Wie werde ich Industriekeramiker Anlagentechnik?

Du willst Industriekeramiker der Fachrichtung Anlagentechnik werden und weißt noch nicht, ob der Beruf zu dir passt?

Das sind gute Voraussetzungen für deine Ausbildung:

  • Du lässt dich von lauten Geräuschen um dich herum nicht aus der Ruhe bringen.
  • Du arbeitest gerne im Team, aber kannst auch selbstständig Entscheidungen treffen.
  • Du achtest bei allem, was du tust, auf höchste Genauigkeit.
  • Du kannst dich für Technik begeistern.
  • Du bist naturwissenschaftlich interessiert und arbeitest gerne mit Zahlen.
  • Du hast (bald) einen Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss

Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, sollte deinem Traumberuf nichts mehr im Wege stehen. Mach doch mal den Test, um zu sehen, welche Berufe sonst noch zu dir passen.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 815 EUR

Was macht ein Industriekeramiker Anlagentechnik?

Wusstest du, dass schon vor etwa 10.000 Jahren keramische Produkte hergestellt wurden? Der Rohstoff Ton wird aus dem Boden gewonnen. Heute macht man das durch Bohrungen und Sprengungen im Tage- und Tiefbau. Vielleicht hast du schon einmal in der Schule getöpfert und kannst dir ungefähr vorstellen, wie aus Ton Keramik entsteht. In der Industrie läuft das im Prinzip genauso ab, nur um einiges größer.

Wandfliesen, WC-Schüsseln und Hochspannungsisolatoren

Nicht umsonst sagt man „Ich gehe mal auf die Keramik-Ausstellung“, wenn man zur Toilette geht. Keramik ist im Badezimmer überall – WC-Schüssel, Waschbecken sowie Wand- und Bodenfliesen. Aber nicht nur im Badezimmer trifft man auf Keramik. Auch das gute Porzellangeschirr von Oma oder die Ofenkacheln, die Dachziegel und sogar so manche Isolatoren von Hochspannungsleitungen bestehen aus Keramik. Als Industriekeramiker der Fachrichtung Anlagentechnik ist es deine Aufgabe, die Produktion von den Rohstoffen bis hin zu Verpackung und Versand der fertigen Erzeugnisse zu begleiten.

Befüllen, Bedienen, Überwachen

Alles beginnt mit den Tonmineralen, die aus dem Ton-Abbau gewonnen wurden. Wenn sie bei dir in der Fertigungshalle ankommen, beginnt deine Aufgabe damit, sie anzunehmen, zu begutachten und unter Zugabe von chemischen Stoffen eine homogene Masse zu erzeugen, aus der später das Produkt geformt werden kann. Für diesen Prozess arbeitest du bereits mit unterschiedlichen Maschinen und Anlagen: Mischanlage, Trommelmühle, Filterpresse und Mahlwerk. Wenn die blasenfreie Rohmasse deinem prüfenden Auge standhält, geht es weiter mit der Formgebung. Um Gusskeramik zu erstellen, befüllst du die Gießmaschine mit der fertigen Masse. Hier werden die Formen gegossen, die du vorher ausgewählt hast, zum Beispiel eine bestimmte Fliesenform. Die Gießmaschine bedienst du vom PC aus, nachdem du alle Maße und Werte eingestellt hast. Als nächsten Schritt bereitest du die Trocknungs- und Brennöfen vor. Die geformte Masse wird zunächst zu einem pressfähigen Mehl getrocknet. Im Pressverfahren wird mit über 1000 Tonnen Druck gearbeitet, um eine glasurfähige Fliese herzustellen. Im Ofen wird die Fliese schließlich gebrannt. Nun fehlt noch die besondere Glasur, damit die Fliese wasserdicht und leicht zu reinigen ist. Hier können auch bestimmte Farben oder dekorative Muster ausgewählt werden.

Qualitätssicherung

Während des gesamten Produktionsprozesses überprüfst du die Zwischenprodukte auf Risse und Maßabweichungen. Die Maschinen und Anlagen müssen ganz genau eingestellt sein. Das heißt, dass die Produktionsgeschwindigkeit, die Temperatur und weitere Parameter auf das Produkt, das du herstellst, abgestimmt sein müssen. Ob alles geklappt hast, erfährst du spätestens im Labor, wo du die physikalischen Eigenschaften des Produkts überprüfst. Ist die Fliese bruchfest? Ist die Oberflächenrutschhemmung gegeben? Sind alle Maße der DIN-Norm eingehalten? Nur, wenn du absolute keine Mängel entdecken kannst, kann die Fliese für den Versand vorbereitet werden und du darfst dir auf die Schulter klopfen.

Inhalte der Ausbildung

Natürlich wird man nicht von heute auf morgen Industriekeramiker. Dafür musst du schließlich drei Jahre lang in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb deine grauen Zellen anstrengen. Was du dort alles lernst, erfährst du hier:

Schulische Ausbildungsinhalte

Als angehender Industriekeramiker Anlagentechnik musst du dich bestens mit Keramik-Rohstoffen, mit den fertigen Keramik-Produkten, mit den Maschinen und Anlagen, mit Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, mit Elektrotechnik, Chemie und Physik auskennen. Aber keine Panik – du hast drei Jahre Zeit, das alles zu lernen und wirst nach und nach an die verschiedenen Themen herangeführt. Zunächst lernst du, welche Anlagen es in der Keramik-Produktion gibt. Das sind zum Beispiel Mischanlagen, Filterpressen, Mahlwerke, Förderbändern, Brennöfen und viele weitere. Du erfährst, welche Herstellungsverfahren aktuell in der Industrie eingesetzt werden und welche Keramik-Erzeugnisse es gibt. Du lernst die unterschiedlichen Dreh-, Gieß- und Pressverfahren kennen und erfährst, wie die Maschinen und Anlagen geregelt und gesteuert werden. Dahinter steckt eine ganze Menge Technik, mit der du dich auseinandersetzen musst. Nicht unterschätzen solltest du auch den Anteil an Mathematik, Chemie und Physik. Du wirst lernen, welche Rolle Oxide, Nitride und andere chemische Stoffe in der Produktion spielen und auf welche physikalischen Messgrößen es in der Qualitätsüberprüfung ankommt. 

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Damit du mit der Theorie etwas anfangen kannst, wendest du Gelerntes idealerweise im Ausbildungsbetrieb direkt an. Du siehst dort die vielen Maschinen und Anlagen live und in Farbe und vor allem in voller Größe. Hättest du gedacht, dass ein Ofen so groß sein kann? In deinem Betrieb schnupperst du im Laufe der drei Ausbildungsjahre in die vielen verschiedenen Bereiche hinein: Produktion, Qualitätssicherung, Labor, Glasierung, Sortierung und Lager. Du lernst dort, wie die Maschinen und Anlagen bedient und gewartet werden. Du wirst zum ersten Mal eine technische Zeichnung in der Hand halten und lernen, wie du den Produktionsablauf danach planst. Du wirst dich mit Normvorgaben und Symbolen der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik beschäftigen und im Labor verschiedene Versuche mit den fertigen Produkten durchführen. Bevor du all diese Tätigkeiten alleine durchführst, darfst und musst du sogar deinem Ausbilder dabei ein paar Mal über die Schulter schauen.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Industriekeramiker der Fachrichtung Anlagentechnik ist eine dreijährige duale Ausbildung in der Industrie.

Es gibt noch drei weitere Fachrichtungen dieses Ausbildungsberufs:

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