Dazu erklärt der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Friedrich Hubert Esser: "Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden Folgen für die Wirtschaft werden sich auch auf das jetzt beginnende neue Ausbildungsjahr 2022/2023 auswirken. Hohe Energiepreise und die drohende Gasknappheit verstärken die Rezessionsgefahr und lassen befürchten, dass die Erholung auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr nicht in dem erhofften Ausmaß eintreten wird. Die mit der demographischen Entwicklung sowie dem veränderten Bildungsverhalten einhergehende Ausdünnung unserer Fachkräftebasis gefährdet bereits jetzt massiv das Erreichen der anspruchsvollen Ziele, die mit der Energiewende und der Digitalisierung verbunden sind. Wir müssen deshalb dafür Sorge tragen, dass wir die Liste der sogenannten Engpassberufe zügig eindampfen. Das Spektrum der Fachkräfte, die zunehmend fehlen, ist groß: vom Dachdecker bis zum Softwareentwickler. Daher muss der beruflichen Bildung jetzt unsere volle Aufmerksamkeit gehören. Es gilt, sie für Betriebe und für junge Menschen gleichermaßen attraktiver zu gestalten, denn der sich mittlerweile über die Jahre vollziehende Rückgang der Ausbildungsvertragszahlen muss endlich gestoppt werden. Sonst haben wir in naher Zukunft niemanden mehr, der Windkraftanlagen baut oder moderne Heizungs- und Solaranlagen installiert. Die Neuentwicklung und Modernisierung von Ausbildungsordnungen gehört deshalb nach wie vor zu den unerlässlichen Zukunftsaufgaben."

Zum Ausbildungsjahr 2022 treten am 1. August zwei neue und zwölf modernisierte Ausbildungs­ordnungen in Kraft:

Insgesamt können Jugendliche und junge Erwachsene nach Ende ihrer allgemeinbildenden Schulzeit dann aktuell aus einer Gesamtzahl von 327 anerkannten dualen Ausbildungsberufen auswählen. >> zum Berufslexikon von AUBI-plus

Wie anpassungs- und wandlungsfähig die duale Berufsausbildung in Deutschland ist, verdeutlicht auch die Anzahl von insgesamt 129 Ausbildungsordnungen, die das BIBB gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien, den Sozialpartnern und den Sachverständigen aus der betrieb­lichen Praxis seit 2012 überarbeitet und an die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen angepasst hat. Weitere Neuordnungsprojekte sind bereits in Arbeit. Hierzu gehören zum Beispiel die umwelttechnischen Berufe, der Glasapparatebauer/die Glasapparatebauerin, der/die Steuerfachangestellte, der Mediengestalter/die Mediengestalterin Digital und Print sowie der neue Ausbildungsberuf Gestalter/Gestalterin für immersive Medien.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/neue-berufe

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