Wie werde ich Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik?

Du

  • bist handwerklich geschickt?
  • bist technisch interessiert?
  • arbeitest präzise und sorgfältig?
  • kannst gut Rechnen und Überschlagen?
  • fühlst dich wohl zwischen großen Produktions- und Verarbeitungsmaschinen?
  • bist teamfähig und kannst auch selbstständig arbeiten?

    … außerdem hast du einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss?

Na dann nichts wie ran an die Bewerbung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Ausbildung bei Airbus: Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik
BIA - Ausbildung zum Verfahrensmechniker (m/w/d)

Was macht ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik?

Du hast bestimmt schon einmal davon gehört, dass man umgangssprachlich die Erde auch als „Plastik-Planeten“ bezeichnet. Das ist nicht gerade ein Kompliment, denn wie du sicherlich weißt, sind Plastik-Abfälle schädlich für die Umwelt, erst recht, wenn sie nicht richtig entsorgt werden. Andererseits ist Kunststoff ein unverzichtbarer Werkstoff in der Industrie geworden. Und nicht nur das – in der Medizin hat die Verwendung von Kunststoffen zu bahnbrechenden Fortschritten geführt. Spritzen, Implantate, künstliche Organe, Prothesen oder auch Kontaktlinsen und Brillengläser – nichts wäre so effizient wie es heutzutage ist, wenn es den Kunststoff nicht gäbe! Als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik kannst du ein Lied davon singen.

Ein Allrounder in der Produktion

Der Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist so vielseitig wie kaum ein anderer. In den sieben Fachrichtungen werden verschiedene Bearbeitungsverfahren und Werkstoffe verwendet und vor allem unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Die Palette der Produkte, die du als Verfahrensmechaniker herstellst, ist breit: Über Rohrleitungen, Bauteile, Kunststoff-Mischstoffe zur Weiterverarbeitung, Formteile wie Stoßstangen und Fahrzeugverkleidungen bis hin zu medizinischen Apparaten, Fenster- und Türrahmen, Folien und Kautschuk-Mischstoffe für die Fahrzeugausstattung oder für Implantate fertigst du alles, was komplett oder in Teilen aus Kunststoff und Kautschuk besteht.

Mischen, Schmelzen, Pressen, Schleifen …

Nachdem du einen Auftrag und die dazugehörigen technischen Zeichnungen des herzustellenden Produkts erhalten hast, planst du deine Arbeitsschritte sorgfältig. Du wählst die Materialien und Hilfsstoffe, zum Beispiel Färbemittel, aus und stellst nach Rezept die richtigen Mengen zusammen. Dazu wiegst du zum Beispiel Farbstoffe, Weichmacher, Stabilisatoren usw. ab und füllst die Portionen in einen großen Behälter. Nun wird alles durchgemischt. Je nachdem, wie groß die Menge ist, mischst du entweder in einer Tüte mit der Hand oder mithilfe einer Mischmaschine. Nun geht es weiter. Je nach Produkt wählst du ein Fertigungsverfahren aus. Wenn du zum Beispiel Kunststoffe zu Folien verarbeiten möchtest, eignet sich der Kalander. Er besteht aus mehreren beheizten Walzen, die den Kunststoff schmelzen und formen. Dazu stellst du je nach Material die gewünschte Temperatur ein. Wenn du einen Extruder benötigst, wählst du auch die Geschwindigkeit und den Druck aus. Ein Extruder ist ein Fördergerät, das feste bis dickflüssige Massen bei hohem Druck und hoher Temperatur aus einer Öffnung herauspresst, um dem Material eine bestimmte Form zu geben. Damit kannst du zum Beispiel Formteile wie Autostoßstangen oder medizinische Instrumente herstellen. Andere Kunststoff-Verarbeitungsverfahren, aus denen du wählen kannst, sind Blasformen, Spritzgießen und Thermoformen. Während die Maschinen „so vor sich hinarbeiten“, überwachst du die Arbeitsschritte genau. Ob du die richtige Temperatur und die richtige Geschwindigkeit der Maschinenwerkzeuge eingestellt hast, wird sich zeigen, wenn die ersten Ergebnisse zu sehen sind. Falls du doch einen Fehler gemacht haben solltest, ist jetzt noch Zeit, diesen zu beheben. Durch Schleifen, Fräsen, Kleben oder Schweißen verpasst du den Teilen noch den richtigen Schliff oder kombinierst Einzelteile miteinander. Schließlich steht eine letzte Qualitätskontrolle an. Sind die Farben so, wie sie der Kunde bestellt hat? Unter verschiedenen Lichtverhältnissen machst du die Sichtkontrolle und prüfst auch die Farbwerte am PC. Wenn alles stimmt und die Ergebnisse auch von deinem Vorgesetzten abgesegnet wurden, verpackst du die Teile und lagerst sie, bis deine Kollegen sie zum Kunden transportieren.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule ist einer von zwei Lernorten deiner dualen Ausbildung. Du kannst dich auf jeden Fall auf die Fächer Physik, Chemie und Technik einstellen, denn sie sind für deinen Beruf als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik unverzichtbar. In Physik lernst du zum Beispiel, wie Schaltpläne erstellt werden. Das benötigst du zum einen bei der Arbeit mit elektrisch gesteuerten Maschinen und zum anderen bei der Planung für die Produktion von Bauteilen und Baugruppen, die auch mit Regel- und Steuerungselementen versehen werden sollen. In Chemie gehst du den vielen Kunststoffen und Kautschuksorten auf den Grund. Du lernst Eigenschaften der Werkstoffe kennen und ihre Verwendungsmöglichkeiten. Im Fach Technik machst du dich mit unterschiedlichen Fertigungs- und Bearbeitungsverfahren wie zum Beispiel Fräsen, Schleifen, Pressen, Spritzgießen, Extrudieren und Kalandrieren vertraut.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb arbeitest du parallel zur Theorie aus der Berufsschule mit echten Aufträgen. Du lernst, wie du Messwerte, zum Beispiel Temperatur, Druck oder Masse erfasst, wie du die Maschinen vorbereitest und in Betrieb nimmst, wie du Werkstoffe auswählst und die richtigen Portionen abwiegst und wie du nach jedem Arbeitsschritt die Qualität der Ergebnisse kontrollierst und gegebenenfalls korrigierst.

Ablauf der Ausbildung

Fachrichtungen

Die duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ist sehr breit gefächert. Du musst dich für eine von sieben Fachrichtungen entscheiden:

  • Bauteile
  • Compound- und Masterbatchherstellung (= Herstellung von verstärkten oder eingefärbten Kunststoff-Gemischen zur Weiterverarbeitung)
  • Faserverbundtechnologie (= Herstellung von Mischstoffen, insbesondere für die Automobilindustrie, auch für Möbel, Haushaltsgeräte und Bauwerke)
  • Formteile (z.B. Armaturenbrett oder Stoßstange)
  • Halbzeuge (z.B. Rohre, Profile, Folien, Platten)
  • Kunststofffenster
  • Mehrschichtkautschukteile (= Herstellung von Halbzeugen aus Kautschuk- und Textilanteilen, zum Beispiel für den Bau, Auto- und Flugzeugausstattung, Implantate)

Nach zwei Jahren Ausbildung erhältst du bereits den Titel "Maschinen- und Anlagenführer".

Lehre in Österreich

Auch in Österreich kannst du die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik erlernen. Hier trägt sie allerdings den Namen Lehre zum Kunststoffformgeber. Wer zusätzlich noch ein Jahr der Lehre dranhängt, kann auch den Abschluss zum Kunststofftechniker erlangen.

Fachrichtungen

Elektronisch gesteuerte Maschinen zur Herstellung von Kunststoffartikeln einrichten, inbetriebnehmen, überwachen und Qualitätssicherung durchführen

Was macht ein Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik Fachrichtung Compound- und Masterbatchherstellung?

Es ist nicht einfach, das interessante und mit viel Technik verbundene Berufsbild dieser Kunststoffexperten zu beschreiben. Wie vielfältig Kunststoff eingesetzt wird, mag folgende Vorstellung verdeutlichen: Würde man mit einem überdimensionalen Staubsauger allen Dingen der Welt den Kunststoff entziehen, würden wohl nur noch wenige Alltagsgegenstände funktionieren. Angesichts dieser Vielfalt von Kunststoffprodukten hilft auch Verfahrensmechanikern nur eines: sich auf einen der vier Schwerpunkte (Einzelheiten s. unter "Dauer und Verlauf der Ausbildung") zu spezialisieren. Sogar innerhalb eines gewählten Bereiches konzentrieren sie sich meist noch auf eine bestimmte Tätigkeit.

Trotzdem haben die Spezialisten natürlich auch einiges gemein: Überwiegend sind sie in der industriellen Fertigung tätig, wo sie Kunststoffe mit unterschiedlichsten Eigenschaften verarbeiten. Diese Formmassen bereiten sie mit Hilfe von Werkzeugen und Maschinen für den weiteren Fertigungsprozess vor: Sie erhitzen und verflüssigen Granulate und bearbeiten Formmasse mit Verfahren wie Pressen, Gießen, Spritzen, Schäumen, Schweißen, Extrudieren (Herstellen von Formstücken) oder Kalandrieren (Pressen, Bemustern oder Prägen von Werkstoffen mit Hilfe einer Maschine). Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik gehen dabei mit hochtechnisierten Maschinen zur Verarbeitung des Kunststoffes um. Sie stellen die Maschinen ein, reparieren sie und überprüfen die Produktion. Fragen der Qualitätskontrolle und des Umweltschutzes gehören ebenfalls in ihre Zuständigkeit.
Man sieht es den Kunststoffprodukten nicht an, welchen Anteil daran Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik haben, sicher ist nur eines: Ohne diese Profis wäre keines davon auf dem Markt.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die ersten beiden Jahre vermitteln eine gemeinsame Grundbildung für alle angehenden Verfahrensmechaniker. Im dritten Ausbildungsjahr wählen die Azubis einen von vier möglichen Schwerpunkten: "Formteile" (Spritzgießen, Pressen, Blasformen, Schäumen), "Halbzeuge" (Extrudieren, Kalandrieren, Beschichten, Schäumen), "Mehrschicht-Kautschukteile" und "Bauteile (Halbzeugverarbeitung, Verstärken, Auskleiden, Folienschweißen).

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