Wie werde ich Produktionsmechaniker Textil?

Hast du
  • Lust darauf, in großen Produktionshallen zu arbeiten?
  • nichts gegen Maschinenlärm?
  • Interesse an Technik?
  • Spaß am Schrauben und Reparieren?
  • solide Mathekenntnisse?
Bist du
  • konzentriert bei der Arbeit?
  • bereit, in deinem Beruf auch Schichtdienst zu leisten?
  • geschickt mit den Händen
Wenn du (fast) alle dieser Fragen mit „Ja“ beantworten konntest, bist du genau der oder die Richtige für eine Ausbildung zum Produktionsmechaniker Textil.

Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, mach doch hier den Test!

Schulische Voraussetzung

Für eine Ausbildung zum Produktionsmechaniker Textil wird meist ein Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss verlangt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Produktionsmechaniker Textil?

10m² Glasfasertapete, bitte!

So oder so ähnlich könnte dein nächster Auftrag lauten. Ob mit oder ohne Struktur, glatt oder rau, weiß oder in Farbe – davon hängt zum Beispiel ab, welche Produktionsmaschine du auswählst, welches Bindungsart und welche Werkzeuge in der Maschine eingebaut werden. Die Vorbereitung der Produktionsmaschine auf den Produktionsprozess nennt man „einrüsten“ oder „umrüsten“. Nachdem du den Materialbedarf der Glasfasern berechnet hast und sie in die Fadenführungen der Webmaschine eingezogen hast, stellst du das passende Programm ein, sodass die Maschine genau weiß, was sie zu tun hat. Hier kannst du zum Beispiel Geschwindigkeit und Fadenspannung auswählen.

Nicht den Faden verlieren!

Es kann natürlich immer mal vorkommen, dass ein Faden bricht und die Maschine nicht fehlerlos weiterarbeiten kann. Das zeigt sie dir normalerweise durch ein Störungssignal an. Du verfolgst dann den Fadenverlauf des defekten Fadens, um schließlich den Bruch beheben zu können. Wenn das Faserband oder das Garn ausgetauscht werden muss, ist viel Geschicklichkeit erforderlich. Vorsichtig ziehst du das Band wieder in die Fadenführung der Maschine ein. Bis zu 1200 Fäden können in einer Maschine gleichzeitig zum Einsatz kommen … und leider auch mal kaputt gehen.  Genauso wie auch die Maschinen und Anlagen. Wenn eine Störung vorliegt, tauschst du Teile aus und versuchst, die defekten Teile in der Werkstatt zu reparieren. Ein Signal der Maschine kann aber auch bedeuten, dass mal wieder die ein oder andere Schraube ausgewechselt werden muss, Faserstaub entfernt werden muss oder du neue Garnspulen aus dem Lager holen solltest, damit die Produktion so schnell wie möglich weitergehen kann. Eine stillstehende Maschine in der Industrie ist immer ein schlechtes Zeichen. Deshalb gibt es zum Beispiel auch sogenannte Spulengatter, auf die viele Garnspulen gesteckt werden, sodass die Maschine ständig neues Garn zur Verfügung hat, das automatisch nachgefüllt werden kann.

Qualität ist das A und O

Die fertigen Produkte werden faltenfrei aufgewickelt und begutachtet. Mithilfe eines Fadenzählers kannst du zum Beispiel die Fadendichte prüfen. Auch die Elastizität und Reißfestigkeit von Textilien lassen sich untersuchen – das geht allerdings am besten im Labor. Auch diese Art von Qualitätsprüfung gehört zu deinen Aufgaben. Schließlich bist du es, der für die Qualität der Produkte verantwortlich ist. Du hast damit eine sehr wichtige Aufgabe im Betrieb.

Inhalte der Ausbildung

Weil weder deine Berufsschule noch der Ausbildungsbetrieb allein dich optimal ausbilden kann, liegt deine duale Ausbildung zum Produktionsmechaniker Textil in den Händen beider Einrichtungen.

Schulische Ausbildungsinhalte

Zu deinen Fächern und Themen in der Berufsschule gehören Wirtschaft, Maschinenkunde, Werkstofftechnik und textile Technologien. Hier lernst du zum Beispiel verschiedene technische Textilien wie Carbonfaser oder Glasfaser kennen und erfährst, wie sie zu unterschiedlichen textilen Flächen verarbeitet werden und welche Maschinen es dazu braucht. Die Maschinen und Anlagen genau zu kennen, ist als angehender Produktionsmechaniker Textil sehr wichtig, denn später wirst du Teile austauschen, reparieren oder ganze Baugruppen zusammenfügen müssen. Für diese Tätigkeiten ist der sichere Umgang mit Werkzeugen ein Muss. Auch das lernst du im Technik-Unterricht der Berufsschule oder kennst es vielleicht bereits aus der Schule. Wenn du denkst, du wirst nie wieder Mathe brauchen, müssen wir dich enttäuschen. Mathe ist unverzichtbar, denn du musst schließlich wissen, wie du Faserstoffmengen berechnest oder auch Mischungsverhältnisse und Kosten für Stoffe ermittelst.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was du aus der Berufsschule in der Theorie und im kleinen Maße schon praktisch kennengelernt hast, wird dir im Ausbildungsbetrieb erst so richtig klar. Hier hast du die Möglichkeit, dein theoretisches Wissen direkt anzuwenden und es dir so besser einzuprägen. Was nützt es, die einzelnen Teile und Antriebssysteme der Maschinen benennen und zuordnen zu können, wenn du nicht die Gelegenheit bekommst, je nach Fertigungsverfahren und gewünschtem Produkt die passende Produktionsmaschine auszuwählen und einzustellen. Dafür lernst du auch die steuerungs- und regelungstechnischen Einrichtungen der Maschine genauer kennen.

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