Wie werde ich Gleisbauer?

Es gibt sicherlich nicht den einen perfekten Azubi zum Gleisbauer, aber ein paar Eigenschaften und Fähigkeiten solltest du schon haben, um den Beruf gut ausüben zu können:
  • körperliche Fitness
  • handwerkliches Geschick
  • Interesse an Technik
  • Teamfähigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Sorgfalt
  • Arbeit unter Zeitdruck
  • Bereitschaft, auch im Schichtdienst und am Wochenende zu arbeiten
Wenn du erfahren willst, ob der Beruf des Gleisbauers bzw. der Gleisbauerin zu dir passt, teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout.

Schulische Voraussetzung

In der Regel werden Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss eingestellt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Gleisbauer?

Vielleicht hast du schon mal gesehen, wie Zauberkünstler Bahnschienen verbiegen…  du kannst so etwas Ähnliches! Als Gleisbauer besitzt du die handwerklichen und technischen Fähigkeiten, Gleisstücke abzutrennen und auszutauschen, Schienen und Weichen zu verlegen und Gleisbetten zu erneuern. Du hast eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn du sorgst dafür, dass die Schienennetze der U-Bahn, S-Bahn, Züge des Regional- und Fernverkehrs sowie des Gütertransports immer intakt sind.

Die Diagnose

Regelmäßig wird die Betriebssicherheit der Gleisanlagen kontrolliert. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Fahrgäste und Güter sicher ans Ziel kommen. Deine Aufgabe als Gleisbauer ist es deshalb, Gleisbögen zu vermessen, die Spurweite oder Spurrichtung der Gleise zu kontrollieren sowie Hoch- und Tiefpunkte zu bestimmen. Dafür verwendest du zum Beispiel hochtechnisierte Messfahrzeuge, die Messstreifen aufzeichnen, während sie über die Gleise fahren. So kannst du die gemessenen Daten mit den Richtwerten vergleichen. Wenn die Betriebssicherheit des Schienennetzes nicht mehr gegeben ist, ist es Zeit für eine Sanierung. Zum Beispiel muss das Gleisbett mit neuem Schotter unterfüttert werden, die Schwellenschrauben der Bahnschwellen nachgezogen werden, Höhen- oder Richtungsfehler korrigiert werden, Entwässerungsanlagen gewartet werden oder lediglich Pflanzen, die über die Schienen ragen, zurückgeschnitten werden.

Technik, Handwerkskunst und Teamwork

Das sind die Zutaten für eine gelungene Arbeit am Gleis. Bevor du mit deinem Team und den Werkzeugen, Baugeräten und Baumaschinen anrückst, müssen die Zeitpunkte der Sanierungsarbeiten exakt geklärt sein. Oft werden für solche Baumaßnahmen Zeiträume gewählt, in denen weniger Bahnverkehr herrscht, zum Beispiel nachts und am Wochenende, um den Zugverkehr so wenig wie möglich zu behindern. In dieser Zeit muss dann jeder Handgriff sitzen, denn eine Verlängerung der vorgegebenen Bauzeit ist meist nicht möglich. Gut, dass dein Team und du Meister eurer Arbeit seid und ihr mit dem Zeitdruck gut umgehen könnt.

Zu allererst zieht ihr euch Warnweste, Handschuhe, Sicherheitsschuhe und gegebenenfalls Helm und Hörschutz an. Dann wird die Baustelle errichtet und fachgerecht abgesichert. Nun kann die Arbeit richtig losgehen.

Mit einem Trennschleifer trennst du beschädigte Gleisstücke ab. Dazu musst du zunächst die Schweißverbindung abschleifen oder die Schienenbefestigung mit einer Schraubmaschine lösen. Zusammen mit deinen Kollegen hebt ihr die beschädigten Schienen heraus und transportiert sie ab. Eine beschädigte Schwelle – z.B. in Form von Holzlatten, auf denen die Schienen liegen – wird gelöst und aus dem Gleisbett gezogen. Nun kann ein neuer Schienenabschnitt eingesetzt werden. Bevor du die Schienenenden mit dem Schweißgerät zusammenschweißt, müssen sie glattgeschliffen werden. Wenn das Gleisbett mit neuem Schotter unterfüttert werden muss, damit die Schienen an Höhe gewinnen, kommt die Gleisstopfmaschine zum Einsatz. Damit kann der Schotter unter die Gleisschwelle gepumpt werden.

Andere Geräte und Werkzeuge, die zu deinem Repertoire gehören, sind die Gleisrichtmaschine, die Stromschienenwende oder die Ratsche, die du benötigst, um Schrauben und Muttern zu lösen.

Inhalte der Ausbildung

Es handelt sich um eine duale Ausbildung, die du zum einen Teil im Ausbildungsbetrieb und zum anderen in der Berufsschule verbringen wirst.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule werden Gleisbauer im ersten Lehrjahr oft zusammen mit Azubis anderer handwerklicher Berufe, wie zum Beispiel Maurern und Zimmerern, ausgebildet. Du lernst verschiedene Werkzeuge und Baugeräte kennen, denn davon wirst du später einige in deinen täglichen Arbeitsabläufen benutzen, beispielsweise das Schweißgerät, den Trennschleifer, die Schraub- oder Gleisstopfmaschine. Du erfährst, wie du Mörtel- und Betonmischungen sowie Dämmungen herstellst, wie du Baugruben aushebst, Bohrlöcher verdichtest und Vermessungsgeräte bedienst. Physik ist für deinen Beruf ein wichtiges Fach, um zum Beispiel das Wirken unterschiedlicher Kräfte zu verstehen und die verschiedenen Hebelarten zu kennen. In Mathe übst du, den Materialbedarf zu errechnen und Werkstückabmessungen zu bestimmen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Die Theorie aus der Berufsschule hilft dir, die betrieblichen Abläufe besser zu verstehen. Du lernst dort zunächst Arbeitsabläufe kennen und erfährst, wie du einen Auftrag übernimmst. Deine erfahreneren Kollegen zeigen dir, wie du eine Baustelle errichtest und sicherst und anschließend Bau- und Hilfsstoffe auswählst. Mit der Zeit hast du es drauf, Zeichnungen richtig zu lesen und Skizzen selbst anfertigen. Du erfährst, wie du Holz bearbeitest, Bauteile aus Beton herstellst und Gleise und Weichen verlegst.

Ablauf der Ausbildung

Als Gleisbauer arbeitest du häufiger im Nachtdienst und auch am Wochenende, um den Zugverkehr nicht allzu sehr zu behindern. Du wirst jedoch für Nachtarbeit und Wochenendarbeit auch entsprechend entlohnt.

Wie gut passt der Beruf Gleisbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Gleisbauer genau der richtige für dich.

Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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