Wie werde ich Wasserbauer?

Bevor du dich für eine Ausbildung zum Wasserbauer entscheidest, solltest du unbedingt überprüfen, ob du diese Voraussetzungen erfüllst:

  • Arbeitest du gern im Freien?
  • Bist du körperlich fit und packst gerne mit an?
  • Kannst du Verantwortung übernehmen?
  • Hast du Spaß an Mathe, Physik und Technik?
  • Arbeitest du gern im Team?
  • Bist du flexibel und würdest auch sehr früh oder sehr spät arbeiten?
  • Faszinieren dich Wasser, die Gezeiten und die Schifffahrt?

Dann solltest du nicht länger zögern und dich bewerben oder testen, welche Berufe sonst noch zu dir passen

Schulische Voraussetzung

Es ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Statistisch gesehen werden am häufigsten Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss zur Ausbildung zum Wasserbauer eingestellt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Wasserbauer?

Flüsse, Kanäle, Bäche, Seen und die Nord- und Ostseeküste – überall an deutschen Gewässern kommt es darauf an, dass Schiffe freie Fahrt haben, dass es nicht zu Hochwasserkatastrophen kommt und dass nachhaltig mit unserer Umwelt umgegangen wird. Für diese verantwortungsvollen Aufgaben braucht es gut ausgebildete Wasserbauer und Wasserbauerinnen!

Vorbeugender Hochwasserschutz

Damit es an den Küsten und Ufern nicht zu Hochwasser kommt, gibt es Deiche, Dämme, Rückhaltebecken und Schleusen. So eine Uferschutzanlage, die den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut aushalten muss, kann schon mal erhebliche Schäden davontragen. Sollte es dann zu Hochwasser kommen, kann sie die Wassermengen nicht mehr fernhalten und bricht ein. Damit es dazu erst gar nicht kommt, ist es deine Aufgabe, sie regelmäßig zu kontrollieren. Wenn du Schäden an der Bausubstanz feststellst, vermisst du die Ausmaße mit einem Nivelliergerät und protokollierst die Daten sehr genau, um anschließend im Büro den Materialbedarf, zum Beispiel an Sand und Pflastersteinen, zu berechnen. Nachdem die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, überprüfst du sie noch einmal und kannst dich nun mit der nächsten „Baustelle“ befassen.

Im und am Wasser

Wenn eine neue Ufertreppe oder Ufermauer gebaut werden soll, rückst du mit deinem Team mit Betonmischer, Bagger und auch schon mal mit der Planierraupe an. Bei der Inspektion einer Schleuse wird diese in der Regel trockengelegt, sodass du sie auf Schäden überprüfen kannst, es kann aber auch vorkommen, dass du vom Boot aus Messungen durchführst oder sogar in die Tauchausrüstung schlüpfen musst. Dafür benötigst du jedoch eine gesonderte Ausbildung.

Technik, Mathe und Physik

Du solltest dich darauf einstellen, als angehender Wasserbauer viel mit Zahlen zu hantieren. Um per Peilung die Wassertiefe zu kontrollieren, die Drucksonden im Schleusenboden zu warten, mit dem Nivelliergerät umzugehen, einen Kanalausbau zu planen und dafür Baumaterial zu berechnen, ist analytisches Denken und physikalisches Verständnis sehr wichtig. Aber nicht nur darauf kommt es an: Zum Küsten- und Uferschutz gehört es zum Beispiel auch, dass du Böschungen pflegst und Sträucher pflanzt, Uferschutzanlagen pflasterst und sogar kleinere Stahlbetonteile herstellst.

Inhalte der Ausbildung

Um dich für die vielseitigen Aufgaben des Wasserbauers vorzubereiten, findet deine Ausbildung an der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb, also als duale Ausbildung, statt.

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule vermittelt dir das theoretische Wissen, das du für deinen Beruf benötigst. Dazu gehören zum Beispiel die Schifffahrtszeichen und schifffahrtspolizeiliche Vorschriften, denn, um zum Beispiel Treibgut zu entfernen, musst du schon mal selbst ans Steuer eines Bootes oder kleinen Schiffes. Weil Küsten- und Ufergebiete oft Natur- oder Landschaftsschutzgebiete sind, setzt du dich mit den entsprechenden Richtlinien und Vorgaben auseinander und lernst auch die internationalen Umweltstandards kennen. Du wirst lernen, welche Boden- und Gesteinsarten es gibt und welche Deichtypen sowie Hochwasserschutzmaßnahmen in Deutschland angewendet werden. Einen großen Teil nehmen mathematische und physikalische Inhalte ein: Du setzt dich mit dem Klima, mit Flächen, Massen, Auftrieb und Maßstäben, mit Wasserdruck, Strömung und Belastung auseinander. Du lernst die verschiedenen Messverfahren, zum Beispiel Peilung, Ultraschall und Flügelmessung kennen und erfährst, wie du bei Baumaßnahmen technische Zeichnungen interpretierst und selbst erstellst.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Dein Ausbildungsbetrieb bietet dir parallel zur Berufsschule die praktische Anwendung der gelernten Inhalte. Du lernst dort die verschiedenen Baumaterialien, die an den Ufern und Küsten verwendet werden, kennen. Du wirst erfahren, wie man eine Wasserbaustelle einrichtet, wie Stahlbetonteile hergestellt werden, Schäden an Bauwerken festgestellt und dokumentiert werden, wie du eine Bauplanung unter wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten vornimmst und welche Maßnahmen des Küstenschutzes es gibt, zum Beispiel Dünen, Sandfangzäune, Pflanzungen, Wellenbrecher, Seebuhnen und Molen.

Wie gut passt der Beruf Wasserbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne aus der Reihe tanzen möchtest, ist der Beruf Wasserbauer genau der richtige für dich.

Wenn du nicht viel unterwegs sein möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Handwerkliches Geschick

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