Grundsätzlich seien Unternehmen durchaus bereit, Ausländer als Auszubildende zu beschäftigen - selbst solche mit unklarem Aufenthaltsstatus. Allerdings müssten sie der deutschen Sprache mächtig sein, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesarbeitsagentur von Anfang 2017. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterstützt dies: Durchschnittlich 60 Prozent der Ausländer, welche die Integrationskurse des Hauses erfolgreich durchlaufen haben, bekämen eine Ausbildungsstelle, so die Behörde.

Ausbildung in Deutschland als Ausländer: Die rechtlichen Vorschriften
EU-Ausländer sowie Bürger aus der Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen können aus rechtlicher Sicht problemlos eine Ausbildung in Deutschland absolvieren. Sie müssen sich lediglich im Bürger- bzw. Einwohnermeldeamt ihres neuen Wohnorts melden. Ein Visum ist in solchen Fällen nicht notwendig.
Komplizierter ist es, wenn du aus einem anderen Land kommst. Du benötigst ein Visum und musst zudem bereits eine Ausbildungsstelle vorweisen können, für die kein Deutscher und keine Person aus der EU sowie aus den weiteren oben genannten Staaten in Frage kommt. Die Bundesarbeitsagentur muss überdies zustimmen.
Noch komplizierter ist es, wenn du ein Flüchtling bist. Solange du in einer Aufnahmeeinrichtung bist, darfst du keiner Arbeit und damit auch keiner Ausbildung nachgehen. Anschließend ist dies zwar möglich, aber die Ausbildung verändert deinen Aufenthaltsstatus nicht. Du hast keinen Rechtsanspruch darauf, die Ausbildung in Deutschland zu beenden. Für einige Unternehmen ist dies ein Problem bei der Einstellung.

Einen Ausbildungsplatz finden: Du benötigst Medienkompetenzen
Um einen Ausbildungsplatz als Ausländer in Deutschland zu finden, benötigst du neben der Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift vor allem Medienkompetenzen. Grundsätzlich solltest du problemlos mit einem Computer umgehen können. Als Beispiel: Südpack als bekannter Folienhersteller verlangt für seine unterschiedlichen Ausbildungsplätze beispielsweise Office-Kenntnisse und den sicheren Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen. Das Haus bietet häufig Ausbildungsplätze im Bereich der Medientechnologie. Medientechnologen überwachen Druckprozesse und stellen die Qualität des Endprodukts sicher. Die Medientechnologie verlangt neben den genannten Kompetenzen sehr präzises Arbeiten, Kreativität sowie die Leidenschaft für Technik - was den Bogen zurück zur allgemeinen Medienkompetenz schlägt, die du für eine erfolgreiche Ausbildung in Deutschland besitzen musst.

Als Tipp, um die Ausbildungsstelle zu finden: Deutsche Ausbildungen sind dual. Sie finden am Arbeitsplatz sowie in der Berufsschule statt. Wenn deine Anschreiben an Unternehmen und die Arbeitsagentur nicht den gewünschten Erfolg hatten, so wende dich direkt an eine Berufsschule. Diese kennen alle Ausbildungsbetriebe in ihrer Region und wissen, wo noch freie Plätze sind. Die Schulen können oft auch informell bei der Suche helfen. Wenn du bereits in Deutschland bist, gehe einfach mal bei der nächsten Berufsschule vorbei. Ansonsten kannst du dieser auch einfach mit einer entsprechenden Frage mailen.

Natürlich bietet dir unser Portal www.aubi-plus.de eine weitere Möglichkeit freie Ausbildungsstellen zu finden.
Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche.

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