Wie werde ich Zimmerer?

Bist du
  • pünktlich und zuverlässig?
  • teamfähig?
  • gerne viel unterwegs und an der frischen Luft?
  • schwindelfrei?
  • handwerklich begabt und arbeitest gern mit Holz?
Kannst du
  • selbstständig arbeiten?
  • anpacken?
  • den „Nagel auf den Kopf treffen“?
  • gut rechnen und überschlagen?
Außerdem hast du einen guten Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss?

Dann solltest du unbedingt über eine Ausbildung zum Zimmerer nachdenken!

Wenn du dir noch unsicher bist, ob du die Anforderungen erfüllst, mach doch mal den Test.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Zimmerer?

Zimmerer treffen den Nagel auf den Kopf. Zumindest sollten sie das, denn sonst ist entweder der Daumen blau oder das Dach eine Fehlkonstruktion. Bei der Professionalität und Genauigkeit von Zimmerern kann das jedoch nicht passieren. Sie verstehen etwas von ihrem Handwerk. Jeder Hammerschlag sitzt, jeder Arbeitsschritt ist geplant.

Was machst du als Zimmerer?

Ob Dachstuhl, Holzhaus, Fenster, Türen, Treppen, Böden, Wände oder Fachwerkkonstruktionen – alles, was aus Holz ist, kannst du herstellen. Oft ist das gar nicht so ersichtlich, wenn das fertige Haus vor einem steht. Doch denkt man sich die Fassade und die Dachpfannen weg, steht das Haus nicht als nackiger Rohbau dort, sondern es zeigen sich die Holzarbeiten des Zimmerers. Der Dachstuhl und die Latten für die Befestigung von Dachpfannen sind aus Holz, die Tropfkante an der geneigten Dachfläche (auch „Traufe“ genannt) ist aus Holz, die Unterschläge sind aus Holz und selbst Betonwände konnten nur mithilfe von Betonschalungen – also Gussformen aus Holz für den flüssigen Beton – errichtet werden.
Ohne Holz kein Haus. Du bist als Zimmerer also unverzichtbar – weder für Neubauten noch für alte und historische Gebäude. Wenn es um Fachwerk geht, bist du der Fachmann! Du restaurierst die Fassaden, um den Charme alter Fachwerkhäuser zu erhalten. Dazu imprägnierst du zum Beispiel morsche Holzteile oder tauschst sie gegen neue aus. Alte Häuser sind oft schlechter isoliert als die Neubauten. Wenn du Teile austauschst, achtest du daher besonders darauf, umweltschonende Baumaterialien zu verwenden und baust wenn möglich Dämmstoffe gegen Feuchtigkeit und Kälte ein.

Fertigung eines Dachstuhls – ein Ablaufprotokoll

Schritt 1

Auswertung der Werkzeichnung  

Schritt 2

Die Werkstücke und Bauteile, die für die Konstruktion eines Dachstuhls oder zum Beispiel einer Holzdecke benötigt werden, schneidest du zurecht mithilfe einer elektrischen Kreissäge, einer Handsäge oder einer computergesteuerten Sägemaschine.

Schritt 3

Nun ist es an der Zeit, das Gerüst aufzustellen und die Baustelle zu sichern.

Schritt 4

Die Maurer haben gute Arbeit geleistet: Der Rohbau steht. Nun bist du an der Reihe und errichtest den Dachstuhl. Mithilfe von Lot, Wasserwage und Winkelmesser prüfst du, ob alle Winkel und die Dachneigung stimmen. Im Anschluss kann das Richtfest gefeiert werden.  

Schritt 5

Jetzt können die Traufen angelegt werden. Das ist die Tropfkante am Ende der geneigten Dachfläche. Sie begrenzt das Dach nach unten. Nach oben wird es vom Dachfirst begrenzt.  

Schritt 6

Du fertigst die Unterschläge in der Regel aus Holz. Sie sitzen zwischen dem Ende des geneigten Daches und der Hauswand.

Schritt 7

Der Dachstuhl kann nun „eingelattet“ werden. Du befestigst also Holzlatten als Basis für die Dachpfannen. Jetzt können die Dachdecker kommen!  

Schritt 8

Zu guter Letzt ist es Zeit für den Trockenausbau. Das bedeutet, dass du mit vorgefertigten Werkstücken, wie zum Beispiel einer Deckenbekleidung aus Gipskarton, Metall oder Kunststoff,  Wände, Decken und Böden ausstattest.

Schritt 9

Lehn dich zurück und sei stolz auf das, was du mit deinem Team geschafft hast!

Inhalte der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Zimmerer findet sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb statt.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Schule lauten deine wichtigsten Fächer Mathe, Physik und Werken. Mathe brauchst du für die Berechnung von Materialbedarf und das Errechnen von Maßen. Außerdem hilft es dir dabei, Werkzeichnungen richtig zu interpretieren. In Physik bekommst du wichtige Grundlagen der Statik vermittelt. Statik ist die Lehre von Kräften, die dafür sorgen, dass ein Haus stabil ist und nicht in sich zusammenfällt. In Werken lernst du, mit Handwerkzeug wie zum Beispiel Handsäge, Hammer und Hobel und mit Kleinmaschinen wie der elektrischen Kreissäge umzugehen. Hier ist oberste Vorsicht geboten! Den sicheren Umgang mit den Maschinen und Geräten lernst du auch im Ausbildungsbetrieb.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Wie Baugeräte, Baumaschinen und Werkzeuge bedient werden, zeigen dir dein Ausbilder und deine Kollegen. Du wirst auch die verschiedenen Stoffe und Materialien kennenlernen, wie zum Beispiel Dämmstoffe zur Wärmeisolierung. Wusstest du, dass es weltweit an die 40.000 Holzarten gibt? Die musst du natürlich nicht alle kennen, aber die wichtigsten Sorten innerhalb Deutschlands solltest du schon aufzählen können. Im Betrieb lernst du außerdem, wie du Zeichnungen und Skizzen richtig liest und auch anfertigst. Du erfährst, wie Messungen durchgeführt werden, welche Richtlinien und Maße eingehalten werden müssen und wie Qualitätskontrolle funktioniert. Je weiter deine Ausbildungszeit voranschreitet, desto mehr Aufgaben kannst du selbstständig ausführen. Natürlich wirst du nicht von Anfang an Bauteile fertigen und anbringen können, Maschinen bedienen und warten können, aber nach und nach entwickelst du dich zum Profi.

Ablauf der Ausbildung

Nach zwei Jahren erreichst du bereits den beruflichen Abschluss des Ausbaufacharbeiters.

Italien (Südtirol)

In Italien dauert die Ausbildung vier Jahre, statt drei, wie in Deutschland.

Wie gut passt der Beruf Zimmerer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Zimmerer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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