Schließlich steht eine letzte Qualitätskontrolle an. Kommen die Farben so zur Geltung, wie sie der Kunde bestellt hat? Unter verschiedenen Lichtverhältnissen machst du die Sichtkontrolle und prüfst die Farbwerte am PC. Wenn alles stimmt und die Ergebnisse von deinem Vorgesetzten abgesegnet sind, verpackst und lagerst du die Teile, bis sie zum Kunden abtransportiert werden.

Gut zu wissen...
  • Ungefähr 70 Prozent des natürlichen Kautschuks werden für die Herstellung von Reifen verwendet.
  • Der erste Kunststoff mit dem Namen „Parkesine“ wurde 1862 auf der Weltausstellung in London präsentiert.
  • Weltweit werden pro Minute fast eine Million Getränkeflaschen aus Plastik verkauft.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule ist einer der zwei Lernorte der dualen Ausbildung. Hier kannst du dich auf die Fächer Physik, Chemie und Technik einstellen, welche für deinen Beruf unverzichtbar sind. In Physik lernst du zum Beispiel, wie Schaltpläne erstellt werden. Dieses Wissen benötigst du zum einen bei der Arbeit mit elektrisch gesteuerten Maschinen sowie bei der Planung für die Produktion von Bauteilen und Baugruppen, die auch mit Regel- und Steuerungselementen versehen werden. In Chemie hast du die ersten Berührungspunkte mit den vielen Kunststoffen und Kautschukarten. Schon früh lernst du die Eigenschaften der Werkstoffe und ihre Verwendungsmöglichkeiten kennen. Im Fach Technik verschaffen dir deine Lehrer einen Überblick über die unterschiedlichen Fertigungs- und Bearbeitungsverfahren wie Fräsen, Schleifen, Pressen, Spritzgießen, Extrudieren und Kalandrieren vertraut.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb arbeitest du parallel zur Theorie aus der Berufsschule in der richtigen Wirtschaft mit echten Aufträgen. Hier lernst du, wie du Messwerte wie Temperatur, Druck oder Masse erfasst, Maschinen vorbereitest und in Betrieb nimmst, nach welchen Kriterien du Werkstoffe auswählst und die richtigen Portionen abwiegst und wie nach jedem Arbeitsschritt die Qualität der Ergebnisse kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert wird. Wie du siehst, wird im täglichen Arbeitsbetrieb als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ein Allround-Talent gefordert, welches weitreichende Fähigkeiten besitzt und sich auch in schwierigen Situationen nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt.

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist sehr breit gefächert. Du musst dich für eine der folgenden sieben Fachrichtungen entscheiden, welche aber meistens schon von deinem Ausbildungsbetrieb vorgegeben wird:

  • Bauteile (Herstellung von Bauteilen und Baugruppen aus polymeren Baustoffen)
  • Compound- und Masterbatchherstellung (Herstellung von verstärkten- oder eingefärbten Kunststoff-Gemischen zur Weiterverarbeitung)
  • Faserverbundtechnologie (Herstellung von Mischstoffen, insbesondere für die Automobilindustrie, auch für Möbel, Haushaltsgeräte und Bauwerke)
  • Formteile (Herstellung von Teilen wie Armaturenbrettern oder Stoßstangen)
  • Halbzeuge (z. B. Rohre, Profile, Folien, Platten)
  • Kunststofffenster (Herstellung von Fenster-, Tür- und Fassadenelementen)
  • Mehrschichtkautschukteile (Herstellung von Halbzeugen aus Kautschuk- und Textilanteilen, zum Beispiel für den Bau, Auto- und Flugzeugausstattung, Implantate)
Bereits nach zwei Jahren hast du die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer abgeschlossen, welche in deiner eigentlichen Ausbildung inbegriffen ist. Natürlich ist für dich hier noch nicht Schluss, du kannst jedoch schonmal den ersten Erfolg in deiner Ausbildung verbuchen.
Hilfreiche Fähigkeiten
  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik-Quiz
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