Behälter- und Apparatebauer fertigen z.B. Drucktanks an ©klausdie | Pixabay Public Domain

Ausbildung
Behälter- und Apparatebauer (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss nach Klasse 10
Ausbildungsdauer
3,5 Jahr(e)

Behälter- und Apparatebauer fertigen sowohl mit handgeführten Werkzeugen als auch mit automatisierten Werkzeugmaschinen Drucktanks, Rohrleitungen, Rührkessel, Turbinengehäuse und vieles mehr.

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Deine Tätigkeiten

Behälter in allen Größen, druckfeste oder drucklose Behälter, Stahlapparate, Blechkonstruktionen, Rohrleitungsnetze, Rührkessel für die Lebensmittelindustrie, Turbinen für die Energie- und Versorgungstechnik, Brauereikessel, Töpfe, Pfannen… - die Liste der Produkte, die du herstellen kannst, ist endlos. Als Behälter- und Apparatebauer verbiegst und verarbeitest du – ganz ohne Magie – Kupfer, Eisen, Metall und Stahl!

Ein altes Handwerk neu erfunden

Was schon im Mittelalter der Kupferschmied geschafft hat, das machst du auch heute noch in deinem Beruf als Behälter- und Apparatebauer. Der Unterschied ist, dass du Behälter und Apparate, wie zum Beispiel riesige Rohrleitungsnetze, in großem Stil und mit modernen Werkstoffen, Maschinensystemen und Fertigungstechniken produzierst. Du bist also nicht immer nur auf deine handwerklichen Künste angewiesen bist. 

Von der Auftragsannahme bis zur Montage beim Kunden

Deine Kunden sind beispielsweise Firmen aus Luftfahrt, Schifffahrt, der chemischen Industrie oder der Lebensmittelindustrie. Wenn du einen Auftrag bekommst, dann geht es meist nicht um die Herstellung von Kelchen oder Vasen aus Kupferblech, sondern um stabile Multifunktionsbehälter und Metallkonstruktionen jeglicher Art. Sobald der Auftrag bei dir eingegangen und bestätigt worden ist, sichtest du die mitgelieferten technischen Unterlagen und erstellst einen Ablaufplan, in dem alle Arbeitsschritte enthalten sind. Bauteil für Bauteil arbeitest du dich nun langsam an das Gesamtprodukt heran. Für jedes Bauteil muss eine Skizze – auch „Abriss“ genannt – angefertigt werden. Sie wird anschließend mit einem Stangenzirkel direkt auf das Metall übertragen. Hier ist absolute Genauigkeit gefragt, da sich das Bauteil sonst nicht mit den anderen Teilen verbauen lässt und unbrauchbar würde. Mit einer Schneidemaschine kannst du das Blech nun ausschneiden. Die Wasserstrahlschneideanlage schneidet unter Hochdruck sogar bis zu 150mm dicken Stahl! Eine Schleifmaschine schleift die Schnitte rund. Mit der Abkantmaschine biegst du das Blech in die gewünschte Form. Rohrleitungen werden mit einer Biegepresse geformt, der Rohrdurchmesser dabei immer wieder mit einem digitalen Messschieber geprüft.
Nachdem alle Bauteile fertig sind und den Maßen entsprechen, werden sie miteinander verlötet, vernietet, verschweißt oder verschraubt. Abhängig von der Größe des Apparates musst du dafür schon mal auf ein Gerüst steigen oder sogar einen Kran benutzen. Die Schweißnähte glättest du mit einem automatischen Schleifgerät.

Bevor der fertige Apparat in Betrieb genommen werden kann, prüfst du alle Rohrleitungen und Behälter auf ihre Dichtigkeit und Druckfestigkeit. Bei sehr großen Anlagen werden diese erst beim Kunden vor Ort zu ganzen Systeme montiert und in Betrieb genommen. Dort weist du auch den Kunden in die Benutzung ein. Die Wartung und Reparatur der Systeme gehört ebenso zu deinen Aufgaben, was auch bedeutet, dass du es immer mal wieder mit deinen "alten" Kunden zu tun hast und alles dafür tust, dass sie weiterhin mit deiner Arbeit zufrieden sind.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule ist dazu da, dich auf deine praktische Tätigkeit im Ausbildungsbetrieb vorzubereiten und dich während der gesamten Ausbildungszeit zu unterstützen. Du lernst dort die theoretischen Grundlagen deines Berufs. Dazu zählt zum Beispiel die Werkstoffkunde, in der du dich mit verschiedenen Metallen und Metalllegierungen, also Mischungen unterschiedlicher Metalle, auseinandersetzt. Du lernst ihre Eigenschaften kennen und die unterschiedlichen Verarbeitungstechniken. Außerdem lernst du im Bereich der Rohrleitungstechnik wie Rohre zu Rohrleitungsnetzen gefertigt werden. Im Bereich der Maschinen- und Gerätetechnik sowie der Steuerungs-und Informationstechnik lernst du Aufbau und Funktionen der Fertigungsanlagen deines Betriebs kennen, zum Beispiel den Aufbau einer CNC-Abkantmaschine. Auch Physik ist ein wichtiges Schulfach, denn dort lernst du unter anderem die Wärmeübertragungstechnik kennen und wirst dich im Bereich der Kräftelehre weiterbilden, um die Arbeit der Maschinen, Geräte und Werkzeuge nachvollziehen zu können.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was du eventuell aus der Schule schon in der Theorie erklären kannst, das kannst du dir in der Praxis nun aus nächster Nähe ansehen. Selbst machen anstatt nur zugucken lautet hier die Devise. Du lernst, wie man Aufträge der Kunden annimmt und die Arbeitsaufgaben plant und vorbereitet. Du lernst die unterschiedlichen Tätigkeiten des Behälter- und Apparatebauerhandwerks kennen. Dazu gehören Biegen, Pressen, Abkanten, Walzen, Schleifen, Schweißen, Löten und Schneiden. In der Werkstattvorfertigung, der Montagehalle sowie in der Schweißkabine deines Betriebs bist du unterwegs, um alle Vorgänge zunächst einmal live miterlebt, später dann selbst durchgeführt zu haben. Auch zu den Kunden, die aus vielen unterschiedlichen Industriezweigen, zum Beispiel der chemischen Industrie und der Lebensmittelindustrie kommen, fährst du mit und lernst auch, wie vormontierte Bauteile beim Kunden vor Ort aufgebaut und installiert werden. Die Qualitätskontrolle gehört sowohl in der Werkstatt als auch beim Kunden zu deinen Aufgaben und du wirst schon früh in diesen Bereich eingeführt.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Behälter- und Apparatebauer dauert dreieinhalb Jahre und ist eine duale Ausbildung, also eine Kombination aus Theorie und Praxis.

Du hast die Möglichkeit, während deiner Ausbildung die Zusatzqualifikation „Europassistent im Handwerk“ zu machen. In einem mehrwöchigen Auslandspraktikum und durch zusätzlichen Unterricht verbesserst du deine Fremdsprachenkenntnisse. Außerdem wirst du im europäischen Waren- und Wirtschaftsrecht ausgebildet.

Voraussetzungen


Behälter- und Apparatebauer wird man nicht von alleine. Dazu bedarf es schließlich einer dreieinhalbjährigen Ausbildung. Doch sicherlich ist es vorteilhaft, wenn du einige persönliche Voraussetzungen bereits mitbringst. Dazu gehören:

  • gute Noten in Mathe, Physik und Chemie
  • handwerkliche Begabung
  • technisches Interesse
  • ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • körperliche Fitness
  • Kein Problem damit, sich die Hände schmutzig zu machen
  • Schwindelfreiheit (auf Gerüsten)

Wenn du herausfinden willst, ob du für den Beruf des Behälter- und Apparatebauers geeignet bist, solltest du unseren Berufsscout befragen!

Schulische Voraussetzung

Es ist zwar rein rechtlich kein Schulabschluss für diese Ausbildung vorgeschrieben. In der Regel werden jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder mit einem mittleren Schulabschluss eingestellt.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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