Wie werde ich Werkzeugmechaniker?

Wenn du

  • dir vorstellen kannst, in Werkhallen und Werkstätten zu arbeiten
  • kein Problem mit Maschinenlärm hast
  • genau und sorgfältig arbeitest
  • an Mathe und Physik interessiert bist und gute Noten in der Schule hattest
  • zuverlässig bist und selbstständig arbeiten kannst

…hast du das Zeug zum Werkzeugmechaniker!
Mach doch mal den Test mit unserem Berufsscout.

Schulische Voraussetzung

Die Ausbildungsbetriebe stellen überwiegend Bewerber mit Realschulabschluss ein, aber auch mit den anderen Schulabschlüssen hast du gute Chancen, wenn du die alle weiteren Voraussetzungen erfüllst.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Werkzeugmechaniker?

Du produzierst Werkzeuge für die Produktion.
Häh?

Es gibt heute nur noch weniges, was handgemacht ist. Viele Produkte sind rein industriell gefertigt. Dazu braucht es Produktionsmaschinen, die so beschaffen und programmiert sind, dass sie ein bestimmtes Produkt bzw. ein bestimmtes Bauteil hervorbringen. Ein Beispiel ist die Fahrzeugproduktion, aber auch kleinere Gegenstände wie Kugelschreiber, Kaffeemaschinen oder Tablets. Bevor Maschinen Gegenstände produzieren können, müssen diese Maschinen erstmal gebaut werden.
Und nun kommst du ins Spiel!

Was stellst du her?

Aus Bauteilen aus Stahl, Metallen und Kunststoffen fertigst du Schablonen, Formen (Press- und Prägeformen), Instrumente (z.B. chirurgische Instrumente), Werkzeuge (Druck-,Spritzguss-, Stanz- und Umformwerkzeuge) und Baugruppen für die Produktion von Gegenständen, Geräten, Maschinen oder Fahrzeugen an.

Wie machst du das?

Erst einmal müssen technische Zeichnungen studiert und Funktionen erfasst werden. Danach planst du dann die Arbeitsschritte. Je nach Werkzeug oder Form, die gefertigt werden soll, musst du bohren, drehen, sägen, schleifen oder fräsen. Das machst du allerdings in der Regel nicht von Hand, sondern lässt eine computergesteuerte Maschine arbeiten. Du wählst die richtigen Werkzeuge aus, stellst die Drehzahl ein und legst den Startpunkt fest. Los geht’s! Nachdem du mithilfe der Maschine die Einzelteile produziert hast, werden sie mit Hand weiter bearbeitet, zum Beispiel gefeilt oder poliert und anschließend zum fertigen Werkzeug oder zur fertigen Schablone montiert. Nun kann das fertige Werkzeug in die Produktionsanlage oder –maschine integriert werden. Bevor du die Benutzer einweist, prüfst du selbst die Funktionen, um zu sehen, ob du deine Arbeit gut gemacht hast. Nur ein tausendstel Millimeter Abweichung kann manchmal über Funktion oder Fehlfunktion entscheiden.

Und wenn mal was kaputtgeht?

Beschädigte Werkzeugteile werden selbstverständlich von dir ersetzt. Wenn die Störung in deinem Betrieb gemeldet wird, fährst du zum Kunden und nimmst die Produktionsanlage genau unter die Lupe. Da du die Werkzeuge und Formen, die du produzierst, in und auswendig kennst, kannst du schnell feststellen, wo der Fehler steckt. Defekte und abgenutzte Teile baust du aus und baust die neu gefertigten ein. Noch ein Test, ob nun alles läuft… wunderbar, der Kunde ist zufrieden! Und du auch.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Physik, Werken und Mathe – ohne diese Fächer kommst du als angehender Werkzeugmechaniker nicht aus. Schließlich musst du dich mit den Werkstoffen und ihren Eigenschaften auskennen, technische Unterlagen auswerten können, Bearbeitungstechniken wie Fräsen, Drehen und Bohren beherrschen und dich in der Geometrie auskennen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb kannst du deine theoretischen Kenntnisse auf die Probe stellen. Die Werkzeugmaschinen müssen betriebsbereit gemacht und bedient werden. Zuerst darfst du deinem Ausbilder noch auf die Finger schauen, danach musst du selber ran. Wie werden die Maschinen programmiert, wie inspiziert und gewartet? Welche Bearbeitungsverfahren werden bei welchen Schablonen angewendet und wie montierst du die Teile anschließend? Keine Angst – bald schon kennst du die Antworten.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker ist eine duale Ausbildung. Vereinzelt wird sie auch als schulische Ausbildung angeboten. Die schulische Ausbildung zum Werkzeugmechaniker verbringst du zum Großteil in der Berufsschule und erwirbst deine Praxiskenntnisse in verschiedenen Praxisphasen in Werkzeugbaubetrieben oder im Bereich des Maschinenbaus. In der dualen Ausbildung sind Theorie und Praxis von Anfang miteinander verknüpft.


Du hast innerhalb der Ausbildung die Möglichkeit vier Zusatzqualifikationen zu wählen:

  • Systemintegration
  • Prozessintegration
  • Additive Fertigungsverfahren
  • IT-gestützte Anlagenänderung

Diese Zusatzqualifikation umfasst einen Zeitraum von acht Wochen und wird in einem Fachgespräch als gesonderte Prüfung in deiner Abschlussprüfung erworben.


Viele Ausbildungsbetriebe haben sich auf ein Einsatzgebiet spezialisiert, in dem du auch ausgebildet wirst. Es gibt zum Beispiel Formentechnik. Dort werden Presswerkzeuge und Druckgussformen hergestellt, in denen später Metallteile hergestellt werden können, wie zum Beispiel Metallgehäuse für Smartphones. Im Bereich der Instrumententechnik stellst du medizinische Instrumente wie Pinzetten und Skalpelle her. Außerdem gibt es Stanztechnik und Vorrichtungstechnik.

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