Wie werde ich Zupfinstrumentenmacher?

Du spielst vielleicht selbst schon Gitarre und interessierst dich schon länger für den Bereich Instrumentenbau? Außerdem bringst du diese Eigenschaften mit:

  • Spaß an Musik
  • Handwerkliches Geschick
  • Gutes Gehör
  • Hauptschulabschluss oder einen höheren Schulabschluss
  • Genaues Arbeiten
  • Geduld
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Genau diese Voraussetzungen bringst du mit? Dann könnte der Job als Zupfinstrumentenmacher gut zu dir passen. Natürlich haben wir dir auch weitere Ausbildungsberufe im Handwerk für dich zusammengefasst.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Zupfinstrumentenmacher?

Der Ton macht die Musik – und der klingt aus einem deiner selbsthergestellten Gitarren mal wieder fabelhaft. Kein Wunder also, dass der Sound die Zuschauer vor der Bühne eine Gänsehaut beschert. – Als Zupfinstrumentenmacher machst du den Klang von Gitarren, Harfen und anderen Zupfinstrumenten perfekt. Da die Ansprüche bei der Herstellung der Instrumente sehr verschieden sind, bist du als Harfenbauer oder Gitarrenbauer spezialisiert auf jeweils einen der zwei Fachbereiche. 

Gitarrenbau

Egal, ob Akustische Gitarren, E-Gitarre oder eine kleine Mandoline: Du stellst vermutlich das beliebteste Musikinstrument der Deutschen her: Viele spielen Zupfinstrumente aber nur wenige beherrschen das Handwerk auch eine herstellen zu können: Bevor du mit der eigentlichen Herstellung beginnen kannst, informierst du dich natürlich über die Wünsche deines Kunden. Eine A-Gitarre muss schließlich andere Anforderungen erfüllen, als eine Gitarre, die auf einem Metall-Konzert gebraucht wird. Du weißt was dein Auftraggeber möchte? Dann wandelst du im zweiten Schritt diese Vorstellungen in Entwürfe um, die dir als Vorlage für die Herstellung dienen. Damit dein Instrument später hervorragend klingen kann, musst du das passende Material aussuchen. Das sogenannte Tonholz spielt dabei eine wichtige Rolle: Für deine Instrumente verwendest du sehr wertvolle Hölzer, wie Ebenholz oder Palisander. Aus ihnen gestaltest du große Teile des Musikinstrumentes. Bevor du aber ein fertiges Griffbrett, einen Korpus oder den Hals der Gitarre in den Händen halten kannst, musst du das Holz zunächst in die richtige Form bringen: Dazu bedienst du dich handwerklicher Werkzeuge, wie etwa Sägen und Schleifgeräten. Nachdem, du das Holz in die richtige Form geschliffen hast, kannst du die Einzelteile verleimen und zu einem Gesamtinstrument zusammenfügen. Abschließend bringst du noch kleinere Teile, wie den Steg, den Tonabnehmer und die Wirbel an und polierst das Instrument auf Hochglanz. Damit dein Kunde auch direkt musikalisch loslegen kann, ziehst du die Saiten auf und stimmst das Instrument abschließend. 

Harfenbau

Baust du Harfen oder restaurierst alte Schätze unter ihnen, werden andere Saiten aufgezogen: Und deutlich mehr Saiten, als bei einer Gitarre. Eine Konzertharfe besteht aus 47 oder mehr Saiten und ungefähr 1.500 Einzelteilen. – Gar nicht so einfach da den Überblick zu behalten. Da es die heutige Harfe schon seit dem Mittelalter gibt, wirst du in deinem Job auch immer wieder antike keltische oder barocke Musikinstrumente in deiner Werkstatt stehen haben, die repariert werden müssen. Mit deinem historischen Wissen und fachlichen Können, ist es für dich kein Problem alte Musikinstrumente zu restaurieren oder neue zu bauen. Bei einer Harfe stellst du zum Beispiel die gesamte Harfenmechanik her. Auch die Pedale anzubringen und das Instrument so zu besaiten, dass jede Saite beim Anspielen in der richtigen Tonart klingt, ist eine Herausforderung in deinem Beruf, der du zu hundert Prozent gewachsen bist.

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Wie ist eine Harfe vom Kopf über die Stimmstifte bis hin zu den Pedalen aufgebaut und welche Funktionen erfüllen die einzelnen Bestandteile der Gitarre? – Während deiner Lehre, lernst du in der Berufsfachschule viele theoretischen Hintergrundkenntnisse über deinen Beruf kennen. Außerdem zeigen dir deine Lehrer in der Schule, wie man technische Unterlagen erstellt und für die Anfertigung von Zupfinstrumenten nutzt. Du möchtest deine theoretischen Kenntnisse auch im Handwerk anwenden? Bereits in der Berufsschule erprobt ihr, wie man verschiedene Hölzer bearbeitet oder ein Instrument stimmt. Du lernst, welche Hölzer, welche Klangeigenschaften haben und worauf du bei der Auswahl der einzelnen Materialien achten solltest.

Praktische Ausbildung

In deinem Ausbildungsbetrieb lernst du deine Tätigkeiten als Zupfinstrumentenmacher genauer kennen: Du führst die ersten Kundengespräche selbst, leimst den Korpus eines Instrumentes zusammen und bekommst von deinen Kollegen gezeigt, wie man ein Musikinstrument stimmt. Außerdem übst du Holz zu verarbeiten, es in die richtige Form zu schleifen und am Ende zu versiegeln und zu polieren. Du baust zum ersten Mal in deinem Leben eine ganze Harfe zusammen und übergibst restaurierte Zupfinstrumente an zufriedene Kunden.

Ablauf der Ausbildung

Die staatlich anerkannte Berufsausbildung zum Zupfinstrumentenmacher wird sowohl als schulische als auch als duale Ausbildung angeboten. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre und du kannst dich für die Ausbildung zwischen zwei Fachrichtungen entscheiden:

  • Gitarrenbau
  • Harfenbau

Ein ähnlicher Beruf im Bereich des Musikinstrumentenbaus ist die Ausbildung zum Geigenbauer.

Wie gut passt der Beruf Zupfinstrumentenmacher zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Zupfinstrumentenmacher genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Logisches Denken
  • Handwerkliches Geschick

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