Wie werde ich Brandmeisteranwärter?

Um eine Ausbildung zur Brandmeisteranwärter bzw Brandmeisteranwärtin zu absolvieren, musst du:

  • eine deutsche Staatsangehörigkeit oder eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union haben
  • unterhalb der Höchstaltersgrenze liegen
  • die beamtenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen
  • eine Ausbildung in einem – möglichst technischen oder handwerklichen – Beruf erfolgreich beendet haben
  • eine Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen
  • an einem Auswahlverfahren/Einstellungstest (schriftliche, sportliche und mündliche Prüfung) erfolgreich teilnehmen
  • eine gesundheitliche Eignung nachweisen können

Außerdem solltest du folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Leistungsbereitschaft
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • psychische und physische Belastbarkeit
  • Sorgfalt und Umsicht
  • schnelles Reaktionsvermögen
  • in Gefahrensituation klar denken können

Du bist dir nicht sicher, ob du diese Kriterien erfüllst und fragst dich, welche anderen Berufe zu dir passen könnten? Unser Berufsscout verrät es dir!

Schulische Voraussetzungen

Du musst entweder mindestens einen Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung haben oder die mittlere Reife gemacht haben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

1,5 Jahr(e)

Was macht ein Brandmeisteranwärter?

Auf die Plätze, fertig, los! Ein Haus steht in Flammen und auf der Feuerwehrwache geht ein Notruf ein. Jetzt muss alles schnell gehen, denn in solchen Fällen geht es nicht nur um Sachschäden, sondern durchaus auch um Leben und Tod von Mensch und Tier. Brandmeister verrichten durch ihre Arbeit also wahre Heldentaten!

Retten, Löschen, Bergen, Schützen

Mit diesen vier Worte lässt sich deine Arbeit als Brandmeisteranwärter in Kurzform zusammenfassen – du rettest Leben, löscht Brände, birgst Menschen und Tiere aus einer Gefahrenzone und bist im Brandschutz und in Sicherheitsfragen tätig.

„It’s getting hot in here“

„... so take of all your clothes“ – als Brandmeisteranwärter ziehst du deine Kleidung natürlich nicht aus, sondern genau das Gegenteil ist der Fall. Ist ein Notruf eingegangen, legst du in Windeseile deine Schutzkleidung an, um vor Ort gegen die Hitze der Flammen so gut wie möglich gerüstet zu sein. Auch Schutzmasken fürs Gesicht gehören zu deiner Schutzusrüstung dazu.

Hilfe – es brennt!

Das Einsatzfahrzeug ist bereit, du hast deine Schutzkleidung an, nun geht es mit Blaulicht zum Einsatzort, denn jede Minute zählt. Vor Ort verschaffst du dir einen schnellen Überblick über die Lage und du und deine Kollegen versuchen, zunächst die Gefahrenquelle bzw. die Brandquelle zu identifizieren. Dies kann zum Beispiel der Backofen sein, in dem etwas das Feuer entfacht hat. Auf Anweisung der Einsatzleitung dringst du bis zur Brandstelle vor und beginnst mit den Löscharbeiten. Hierbei kann nicht nur Wasser, sondern können auch andere Löschmittel zum Einsatz kommen. Du vergewisserst dich, dass keine Personen oder Tiere im Haus sind. Falls doch, befreist du Mensch und Tier aus dem brennenden oder verrauchten Gebäude.

Erste Hilfe

Als Brandmeisteranwärter wirst du nicht nur im feuerwehrtechnischen Dienst ausgebildet, sondern auch als Rettungssanitäter. Erste Hilfe gehört also genauso zu deinem Beruf wie Brände zu löschen. Sind Menschen zu Schaden gekommen, übernimmst du die medizinische Erstversorgung. Eventuell sind Angehörige vor Ort, die du beruhigen musst.

Chemikalien, Naturkatastrophen und Co.

Brandmeisteranwärter löschen nicht nur Brände und übernehmen Erste-Hilfe-Maßnahmen, sie kommen auch zum Einsatz, wenn der Verdacht oder Beweis dafür besteht, dass an einem Einsatzort gefährliche Chemikalien ausgetreten sind. Darüberhinaus wirst du auch bei Naturkatastrophen eingesetzt, zum Beispiel nach schweren Unwettern. Du räumst umgestürzte Bäume aus dem Weg und kümmerst dich um überflutete Gebäude. Auf Großveranstaltungen bist du teilweise mit dabei, um Sicherheitswachen auszuführen. Bist du gerade nicht im Einsatz, bist du für die Pflege und Wartung der Einsatzfahrzeuge, Löschgeräte, des Feuerwehrgebäudes und deiner Schutzkleidung verantwortlich. Egal was du gerade tust, dabei musst du stets einsatzbereit bleiben, denn jede Sekunde könnte ein neuer Einsatzbefehl reinkommen.

Inhalte der Ausbildung

Deine Ausbildung zum Brandmeisteranwärter gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Ausbildungsteil, sie kann daher zu den dualen Ausbildungen gezählt werden.

Schulische Ausbildungsinhalte

Die theoretischen Lerninhalte werden dir an einer Landesfeuerwehrschule vermittelt. Hier lernst du alle Grundlagen, die du als angehender Brandmeister brauchst. Während deiner Ausbildung machst du dich mit allen Feuerwehrgrundlagen vertraut, wie fachbezogenen Grundlagen, Fahrzeugkunde, Gerätekunde, Einsatzlehre und Staats- und Verwaltungskunde. Du setzt dich mit physikalischen Grundlagen wie Wärmelehre, Elektrizitätslehre und Mechanik auseinander, damit du verstehst, wie es zu Bränden kommen kann, welche Kräfte dabei wirken und wie du gegen offenes Feuer ankämpfen kannst. Ist der Brand durch brennendes Fett entstanden, möchtest du schließlich nicht mit Wasser löschen, denn dann kommt es zu einer Explosion. Wie genau Werkzeuge und Rettungsgeräte funktionieren, wird dir im Technikunterricht gezeigt. Um Einsätze planen und dokumentieren zu können, besuchst du den Deutschunterricht. Damit du dich auch in Sachen Strahlenschutz und Gefahrenstoffen auskennst, darf der Chemieunterricht auf deinem Stundenplan nicht fehlen. Da es in deinem Beruf durchaus mal gefährlich werden kann, setzt du dich auch mit rechtlichen Grundlagen des Feuerwehrdienstes, Beamtenrechts, Disziplinarrechts und Personalvertretungsrechts auseinander.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Die praktische Ausbildung erfolgt an Berufsfeuerwehren und Feuerwehrleitstellen sowie im Krankenhaus, denn neben der feuerwehrtechnischen Grundausbildung machst du außerdem eine Rettungssanitäterausbildung im Krankenhaus. Während deiner Zeit bei der Berufsfeuerwehr lernst du alle Geräte kennen, die du beim Einsatz brauchst. Hierzu zählen Atemschutzgeräte, Löschgeräte und Rettungsgeräte. Außerdem musst du dich bestens mit den Feuerwehrfahrzeugen auskennen und machst während der Ausbildung den Führerschein für die Klasse CE, um die Einsatzwagen fahren zu dürfen. Zu Beginn nimmst du an Einsatzübungen teil und machst dich mit der Löschwasserversorgung vertraut und schon bald bist du auf deinem ersten richtigen Einsatz mit dabei. Du lernst, worauf du bei der Einsatzplanung zu achten hast und welche Taktiken es dabei gibt. Außerdem bist du im vorbeugenden Brandschutz tätig und nimmst an Veranstaltungen Teil, die die Öffentlichkeit über Gefahren aufklären soll. So kann es sein, dass du einer Schulklasse vorführst, wie es im Haushalt zu einem Brand kommen kann, wie man dies vermeiden kann und worauf im Extremfall zu achten ist und was die Kinder in einer solchen Gefahrensituation zu tun haben. Schon während deiner Ausbildung ist der Beruf sehr facettenreich und du lernst ständig Neues dazu.

Ablauf der Ausbildung

Als Brandmeisteranwärter bist du im Beamtenverhältnis auf Widerruf und absolvierst den sogeannten Vorbereitungsdienst. Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate.

Wie gut passt der Beruf Brandmeisteranwärter zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Brandmeisteranwärter genau der richtige für dich.
Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit

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