Wie werde ich Handzuginstrumentenmacher?

Ob Handharmonika, Handklavier, Ziehorgel, Schifferklavier oder Quetschkommode: Für ein Akkordeon gibt es viele Namen. Egal welchen du am liebsten verwendest – für dich steht fest: Du möchtest das Handwerk des Musikinstrumentenbaus erlernen. Dafür solltest du über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Handwerkliches Geschick
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Gutes Gehör
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Interesse an Musik (-Instrumenten)

Du erkennst deine Eigenschaften in diesen Voraussetzungen wieder? Dann könnte der Beruf des Handzuginstrumentenmachers genau der Richtige für dich sein! Falls du dir dennoch unsicher bist, prüfe deine Interessen mithilfe unseres Bewerbungs-Checks, so findest du in wenigen Minuten heraus, welche Berufe zu dir passen.

Schulische Voraussetzungen

Neben den persönlichen Voraussetzungen zählt natürlich auch die schulische Vorbildung zu den Kriterien, die du als Bewerber erfüllen solltest. Die meisten Fachschulen und Ausbildungsbetriebe stellen Bewerber mit einem Haupt- oder Realschulabschluss ein. Erfüllst du sowohl die schulischen als auch persönlichen Voraussetzungen, hast du mit einer guten Bewerbung die besten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

Bildungsweg

Duale Ausbildung, Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 735 EUR

Was macht ein Handzuginstrumentenmacher?

Deine Aufgaben als Handzuginstrumentenmacher im Überblick

  • Vorbereitung: Terminplanung; Kundenberatung- und Betreuung; Planung der Werkstoffe, Größe, Form und Farbe des Instrumentes; Erstellen von Entwürfen und Vorlagen.
  • Materialauswahl und Verarbeitung: Auswahl qualitativ hochwertiger Werkstoffe und Materialien; Montieren und Einbauen der Einzelteile per Handarbeit; Einsatz von Maschinen und Werkzeugen; Beizen und Lackieren; Stimmen der Instrumente; Endkontrolle.

Deine Aufgaben als Handzuginstrumentenmacher im Detail

Der Entwurf: Nichts für Grobmotoriker

Als Handzuginstrumentenmacher baust du Handzuginstrumente und reparierst und restaurierst die Alten und Beschädigten. Das prominenteste Handzuginstrument ist sicherlich das Akkordeon, welches gerne auch Ziehharmonika genannt wird. Natürlich gibt es noch weitere Varianten des Musikinstrumentes: Die bekanntesten sind das Bandoneon und der Konzertina. Bevor ein neues Handzuginstrument gebaut wird, fertigst du mehrere Entwürfe an. Diese orientieren sich meist an technischen Unterlagen und Zeichnungen, vor allem aber an den Vorgaben des Kunden. Dieser hat oft genaue Vorstellungen von Werkstoffen, Größe, Form und Farbe des Instrumentes und teilt dir im Vorfeld zusätzlich mit, in welchem Preissegment er sich mit seinem Wunschinstrument bewegen möchte.

Das Material: Qualität vor Quantität

Die fertige Ziehharmonika besitzt zwei Herzstücke: Den Balg, der beim Aufziehen und Zusammendrücken des Instrumentes einen Luftstrom erzeugt und die sogenannten durchschlagenden Zungen, die durch die Luft in Schwingungen versetzt werden und einen Ton erzeugen. Neben Pappe für den Balg und Holz für den Korpus verarbeitest du noch viele weitere Materialien wie Metall, Kunststoff und Leder. Da billige Materialien auch die Klangqualität negativ beeinflussen, achtest du bei der Auswahl der Werkstoffe besonders auf die Qualität und Nachhaltigkeit.

Die Verarbeitung: Herstellung eines Kunstwerkes

Um am Ende ein perfektes Akkordeon an den Kunden überreichen zu können, erstellst du zunächst die einzelnen Bauteile, wie den Korpus oder die Klaviatur und fügst anschließend alle Teile zusammen. Dabei sind nur wenige Bauteile maschinell verarbeitet – der Großteil ist nach wie vor Handarbeit. Unterstützung bekommst du von verschiedenen Werkzeugen wie Bohrmaschinen, Sägen und Schleifmaschinen. Hiermit verarbeitest du zum Beispiel das Holz, sägst es auf die passende Größe zu und bearbeitest die Holzplatte mit der Schleifmaschine, sodass sie anschließend die passende Dicke hat, glatt ist und sich zu einem Gehäuse zusammensetzen lässt. Kunststoff und Metallteile erstellst du mit dem Tiefzieh- und Spritzgießverfahren. Sind alle Instrumententeile fertig, setzt du sie in mühevoller Feinarbeit zusammen und montierst auch die kleinsten Teile im Korpus. Mit dem Beizen, Lackieren und Stimmen des Instrumentes wird deinem Kunstwerk der letzte Schliff verliehen, sodass du es anschließend an einen glücklichen und begeisterten Kunden übergeben kannst.

Gut zu wissen...
  • Klassische Musik hat entgegen vieler Annahmen keinen positiven Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit von Kleinkindern.
  • Der Song „You Suffer“ der britischen Metal-Band Napalm Death ist mit einer Länge von 1,316 Sekunden der kürzeste, jemals produzierte Musiktitel.
  • Der Wiener Cyrill Demian erfand 1829 das erste Akkordeon.

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Hast du dich schon immer gefragt, wie ein Akkordeon von innen aussieht, aus wie vielen Einzelteilen es sich zusammensetzt und wie es funktioniert? All das lernst du im theoretischen Teil deiner Ausbildung in der Berufsschule. Hier stehen Themen rund um die Fertigungsverfahren und Auswahl geeigneter Werkstoffe auf dem Lehrplan. Damit in Verbindung stehen Lehrinhalte wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz, aber auch die rationelle Energieverwendung bei der Fertigung der Instrumente. Zusätzlich sprecht ihr über die Planung und Vorbereitung einzelner Arbeitsschritte, so wirst du schon früh in deinem Zeitmanagement geschult. Neben allgemeinbildenden Fächern, wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde erfährst du einiges über Musik und verschiedene Musikinstrumente. Auch die Geschichte der Ziehharmonika inklusive ihrer vielen verschiedenen Varianten lernst du kennen.

Praktische Ausbildung

Der praktische und gleichzeitig größte Teil deiner Ausbildung findet in deinem Ausbildungsbetrieb statt. Wie leimt man Holzstücke zusammen oder montiert die Klaviatur? Falls du diese Fragen noch nicht beantworten kannst, ist das kein Problem! Deine Kollegen und Ausbilder werden dir alle Arbeitsschritte genau zeigen. Du lernst also während deiner Zeit im Betrieb von der Auswahl geeigneter Werkstoffe, über Montage und Einbau der Einzelteile bis hin zum Stimmen des fertigen Handzuginstrumenten jeden Schritt kennen, sodass du anschließend dein erstes eigenes Instrument herstellen und es an einen glücklichen Kunden überreichen kannst. Wie du siehst, wird dir schon in der Ausbildung Verantwortung übertragen, welche dir gleichzeitig einen gewissen Freiraum zur persönlichen Entwicklung ermöglicht.

Ablauf der Ausbildung

Die schulische Ausbildung zum Handzuginstrumentenmacher

Der Ausbildungsberuf des Handzuginstrumentenmachers wird neben der dualen Ausbildung ebenfalls als schulische Ausbildung angeboten. In der schulischen Ausbildung lernst du das Handwerk des Handzuginstrumentenmachers hauptsächlich in der Berufsfachschule kennen, Praxiserfahrungen sammelst du hier in Form von Praktika bei Fachbetrieben für den Instrumentenbau gegen Mitte oder Ende der Ausbildung.

In der schulischen Ausbildung kommt es in den meisten Fällen vor, dass sich die Bewerber einem Eignungstest unterziehen müssen. Dieser besteht aus einem praktisch-handwerklichen, schriftlichen sowie rhythmisch-instrumentalen Test und wird durch eine abschließende Arbeitsprobe ergänzt. Verläuft dieser erfolgreich, hast du natürlich sehr gute Chancen, dir einen der begehrten Ausbildungsplätze zu sichern.

Bist du eher an anderen Instrumenten interessiert, schau dir doch mal die Berufsbilder Geigenbauer oder Zupfinstrumentenmacher an!

Wie gut passt der Beruf Handzuginstrumentenmacher zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Handzuginstrumentenmacher genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Handwerkliches Geschick
Handzuginstrumentenmacher-Quiz
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