Wie werde ich Ausbaufacharbeiter?

Bist du...

  • In guter körperlicher Konstitution? 
  • handwerklich geschickt? 
  • teamfähig? 
  • schwindelfrei? 
  • sorgfältig? 
  • bereit, bei Wind und Wetter zu arbeiten? 
  • mit einem guten räumlichen Vorstellungsvermögen ausgestattet?

Dann könnte die Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter genau das Richtige für dich sein. Du bist dir noch nicht ganz sicher? Mach hier den Test.

Schulische Voraussetzungen 

Rein rechtlich gibt es keine Vorschriften. In der Praxis werden überwiegend Bewerber mit Hauptschulabschluss eingestellt. Natürlich kannst du dich aber auch bewerben, wenn du die mittleren Reife oder Hochschulreife hast! 

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

2 Jahr(e)

Was macht ein Ausbaufacharbeiter?

Ausbaufacharbeiter sind die Generalisten des Innenausbaus - ihre Arbeit beginnt, wenn der Rohbau steht oder eine grundlegende Modernisierung erfolgen soll. Als Ausbaufacharbeiter ist es deine Aufgabe, Wände und Decken mit Nut- und Federbrettern zu verkleiden, beim Einrichten des Dachstuhls zu helfen, Trockenbauwände zu montieren und Holzschalungen für Bauteile aus Stahlbeton herzustellen. Du legst Estrich aus und klebst später fachmännisch Fliesen oder Platten auf, vornehmlich in Küche und Bad. Im Wohn- oder Außenbereich fertigst du Verzierungen aus Gips oder Mörtel für die Wände an und befestigst diese. Eine abgehängte Zwischendecke, die den Raum wohnlicher machen soll und viele einzelne Deckenlampen enthält, zieht der Ausbaufacharbeiter ebenso ein, wie er zur Freude der späteren Bewohner des Hauses für eine niedrige Nebenkostenabrechnung sorgt, weil er Dachstuhl und Außenwände gut isoliert hat. 

Aus eigener Kraft 

Du kommst morgens auf die Baustelle und es geht direkt an die Arbeit. Eine neue Reihenhaussiedlung ist im Bau und deine Aufgabe ist es heute, dich um die Estricharbeiten und Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten zu kümmern. In diesem Fall bedeutet dies, das Badezimmer zu fliesen. Zunächst musst du den Estrich anmischen und diesen verlegen, damit der Badezimmerfußboden eben ist. Anschließend beginnt die Fliesenarbeit. Der Besitzer des Hauses, in dem du heute arbeitest, wünscht sich schlichte Bodenfließen und Mosaikmuster an den Wänden. Du verputzt die Wände und beginnst mit dem Legen der Wandfliesen. Hierbei achtest du genau darauf, das gewünschte Mosaikmuster einzuhalten. Dies ist natürlich etwas aufwändiger als das Anbringen einheitlicher, schlichter Fliesen, ist dafür aber auch eine abwechslungsreiche Aufgabe. Sind die Wände fertigt, schneidest du die Bodenfliesen zu und verklebst diese fachmännisch auf dem Boden und verfugst sie. Am Ende des Tages kannst du begutachten, was du aus eigener Kraft geschafft und geschaffen hast - ein tolles Gefühl! Aus einem Rohbau wird nach und nach ein bewohnbares Haus und das alles Dank deiner Arbeit. 

Verschiedene Schwerpunkte 

Neben den Estricharbeiten und Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten erwarten dich noch andere Aufgabenbereiche in deinem Arbeitsalltag. Auf einer Baustelle bist du beispielsweise für die Stuckateur- und Trockenbauarbeiten zuständig. Du fertigst Unterkonstuktionen an, die an Boden und Decke verschraubt werden und bringst darauf Gipkartonplatten an. Hierdurch entstehen neue Wände. Diese werden verputzt und können anschließend weiter bearbeitet bzw. tapeziert werden. Zu den Stuckatuerarbeiten gehört es, wie der Name bereits sagt, Stuck anzubringen. Du kennst bestimmt aus Filmen oder aus eigener Erfahrung schöne Altbauten, die unter ihren hohen Decken Stuckleisten angebracht haben. Hierdurch bekommt ein Raum eine ganz neue Optik. Du bringst beispielsweise prachtvolle Rosetten an, an denen später Kronleuchter befestigt werden können. Im Bereich Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten isolierst du Rohre. Die Isolierung dient dazu, dass der Inhalt der Rohre entweder kalt oder warm bleibt, je nach dem, um was für ein Rohr es sich handelt (Wasserrohre, Heizungsrohre etc.). Auch Zimmerarbeiten gehören zu deinem Beruf. Zusammen mit deinen Kollegen übernimmst du die Holzarbeiten im Dachgeschoss. Du schneidest Holzbalken zu und befestigst und verbindest diese so, dass am Ende ein Dachstuhl entsteht. Als Ausbaufacharbeiter bzw. Ausbaufacharbeiterin lernst du viele Bereiche kennen, auf die du dich später auch spezialisieren kannst. Du bist ein echter Alleskönner und dein Beruf bringt viel Abwechslung mit sich. 

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte 

Es handelt sich um eine zweijährige duale Ausbildung. In der Berufsschule werden dir die theoretischen Grundlagen für den Beruf beigebracht, im Betrieb lernst du die Praxis kennen. Der Berufsschulunterricht findet entweder an ein bis zwei Tagen die Woche oder als Blockunterricht statt. Als Ausbaufacharbeiter bzw. Ausbaufacharbeiterin musst du regelmäßig Flächen berechnen, zum Beispiel wenn du Böden oder Wände fliesen sollst. Du musst wissen, wie groß die Fläche ist und auch, wie viel Material du benötigst. Hierbei hilft dir der Mathematikunterricht. Außerdem ist es wichtig, dass du die vielen unterschiedlichen Baumaterialen und Werkzeuge kennenlernst und mit ihnen umgehen kannst. Im Werken lernst du, Bauskizzen und –pläne zu lesen und technische Zeichnungen anzufertigen. 

Betriebliche Ausbildungsinhalte 

Neben der Theorie spielt natürlich die Praxis eine große Rolle. Zu Beginn deiner Ausbildung wirst du deinem Ausbilder viel zusehen und die Baustellen und die dort nötigen Sicherheitsvorkehrungen genau kennenlernen, damit du später sicher arbeiten kannst. Anfangs übernimmst du kleinere Aufgaben, wie zum Beispiel das Anmischen des Estrichs oder der Mörtelmasse für Stuckarbeiten oder das Zuschneiden von Fliesen oder Holzbalken. Je schneller und je mehr du lernst, desto eher darfst du größere Aufgaben übernehmen und ehe du dich versiehst, zimmerst du den Dachstuhl oder legst ganze Badezimmer mit Fliesen aus. 

Ablauf der Ausbildung

Es handelt sich um eine Stufenausbildung. Nach zwei Jahren bist du ausgebildeter Ausbaufacharbeiter. Wenn du deine Ausbildung um ein Jahr verlängerst, kannst du dich in einem Bereich spezialisieren und beispielsweise Trockenbaumonteur, Stuckateur oder Estrichleger werden.

Wie gut passt der Beruf Ausbaufacharbeiter zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Ausbaufacharbeiter genau der richtige für dich.

Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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