Wie werde ich Zimmerer?

Es gibt einige Eigenschaften, die dir den Einstieg in das Berufsbild des Zimmerers vereinfachen und ebenso für die Zukunft vom Vorteil sind. Dazu zählen:

  • Teamfähigkeit
  • Freude an Arbeit an der frischen Luft
  • Schwindelfreiheit
  • Handwerkliche Begabung, besonders in der Arbeit mit Holz
  • Gute mathematische Fähigkeiten

Darüber hinaus ist ein guter Hauptschulabschluss, besser aber ein Realschulabschluss Voraussetzung, um dich für eine Ausbildung zum Zimmerer zu bewerben. Übrigens: Falls du dir noch unsicher bist, verrät dir unser Berufscheck, ob der Beruf Zimmerer wirklich zu dir passt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Zimmerer?

Deine Aufgaben als Zimmerer auf einen Blick

  • Organisation und Planung: Buchhaltung; Planung und Leitung von Bau-Projekten; Bedarfsplanung von Werkstoffen und Maschinen; Berechnung von Maßangaben; Erstellung und Interpretation von Werk- und Maßzeichnungen.
  • Holzbearbeitung: Herstellung diverser Holzkonstruktionen; Restaurierung; Neubau; Auswahl geeigneter Werkstoffe und Bauteile.
  • Maschinenbedienung: Sicherer Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Baugeräten; Wartung; Sicherheitsvorkehrungen.

Deine Aufgaben als Zimmerer im Detail

Organisation und Planung

Zu jedem Beruf gehört die Vorplanung dazu, denn kein Projekt stellt sich von allein auf. Schon gar nicht in der Baubranche, wenn es um die Planung von Häusern und anderen Gebäuden geht. Deine Aufgabe ist es, dich mit allen am Bau beteiligten Personen auseinanderzusetzen, vom Architekten bis zum Zulieferer von Baustoffen. Wenn du Teile für den Bau bestellst, achtest du zum Beispiel besonders darauf, umweltschonende Baumaterialien zu verwenden.

Zusätzlich kommt die Planung hinzu, wie und in welchem Umfang Baumaschinen- und Geräte benötigt werden. Soll beispielsweise ein Gebäude an einem abschüssigen Geländer errichtet werden, bedingt es einige Vorarbeit, um einen Kran oder ähnlich große Maschinen dort abzustellen.

Natürlich gehören auch mathematische Aufgaben zu deinem Alltag. In der Organisation von Baumaterial ist eine Berechnung der optimalen Bestellmenge wichtig, nur so bleiben keine überschüssigen Materialien übrig, welche im Notfall zwischengelagert werden müssten.

Holzbearbeitung

Ob Dachstuhl, Holzhaus, Fenster, Türen, Treppen, Böden, Wände oder Fachwerkkonstruktionen – alles, was aus Holz ist, kannst du herstellen. Oft ist das gar nicht so ersichtlich, wenn das fertige Haus vor einem steht. Doch denkt man sich die Fassade und die Dachpfannen weg, steht das Haus nicht als Rohbau dort, sondern es zeigen sich die Holzarbeiten des Zimmerers. Der Dachstuhl und die Latten für die Befestigung von Dachpfannen sind aus Holz, die Tropfkante an der geneigten Dachfläche (auch „Traufe“ genannt) ist aus Holz, die Unterschläge sind aus Holz und selbst Betonwände konnten nur mithilfe von Betonschalungen – also Gussformen aus Holz für den flüssigen Beton – errichtet werden. 

Ohne Holz kein Haus. Du bist als Zimmerin also unverzichtbar – sowohl für Neubauten als auch für alte und historische Gebäude. Wenn es um Fachwerk geht, bist du der Fachmann! Du restaurierst die Fassaden, um den Charme alter Fachwerkhäuser zu erhalten. Dazu imprägnierst du zum Beispiel morsche Holzteile oder tauschst sie gegen neue aus. Alte Häuser sind oft schlechter isoliert als die Neubauten.

Maschinenbedienung

Der Zimmerer arbeitet nicht ausschließlich mit Handwerkzeugen im Arbeitsalltag. Modernste Maschinen und Geräte gehören täglich zur Vorbereitung und Bearbeitung von Materialien und Baustoffen. Dazu zählen EDV-gesteuerte Abbundanlagen und die Anwendung von CAD-Programmen. Wie du siehst ist der Beruf des Zimmerers entgegen vieler Vermutungen ein absoluter „Hightech-Beruf“, der eine Menge an persönlichen Fähigkeiten bedingt.

Fertigung eines Dachstuhls – ein Ablaufprotokoll

Schritt 1

Auswertung der Werkzeichnung

Schritt 2

Die Werkstücke und Bauteile, die für die Konstruktion eines Dachstuhls oder zum Beispiel einer Holzdecke benötigt werden, schneidest du zurecht mithilfe einer elektrischen Kreissäge, einer Handsäge oder einer computergesteuerten Sägemaschine.

Schritt 3

Nun ist es an der Zeit, das Gerüst aufzustellen und die Baustelle zu sichern.

Schritt 4

Die Maurer haben gute Arbeit geleistet: Der Rohbau steht. Nun bist du an der Reihe und errichtest den Dachstuhl. Mithilfe von Lot, Wasserwage und Winkelmesser prüfst du, ob alle Winkel und die Dachneigung stimmen. Im Anschluss kann das Richtfest gefeiert werden.

Schritt 5

Jetzt können die Traufen angelegt werden. Das ist die Tropfkante am Ende der geneigten Dachfläche. Sie begrenzt das Dach nach unten. Nach oben wird es vom Dachfirst begrenzt.

Schritt 6

Du fertigst die Unterschläge in der Regel aus Holz. Sie sitzen zwischen dem Ende des geneigten Daches und der Hauswand.

Schritt 7

Der Dachstuhl kann nun „eingelattet“ werden. Du befestigst also Holzlatten als Basis für die Dachpfannen. Jetzt können die Dachdecker kommen!

Schritt 8

Zu guter Letzt ist es Zeit für den Trockenausbau. Das bedeutet, dass du mit vorgefertigten Werkstücken, wie zum Beispiel einer Deckenbekleidung aus Gipskarton, Metall oder Kunststoff, Wände, Decken und Böden ausstattest.

Gut zu wissen...
  • In wenigen Bundesländern, so zum Beispiel in Bayern, besuchen Auszubildende im ersten Lehrjahr ausschließlich die Berufsschule, bevor es im zweiten Lehrjahr auf die Baustelle geht.
  • Je nach Art und Klima kann ein Baum bis zu 2.000 Jahre alt werden.
  • Beim Bau eines Holzhauses entsteht nahezu kein Müll, da die übrig gebliebenen Holzreste durch Verwendung als Brennstoff weiterhin Energie liefern.

Inhalte der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Zimmerer findet sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb statt.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Schule lauten deine wichtigsten Fächer Mathe, Physik und Werken. Mathe brauchst du für die Berechnung von Materialbedarf und das Errechnen von Maßen. Außerdem hilft es dir dabei, Werkzeichnungen richtig zu interpretieren. In Physik bekommst du wichtige Grundlagen der Statik vermittelt. Statik ist die Lehre von Kräften, die dafür sorgen, dass ein Haus stabil ist und nicht in sich zusammenfällt. In Werken lernst du, mit Handwerkzeug, wie zum Beispiel Handsäge, Hammer und Hobel und mit Kleinmaschinen wie der elektrischen Kreissäge umzugehen. Hier ist oberste Vorsicht geboten! Den sicheren Umgang mit den Maschinen und Geräten lernst du auch im Ausbildungsbetrieb.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Wie Baugeräte, Baumaschinen und Werkzeuge bedient werden, zeigen dir dein Ausbilder und deine Kollegen. Du wirst auch die verschiedenen Stoffe und Materialien kennenlernen, wie zum Beispiel Dämmstoffe zur Wärmeisolierung. Wusstest du, dass es weltweit an die 40.000 Holzarten gibt? Die musst du nicht alle kennen, aber die wichtigsten Sorten innerhalb Deutschlands solltest du schon aufzählen können. Im Betrieb lernst du außerdem, wie du Zeichnungen und Skizzen richtig liest und auch anfertigst. Du erfährst, wie Messungen durchgeführt werden, welche Richtlinien und Maße eingehalten werden müssen und wie Qualitätskontrolle funktioniert. Je weiter deine Ausbildungszeit voranschreitet, desto mehr Aufgaben kannst du selbstständig ausführen. Natürlich wirst du nicht von Anfang an Bauteile fertigen und anbringen können, Maschinen bedienen und warten können, aber nach und nach entwickelst du dich zum Profi.

Ablauf der Ausbildung

Nach zwei Jahren erreichst du bereits den beruflichen Abschluss des Ausbaufacharbeiters.

Italien (Südtirol)

In Italien dauert die Ausbildung vier Jahre, statt drei, wie in Deutschland.

Wie gut passt der Beruf Zimmerer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Zimmerer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick
Zimmerer-Quiz
  • Frage 1
  • Frage 2
  • Frage 3
  • Ergebnis

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