Wie werde ich Handzuginstrumentenmacher?

Ob Handharmonika, Handklavier, Ziehorgel, Schifferklavier oder Quetschkommode: Für ein Akkordeon gibt es viele Namen. Egal welchen du am liebsten verwendest – für dich steht fest: Du möchtest lernen, wie man das Handwerk des Musikinstrumentenbaus erlernt. Dann sollten auch diese Eigenschaften zu dir passen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Ruhige Hand
  • Gutes Gehör
  • Geduld
  • Offenheit gegenüber Hunden
  • Ein Hauptschulabschluss

Du findest dich in diesen Voraussetzungen wieder? Dann könnte der Beruf des Handzuginstrumentenmachers genau das Richtige für dich sein!

Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Handzuginstrumentenmacher?

Musik beherrscht die Welt – und die Fußgängerzogen. Wenn mal wieder ein Herr vor dem Eingang eines Cafés ein Lied anstimmt und die Menschen erfreut stehen bleiben, zuhören und am Ende begeistert Geld in den Instrumentenkasten werfen, war mal wieder ein erfolgreicher Tag für den Musiker. Damit er seinem Instrument überhaupt Töne entlocken kann, braucht es Instrumentenbauer wie dich, die Holz bearbeiten und verschieden Teile eines Musikinstrumentes zusammenbauen und montieren können.

Der Entwurf

Als Handzuginstrumentenmacher baust du Handzuginstrumente und angeblasene Instrumente und repariererst beschädigte. Das wichtigste Handzuginstrument ist dabei das Akkordeon. Gerne auch Ziehharmonika genannt gibt es auch noch weitere Varianten des Musikinstrumentes: Die bekanntesten sind das Bandoneon und der Konzertina. Welches neue handgezogene Musikinstrument gebaut wird, legst du bereits in deinen Entwürfen fest. Diese orientieren sich meistens an technischen Unterlagen und Zeichnungen aber vor allem an den Vorgaben des Kunden. Dieser hat zum Beispiel genaue Vorstellungen von der Größe, Form und Farbe des Instrumentes und teilt dir im Vorfeld ebenfalls mit, in welchem Preissegment sich sein neues Instrument bewegen soll.

Das Material 

Die fertige Ziehharmonika besitzt zwei Herzstücke: Den Balg, der beim Aufziehen und Zusammendrücken des Instrumentes einen Luftstrom erzeugt und die sogenannten durchschlagenden Zungen, die durch die Luft in Schwingungen versetzt werden und einen Ton erzeugen. Neben Pappe für den Balg und Holz für den Korpus verarbeitest du noch endliche andere Materialien, wie Metall, Kunststoff und Leder. Da billige Materialien auch die Klangqualität negativ beeinflussen, suchst du verantwortungsbewusst jeden Werkstoff aus und kontrollierst ihn auf seine Qualität. 

Die Verarbeitung

Um am Ende ein fertiges Akkordeon an den Kunden überreichen zu können, erstellst du zunächst die einzelnen Bauteile, wie den Korpus oder die Klaviatur und fügst am Ende alle Teile zusammen. Dabei sind nur wenige Bauteile maschinell verarbeitet – der Großteil ist immer noch Handarbeit. Unterstützung bekommst du von verschiedenen Werkzeugen, wie Bohrmaschinen, Sägen und Schleifmaschinen. Hiermit verarbeitest du zum Beispiel das Holz: Du sägst es in der passenden Größe zu und bearbeitest mit der Schleifmaschine die Holzplatte so, dass sie die passende Dicke hat, glatt ist und sich zu einem Gehäuse zusammensetzen lässt. Kunststoff und Metallteile kannst du mit deinem speziellen Können erstellen – dem Tiefzieh- und Spritzgießverfahren. Sind alle Instrumententeile erstellt, setzt du sie in mühevoller Kleinstarbeit zusammen und montierst auch die kleinsten Teile im Korpus. Den letzten Schliff verleihst du dem Produkt, indem du es beizt und lackierst, sodass du es nagelneu glänzend an deinen glücklichen Kunden übergeben kannst.  

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Wie ein Akkordeon von innen aussieht, wie es aufgebaut ist und wie es funktioniert lernst du in der Berufsschule. Außerdem bearbeitet ihr alle Themen rund um die Fertigungsverfahren von Musikinstrumenten. Wie geht man bei der Planung vor und welche Arbeitsschritte sind zu beachten? – Auch über dieses Thema werdet ihr sprechen. Neben allgemeinbildenden Fächern, wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde erfährst du einiges über Musik und verschiedene Musikinstrumente. Auch die Geschichte der Ziehharmonika inklusive ihrer vielen verschiedenen Namen wirst du kennenlernen.

Praktische Ausbildung

Da du eine schulische Ausbildung machst, verbringst du viel Zeit deiner Ausbildung in der Berufsschule. Damit du deine Arbeit auch in der Praxis kennenlernst, machst du zwischendurch auch ein Berufspraktikum. Ein paar Wochen und Monate bist du also in einem Betrieb und lernst verschiedenen Aufgaben deines Berufes genauer kennen. Du bist zum Beispiel bei Kundengesprächen dabei, erstellst deinen ersten eigenen Entwurf und lernst, wie man Holz in die richtige Form schleift.

Ablauf der Ausbildung

Der Ausbildungsberuf des Handzuginstrumentenmachers wird als duale Ausbildung und schulische Ausbildung angeboten. In diesem Berufsbild beschreiben wir dir die schulische Ausbildung. Die duale Ausbildung haben wir ebenfalls für dich zusammengefasst.

Ähnliche Berufe im Musikinstrumentenbau sind der Geigenbauer oder der Zupfinstrumentenmacher.



Wie gut passt der Beruf Handzuginstrumentenmacher zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Handzuginstrumentenmacher genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit

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