Wie werde ich Werkzeugmechaniker?

Natürlich gibt es einige Eigenschaften, über die du als angehender Werkzeugmechaniker verfügen solltest. Dazu zählen insbesondere:

  • Hohe körperliche Belastbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Präzises- und sorgfältiges Arbeiten
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Zuverlässigkeit und Selbstständigkeit

Bist du dir noch nicht sicher, ob du alle Voraussetzungen erfüllen kannst? Dann probiere dich in unserem Berufscheck aus, so erfährst du sofort, ob der Beruf Werkzeugmechaniker zu dir passt!

Schulische Voraussetzung

Natürlich ist neben den persönlichen Eigenschaften auch die schulische Vorbildung ein Kriterium in der Bewerberauswahl. Die meisten Ausbildungsbetriebe stellen überwiegend Bewerber mit Realschulabschluss ein, falls du jedoch einige positive Eigenschaften mitbringst, hast du auch mit einem anderen Schulabschluss gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu ergattern.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 1050 EUR

Was macht ein Werkzeugmechaniker?

Deine Aufgaben als Werkzeugmechaniker auf einen Blick

Planung, Umsetzung und Funktionskontrolle: Planung der Arbeitsschritte; Kontrolle technischer Zeichnungen; Anfertigen von Rohlingen mithilfe computergesteuerter Maschinen; Weiterverarbeitung in Handarbeit; Montieren der Einzelteile zu fertigen Erzeugnissen; Integration in die Maschinen; Funktionsanalyse.

Kundenbetreuung und Fehleranalyse: Ansprechpartner bei Fragen zu Maschinen und Werkzeugen; Außendienst bei Unternehmen; Problem- und Fehleranalyse; Ausbau defekter Teile; Einbau und Umbau neuer Werkzeuge und Maschinen; Funktionsanalyse.

Deine Aufgaben als Werkzeugmechaniker im Detail

Heutzutage werden nur noch sehr wenige Werkzeuge per Hand gemacht. Die meisten Produkte werden rein industriell gefertigt. Dafür braucht es Produktionsmaschinen, die so programmiert sind, dass ein bestimmtes Bauteil geformt wird. Ein gutes Beispiel ist die Fahrzeugproduktion, auch ein Auto besteht aus hunderten von Bauteilen. Ebenso kleinere Gegenstände wie Kugelschreiber, Kaffeemaschinen oder Tablets sind gute Beispiele. Bevor Maschinen Gegenstände produzieren können, müssen diese zuerst einmal gebaut werden. Hier kommst du ins Spiel. Mithilfe von Bauteilen aus Stahl, Metallen und Kunststoffen fertigst du Schablonen, Formen (Press- und Prägeformen), Instrumente (z.B. chirurgische Instrumente), Werkzeuge (Druck-, Spritzguss-, Stanz- und Umformwerkzeuge) und Baugruppen für die Produktion von Gegenständen, Geräten, Maschinen oder Fahrzeugen an. Doch bevor es an die endgültige Produktion geht, stehen noch andere Arbeitsschritte an.

Planung, Umsetzung und Funktionskontrolle: Vom Rohling zum fertigen Werkzeug

Erst einmal müssen technische Zeichnungen studiert und Funktionen erfasst werden. Anschließend planst du die Arbeitsschritte. Je nach Werkzeug oder Form, welche gefertigt werden sollen, musst du bohren, drehen, sägen, schleifen oder fräsen. Das machst du allerdings in der Regel nicht von Hand, hier ist eine computergesteuerte Maschine zuständig. Du wählst die richtigen Werkzeuge aus, stellst die Drehzahl ein und legst den Startpunkt fest. Los geht’s! Nachdem du mithilfe der Maschine die Einzelteile produziert hast, werden sie mit Hand weiterbearbeitet, zum Beispiel gefeilt oder poliert und anschließend zum fertigen Werkzeug oder zur fertigen Schablone montiert. Nun kann das fertige Werkzeug in die Produktionsanlage- oder Maschine integriert werden. Bevor du die Mitarbeiter einweist, prüfst du die Funktionen selbst, um zu sehen, ob du deine Arbeit richtig gemacht hast.

Kundenbetreuung und Fehleranalyse

Natürlich bist du auch weiterhin Ansprechpartner für den Kunden. Auch beschädigte Werkzeugteile werden selbstverständlich von dir ersetzt. Wenn die Störung in deinem Betrieb gemeldet wird, fährst du zum Kunden und nimmst die Produktionsanlage genau unter die Lupe. Da du die Werkzeuge und Formen, die du produzierst, in und auswendig kennst, kannst du schnell feststellen, wo der Fehler ist. Defekte und abgenutzte Teile baust du aus und die neu gefertigten ein. Anschließend steht noch die letzte Funktionsüberprüfung an. Wenn alles funktioniert, sind der Kunde und du zufrieden, so sollte es sein!
Gut zu wissen...
  • Die Wassermühle ist die älteste, nicht durch menschliche oder tierische Kraft angetriebene Maschine der Welt. Sie wurde bereits mehrere hundert Jahre vor Christus erfunden.
  • Die größte Werkzeugmaschine der Welt steht in Deutschland und wird von der Firma Waldrich Siegen GmbH & Co. KG betrieben.
  • Bis zum 15. Januar 1987 lief der Beruf unter der Berufsbezeichnung „Werkzeugmacher“.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Physik, Werken und Mathe – diese drei Fächer sind für dich als angehender Werkzeugmechaniker besonders wichtig. Schließlich musst du dich mit den Werkstoffen und ihren Eigenschaften auskennen, technische Unterlagen auswerten können, Bearbeitungstechniken wie Fräsen, Drehen und Bohren beherrschen und natürlich ein gutes Fachwissen in der Geometrie haben. Hast du Interesse, am besten an allen drei Fächern, sind das besonders gute Voraussetzungen für deine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb kannst du deine theoretischen Kenntnisse auf die Probe stellen. Die Werkzeugmaschinen müssen betriebsbereit gemacht und bedient werden. Zuerst darfst du deinem Ausbilder noch auf die Finger schauen, danach musst du selbst ran. Wie werden die Maschinen programmiert, inspiziert und gewartet? Welche Bearbeitungsverfahren werden bei welchen Schablonen angewendet und wie montierst du die Teile anschließend? Keine Angst – bald schon kennst du die Antworten. Besonders im Betrieb sind Eigenschaften wie handwerkliches Geschick und sorgfältiges Arbeiten, aber auch Präzision und Genauigkeit gefragt. Gerade bei der Herstellung von Schablonen, Werkzeugen oder Maschinen ist absolute Konzentration und Genauigkeit gefragt, lediglich ein Millimeter Abweichung kann manchmal über Funktion oder Fehlfunktion entscheiden. Hier stehst du als Werkzeugmechaniker in der Verantwortung, dass alle Elemente exakt wie geplant funktionieren.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Werkzeugmechaniker ist eine duale Ausbildung. In der dualen Ausbildung sind Theorie und Praxis von Anfang an in der Berufsschule und im Betrieb miteinander verknüpft.

Du hast innerhalb der Ausbildung die Möglichkeit, vier Zusatzqualifikationen zu wählen:

  • Systemintegration
  • Prozessintegration
  • Additive Fertigungsverfahren
  • IT-gestützte Anlagenänderung

Diese Zusatzqualifikationen umfassen einen Zeitraum von acht Wochen und werden in einem Fachgespräch als gesonderte Prüfung in deiner Abschlussprüfung erworben.

Viele Ausbildungsbetriebe haben sich auf ein Einsatzgebiet spezialisiert, in dem du voraussichtlich auch ausgebildet wirst, wie zum Beispiel die Formentechnik. Dort werden Presswerkzeuge und Druckgussformen hergestellt, in denen später Metallteile wie Metallgehäuse für Smartphones produziert werden können. Im Bereich der Instrumententechnik stellst du medizinische Instrumente wie Pinzetten und Skalpelle her. Außerdem kannst du in der Stanz- und Vorrichtungstechnik tätig werden.

Wie gut passt der Beruf Werkzeugmechaniker zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Werkzeugmechaniker genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick
Werkzeugmechaniker-Quiz
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