Schichtmodelle auf einen Blick

Eine Schicht: Hier hast du wie der Name schon verrät nur eine Schicht, in der du dauerhaft arbeitest, beispielsweise von 10 bis 18 Uhr.

Zweischichtmodell: Als Kauffrau im Einzelhandel arbeitest du, aufgrund der Öffnungszeiten im Handel, beispielsweise in einer Woche von 7 bis 14 Uhr und in der nächsten von 14 bis 21 Uhr.

Dreischichtmodell: In Betrieben, in denen die gesamte Woche Mitarbeiter im Einsatz sind, gibt es drei (meist wöchentlich) wechselnde Schichten: Die Früh-, Spät und Nachtschicht. Auf diese Art ist es beispielweise großen Metallfirmen möglich, die gesamte Zeit in der Woche zu produzieren. Im Call-Center ermöglicht dieses Schichtmodell die 24-Stunden-Erreichbarkeit für Kunden.

Vierschichtmodell: Nun wird es etwas komplizierter. Wenn in einem Unternehmen über die gesamte Woche (inklusive Wochenenden) Mitarbeiter eingesetzt werden, so kann hier das Vierschichtmodell ins Spiel kommen. Es gibt insgesamt vier Schichtgruppen, von denen eine immer eine Woche Freischicht hat. So hast du also alle drei Wochen eine Pause von der Arbeit. Ähnlich ist es beim Fünfschichtmodell, bei dem zwei der fünf Gruppen Freischicht haben.

Fact: Nicht alle dürfen während der Ausbildung alle Schichten übernehmen. Erfahre hier die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Arbeitszeiten für Jugendliche unter 18.  


Deine Arbeitszeiten

  • Frühschicht: meistens von 6 bis 14 Uhr
  • Spätschicht: meistens von 14 bis 22 Uhr
  • Nachtschicht: meistens von 22 bis 6 Uhr

Schichtübergabe: Vor und nach der Schicht findet eine Schichtübergabe statt. Wenn du beispielsweise Spätschicht hast, triffst du dich um 13:45 Uhr mit deinen Kollegen aus der Frühschicht, die dich darüber informieren, was in der Frühschicht passiert ist und worum du dich mit deinen Kollegen in der Spätschicht nun besonders kümmern musst. Um 21:45 Uhr findet dann die Übergabe an die Nachtschicht statt. In der Regel sind die Schichtleiter bzw. Schichtführer für die Übergabe verantwortlich; die besondere Herausforderung liegt darin, sich in 15 Minuten auf das Wesentliche zu beschränken. 


Vorteile der Schichtarbeit – darauf kannst du dich freuen

Höheres Gehalt: Als Schichtarbeiter erwarten dich bei der Nachtschicht und auch bei Einsätzen an Wochenenden und Feiertagen Sonderzuschläge, die sich positiv auf dem Konto bemerkbar machen. Du kannst dein Gehalt also aufstocken, wenn du beispielsweise mehrmals im Monat zu späten Zeiten oder freiwillig an Wochenenden und Feiertagen arbeitest. Besonderer Einsatz zahlt sich also aus!

Abwechslung auf der Arbeit: Je nach Betrieb können in der Früh-, Spät- und Nachtschicht unterschiedliche Aufgaben anfallen. In Industriebetrieben ist es häufig so, dass die Mitarbeiter in der Produktion in einem Schichtsystem arbeiten, während die Mitarbeiter in den kaufmännischen Abteilungen normale Bürozeiten haben. Die Kommunikation mit deinen Kollegen aus dem kaufmännischen Bereich findet also während der Frühschicht oder Spätschicht statt. Auch im Call-Center hast du je nach Schicht eine gute Abwechslung: Bei Umfragen von Endverbrauchern beispielsweise hast du vormittags und nachmittags eher Hausfrauen und Rentner am Telefon, am späten Nachmittag und in den Abendstunden die Berufstätigen.   

Flexibilität im Alltag: Natürlich passt du deine Freizeit deinen Arbeitszeiten an. Anders als bei einem Job mit festen Arbeitszeiten kannst du dir durch den Wechsel beispielsweise deine privaten Termine flexibler legen. Bei der Spätschicht, die du um 14 Uhr beginnst, kannst du beispielsweise ganz entspannt einen Arzttermin um 10 Uhr wahrnehmen. Die Frühschicht bietet dir die Möglichkeit, schon nachmittags etwas mit Freunden zu unternehmen. Du hast also gefühlt mehr Freizeit, obwohl du trotzdem deine vollen Stunden abgearbeitet hast. Der Schichttausch unter Kollegen ist meistens auch möglich, sodass eine spontane Planung eines Tagestrips in der nächsten Woche möglich ist.


Nachteile der Schichtarbeit – das solltest du wissen

Ungesunde Lebensweise: Die Schichtarbeit kann sich auf Dauer negativ auf deinen Körper auswirken, vor allem durch die ständig wechselnden und untypischen Schlafenszeiten. Deine innere Uhr wird gestört, da der menschliche Körper beispielsweise auf den Schlaf bei Dunkelheit ausgerichtet ist.  Bei hellem Licht gelingt es dir nicht so leicht, einzuschlafen – stimmt´s? Da du durch die Schichtarbeit u. U. keinen festen und erholsamen Schlaf bekommst, können Schlafstörungen auftreten. Weil du gegen deinen biologischen Rhythmus arbeitest und dich beispielsweise während der Nachtarbeit von Fast-Food ernährst, können außerdem Essstörungen und Magen-Darm-Beschwerden auftreten.  

Freunde und Hobbys: Wenn du in der Schicht arbeitest, siehst du deine Freunde und Bekannte seltener und kannst deine Hobbys nur eingeschränkt ausleben. Weshalb? Da du, je nach Schicht, tagsüber deinen Schlaf nachholen musst, wird es u. U. schwierig, Verabredungen wahrzunehmen. Auch Trainingszeiten kannst du nicht immer einhalten, da diese immer zu festen Zeiten in der Woche stattfinden, in denen du dich auf der Arbeit befindest.

Feiertage: In vielen Berufen arbeitest du als Schichtarbeiter auch an Feiertagen, etwa in Unternehmen, welche 24 Stunden produzieren oder Dienstleistungen anbieten. Bei den Mitarbeitern wird die Arbeitsbereitschaft an Silvester oder auch Weihnachten vorausgesetzt. So kann es durchaus möglich sein, eine ganze Woche durchzuarbeiten. Abschalten nach der Arbeit und/oder am Wochenende ist hier also nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. 


Tipps für die Nachtschicht

Nachts zu arbeiten ist nicht jedermanns Sache. Der Körper ist darauf ausgelegt, sich in dieser Zeit ausruhen. Wir verraten dir, wie du diese Schicht ohne Probleme durchstehst.  

Gesund ernähren: Trotz der ständig wechselnden Essenszeiten solltest du dich bewusst ernähren und das auch gesund! Bevorzuge zum Beispiel leichte Kost wie Äpfel oder Joghurt statt einer fettigen Pizza, die schwer im Magen liegt. Sei vorsichtig bei Koffein: Insbesondere gegen Ende der Nachtschicht solltest du die Finger von Kaffee oder Energydrinks lassen! Am besten nimmst du solche Getränke vor der Nachtschicht zu dir, so kann sich das Koffein im Körper entfalten und zeigt seine Wirkung während der Schicht. Alles andere würde zu Einschlafproblemen nach Feierabend führen und einen negativen Effekt auf deinen Erholungsschlaf haben.

Feste Schlafzeiten planen: Apropos schlafen … schlaf genug! Durch feste Schlafenszeiten nach der Arbeit wirst du wieder fit. Plane also die Stunden ein, in denen du dich entspannst und Kraft sammelst, um anschließend erholt zur Arbeit zu fahren. Durch Vernachlässigung können Konzentrationsprobleme auf der Arbeit auftreten.

Arbeitsplatz anpassen: Um dir die Nachtarbeit etwas „erträglicher“ zu machen, wird helle Beleuchtung am Arbeitsplatz empfohlen. Damit trickst du deinen Körper aus. Bewegung und frische Luft helfen dir ebenfalls dabei, wach zu bleiben. Ein weiterer Tipp: Such dir immer eine Beschäftigung! Wenn die Schicht mal etwas ruhiger ist, kannst du beispielsweise gut eine Aufgabe angehen, für die du viel Ruhe und Konzentration brauchst.

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