Physiotherapeut bei der Arbeit ©Monkey Business/Shotshop.com

Ausbildung
Physiotherapeut (schul.) (m/w/d)

Bildungsweg
Schulische Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Das Arbeitsfeld von Physiotherapeuten ist groß: Sie arbeiten mit Menschen jeder Altersgruppe und führen präventiv oder rehabilitativ Übungen und Therapien durch, um Schmerzen zu lindern und Bewegungsmöglichkeiten zu verbessern.

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Deine Tätigkeiten

Als Physiotherapeut hast du eine wichtige und unverzichtbare Aufgabe im medizinischen Bereich. Du arbeitest zusammen in einem Team mit anderen Therapeuten, z.B. Ergotherapeuten, Pflegekräften und Ärzten und trägst dazu bei, dass Patienten wieder „auf die Beine kommen“ oder zumindest ihre aktuelle Situation sich verbessert. Deine Patienten sind ältere Menschen, kranke Menschen und Unfallpatienten.

Ein Arbeitstag in einer physiotherapeutischen Praxis könnte für dich so aussehen:  

Es ist 8 Uhr. Der Tag beginnt. Deine Kollegen sind bereits dabei, die ersten Vorbereitungen zu treffen. Sind die Geräte alle einsatzbereit? Dann kann es losgehen. Heute Morgen leitest du eine Gruppentherapie an. Mit Patienten, die verschiedene Verletzungen an Schulter, Oberarm, Unterarm und Handgelenk erlitten haben, machst du ein Zirkeltraining zum Wiederaufbau ihrer Muskulatur. Dazu hast du verschiedene Fitnessgeräte und Übungen ausgewählt, die die Patienten nacheinander durchlaufen. Du berätst jeden Einzelnen, zugeschnitten auf die Art der Verletzung und die mentale Verfassung des Patienten. Handelt es sich lediglich um eine Verbesserung der Beweglichkeit oder liegen weitere Einschränkungen wie Empfindungsstörungen der Nervenbahnen oder Verspannungen der Muskulatur vor?

Im Anschluss an das Zirkeltraining zeigst du Übungen, die die Patienten auch ohne Geräte zu Hause durchführen können. Du motivierst sie zur Disziplin und zeigst ihnen auf, was passieren kann, wenn sie „nicht am Ball bleiben“. Während deine Patienten auf deine Anleitung hin verschiedene Übungen ausführen, beobachtest du genau jeden Einzelnen. Was hat sich zum letzten Mal verbessert? Welche nächsten Schritte könntest du mit dem Patienten gehen? Kann die Übung noch erweitert werden? All diese Dinge dokumentierst du in der Patientenakte.

Nachdem die Gruppentherapie abgeschlossen ist, nimmst du einen der Patienten mit in das Einzeltherapiezimmer. Mithilfe einer Elektrotherapie, auch "Reizstromtherapie" genannt, führst du dem Patienten über die Haut durch verbundene Elektroden geringe Stromimpulse zu. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass der Patient keine Schmerzen, sondern nur ein angenehmes Kribbeln empfindet. Das Ziel ist es, Muskelzellen, die durch einen geschädigten Nerv vom Abbau bedroht sind, wieder zu aktivieren.

Danach machst du dich auf zu einem Hausbesuch. Eine alte Dame ist vor 4 Wochen im Garten ausgerutscht und gestürzt. Sie hat sich den Oberarm gebrochen und benötigt nun eine postoperative Therapie, um ihre Beweglichkeit wiederherzustellen. Du besuchst sie zweimal die Woche, führst mit ihr gemeinsam Bewegungen durch und zeigst ihr ein paar Tricks, wie sie den Alltag besser bewältigen kann.

Am späten Nachmittag behandelst du einen weiteren Patienten, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls Schmerzen hat und in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Mit verschiedenen Übungen für den Rücken (Rückenschule) soll sich seine Muskulatur Stück für Stück stärken. Zum Schluss massierst du gezielte Punkte seiner Wirbelsäule.

Der Arbeitstag ist vorbei und du bist ganz schön kaputt – aber glücklich, denn du konntest viele Menschen auf ihrem Weg zum Gesundwerden unterstützen.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Ausbildung zum Physiotherapeuten findet hauptsächlich in einer Berufsfachschule für Physiotherapie oder in einer vergleichbaren Einrichtung statt. Meist sind diese Einrichtungen an Krankenhäuser angegliedert, wo du den praktischen Teil deiner Ausbildung absolvieren wirst. In der Berufsschule lernst du die wichtigsten Grundlagen über den menschlichen Körper und den physiotherapeutischen Umgang mit Menschen. Die Bereiche reichen von Anatomie und Physiologie über Krankheitslehre, Hygiene, Erste Hilfe, bis zur angewandten Physik und Biomechanik, sogar Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Bewegungslehre. Wie du siehst, ist das Wissen, was dir vermittelt wird, sehr breit gefächert. Es ist wichtig, dass du dich sowohl mit dem Bewegungsapparat des Menschen gut auskennst, als auch die Behandlungstechniken, die du als Physiotherapeut anwenden wirst, beherrschst. Das sind zum Beispiel Massage, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie und Thermotherapie (Wärme und Kälte). In dem Berufsschulfach Sport lernst du verschiedenen Sportarten und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Körper kennen. Wozu Biologie wichtig ist, kannst du dir sicher denken. In Deutsch beschäftigst du dich mit den Grundlagen des physiotherapeutischen Schriftverkehrs, wie zum Beispiel wie man Behandlungsberichte verfasst.  


Praktische Ausbildungsinhalte

Den praktischen Teil deiner Ausbildung verbringst du in der Regel im Krankenhaus. Hier durchläufst du die fachmedizinischen Abteilungen. Dazu gehören: Chirurgie, innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie und Gynäkologie.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Physiotherapeuten ist eine schulische Ausbildung. Das bedeutet, dass du die meiste Zeit an einer Berufsfachschule für Phyiotherapie oder einer vergleichbaren Einrichtung verbringen wirst. Die praktischen Inhalte der Ausbildung durchläufst du in den verschiedenen Abteilungen eines Krankenhauses. Den Weg zum Physiotherapeuten kannst du auch durch ein duales Studium erwerben oder als Vollstudium. Der Vorteil an einem dualen Studium Physiotherapie oder einem Vollstudium ist, dass du erweiterte theoretische Kenntnisse bekommst, mit denen du zum Beispiel Leitungspositionen anstreben kannst. Der Nachteil ist, dass es anstatt 3 Jahren dann 4,5 Jahre dauert.

Du hast bereits einen Abschluss als Masseur und Medizinischen Bademeister? Dann kannst du die Ausbildung zum Physiotherapeuten deutlich verkürzen. 



Voraussetzungen


Wer eine Ausbildung zum Physiotherapeuten anstrebt, sollte schon einige Eigenschaften und Interessen mitbringen. Du wirst aber auch schnell erkennen, dass sich viele Dinge mit der Zeit entwickeln werden. Den richtigen Umgang mit dem Patienten kann man zum Beispiel lernen. Ein Grundmaß an Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Freude am Umgang mit Menschen solltest jedoch mitbringen. Andere hilfreiche Eigenschaften in diesem Beruf sind:
  • Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Freundlichkeit
  • Überzeugungskraft
  • Gutes Ausdrucksvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kraft oder zumindest eine gute körperliche Verfassung
  • Spaß an Bewegung  
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Darüber hinaus ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss Voraussetzung für eine Ausbildung zum Physiotherapeuten.
Im Bewerbungsgespräch wirst du aber schnell sehen, dass es vor allem auf andere Kriterien ankommt, wie die oben genannten Eigenschaften. Oft werden auch gute Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern verlangt. Es kann vorkommen, dass du eine Bewegungs- oder Sportprüfung als Aufnahmeprüfung ablegen musst.
Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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