Wie werde ich Industriekeramiker Verfahrenstechnik?

Bist du

  • handwerklich geschickt?
  • interessiert an Mathe?
  • bereit, auch unter Maschinenlärm zu arbeiten?
  • bereit, dir die Hände schmutzig zu machen?

Kannst du

  • dich über einen längeren Zeitraum gut konzentrieren?
  • dir vorstellen, dich mit schwierigen technischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen?
  • (bald) einen Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss vorweisen?

Dann nichts wie ran an die Bewerbung zum Industriekeramiker Verfahrenstechnik! Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, erfahre etwas über andere Berufe in unserem Berufslexikon oder finde deinen Traumberuf in unserem Berufsscout! 

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 815 EUR

Was macht ein Industriekeramiker Verfahrenstechnik?

Am Morgen schlürfst du ganz selbstverständlich deine heiße Schokolade aus der Frühstückstasse, dann noch schnell ans Waschbecken die Zähne putzen – ups, da ging was daneben, aber von den Fliesen lässt sich das zum Glück schnell wieder abwaschen! Draußen fängt es gerade an zu regnen – wie gut, dass du ein Dach über dem Kopf hast!

Kannst du dir vorstellen wie dein Morgen aussehen würde, wenn es den Industriekeramiker Verfahrenstechnik nicht gäbe, der all diese Dinge aus Keramik herstellt?

Von der Masse zur Tasse

Alle Produkte, die du als Industriekeramiker Verfahrenstechnik herstellst, sind Massenprodukte. Du produzierst also in großen Stückzahlen, was bedeutet, dass du oft viele ähnliche Handgriffe mehrmals hintereinander machen musst. Viel ist dabei tatsächlich noch Handarbeit; manches nehmen dir aber auch moderne Maschinen wie Pressen, Gießmaschinen oder Zerspanungsmaschinen ab. Alles fängt mit der Rohmasse an, die in eine Form gegossen wird. Für die Rohmasse richtest du dich genau an die Vorgaben. Du musst also die passenden Rohstoffe auswählen und sie genau abwiegen, um anschließend eine homogene Gießmasse zu erzeugen. Die Form besteht aus Gips oder Kunststoff und wird speziell für das Produkt, was du fertigen willst, hergestellt. Nun kannst du die Masse in die Formen einfüllen – zumindest, wenn es sich um flüssigen Ton handelt. Es gibt auch festen Ton, den du auf rotierenden Drehscheiben beispielsweise zu Tellern und Schüsseln formst. Wenn dir eine Maschine diesen Prozess abnimmt, teilst du zunächst die Masse mit einem Draht in gleichgroße Stücke. Die nennt man Hubel. Diese legst du einzeln auf ein Förderband. Anschließend bereitest du die Maschine vor, indem du zum Beispiel die Pressluftzufuhr und die Wasserzufuhr öffnest, die Heizung einschaltest und die Fertigungsdaten einprogrammierst. Nun stellt die Maschine für dich die gewünschte Zahl an Tassen, Ziegeln oder anderen keramischen Produkten her.

Präzise Handarbeit

Viele Handgriffe werden aber noch immer nicht von Maschinen übernommen, sondern müssen von dir in präziser Handarbeit durchgeführt werden. Wenn du zum Beispiel beim Flachgießen Tabletts aus Keramik herstellst, musst du die frische Masse vorsichtig in die Form befüllen. Beim Einschneiden der Eingussöffnung in eine Teekanne arbeitest du mit Draht und Schablone und einem feuchten Schwamm, um die Ränder zu glätten. Manche Rohlinge bearbeitest du mit der Hand. Glasuren sprühst du entweder auf oder tauchst die Rohlinge per Hand ein. Danach werden sie im Ofen gebrannt.

Ein wachsames Auge

Während des Prozessablaufes überprüfst du ständig die Qualität deiner Produkte. Du musst sicherstellen, dass die einzelnen Schritte nach Plan verlaufen und bei Fehlern so schnell es geht einschreiten. Stell dir vor, du übersiehst, dass du eine Einstellung der Maschine falsch eingegeben hast und nun werden 200 Tassen in falscher Größe produziert – das würde enorme Unkosten für deinen Betrieb bedeuten. Du kontrollierst daher jedes Zwischenprodukt genau und leitest erst dann den nächsten Prozessschritt ein.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule wirst du auf die Praxis in deinem Ausbildungsbetrieb vorbereitet. Du lernst also die Theorie der Keramikherstellung. Dazu gehören zum Beispiel die chemischen Formeln der Bestandteile von Porzellan, also der Rohstoffe. Du erfährst, zu welchen Temperaturen Porzellan gebrannt werden kann, welche Werkzeuge und Werkstoffe du zur Herstellung benötigst und wie du die Mischungsverhältnisse bei der Herstellung der Rohmasse berechnest. Du lernst in der Schule verschiedenen Gipsarten und Kunststoffe kennen, aus denen die Formen für die keramischen Massen erzeugt werden. Du erfährst, wie man Halbfabrikate und Fertigprodukte durch thermische Prozesse verändern kann. Außerdem wirst du dich mit den unterschiedlichen Automatisierungssystemen beschäftigen, die in der Verfahrenstechnik zum Einsatz kommen. An Flächen- und Volumenberechnungen, an Schnittdarstellungen und technischen Skizzen kommst du natürlich nicht vorbei – Lust auf Mathe, Physik und Technik solltest auf jeden Fall haben!

Betriebliche Ausbildungsinhalte

In deinem Ausbildungsbetrieb wirst du einmal alle Arbeitsschritte der Keramikherstellung durchlaufen, sodass du später an ganz verschiedenen Stellen einsetzbar bist. Du lernst in deinem Betrieb, die Arbeitsschritte zu planen, die richtigen Werkzeuge und Formen auszuwählen, du lernst Handformtechniken sowie automatisierte Dreh-, Gieß- und Pressverfahren kennen und erfährst, wie du die Produktionsergebnisse richtig dokumentierst. Da du als Industriekeramiker immer wieder die Qualität deiner Produkte überprüfen musst, übst du bereits in der Ausbildung, Fehler schnell zu erkennen und Lösungen zu finden. Du erfährst, was Fehlerkataloge sind und wie du Arbeitsergebnisse bewertest. Auch über verschiedenen Dekorationsarten, über den Trocknungs- und Brennprozess sowie über die Lagerhaltung und Verpackung der Produkte wirst du nicht nur informiert, sondern musst auch direkt mit anpacken – zu Beginn noch unter Aufsicht, später dann auch in eigener Verantwortung.

Ablauf der Ausbildung

Zum Beruf des Industriekeramikers Verfahrensmechanik wird in drei Jahren in Form einer dualen Ausbildung in der Industrie ausgebildet.

Wusstest du, dass du neben dem Schwerpunkt Verfahrenstechnik auch diese drei anderen Schwerpunkte wählen könntest?

Wie gut passt der Beruf Industriekeramiker Verfahrenstechnik zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Industriekeramiker Verfahrenstechnik genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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