Wie werde ich Metallbauer?

Den Idealtypen eines Bewerbers für die Ausbildung zum Metallbauer gibt es nicht. Allerdings solltest du einige Eigenschaften und Fähigkeiten schon mitbringen, damit dir die Arbeit leichter fällt und Spaß macht.

  • körperliche Fitness
  • Interesse an Mathe, Technik und Physik (gute Schulnoten in diesen Fächern schaden auch nicht!)
  • handwerkliches Geschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • selbstständiges Arbeiten
  • Begabung im Zeichnen
  • Teamfähigkeit

Teste doch mal in unserem Berufsscout, ob der Beruf des Metallbauers zu dir passt.

Schulabschluss

Es gibt zwar keine rechtlich festgelegte schulische Voraussetzung, in der Praxis stellen die Unternehmen jedoch überwiegend Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Metallbauer?

Als Metallbauer formst, biegst, presst, schweißt, und bohrst du Metalle, wie zum Beispiel Leichtmetalle oder auch Stahl und fertigst daraus Hallen, Brücken, Gebäude, Treppen, Türen, Fenster, Tore und auch Fahrzeuge. Du arbeitest in Werkstätten und Werkhallen von Handwerksbetrieben, wo du die Werkstoffe von Hand und maschinell bearbeitest.

Erfahre noch mehr über die verschiedenen Tätigkeiten des Metallbauers unter den drei Fachrichtungen dieses Berufs!

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildungsinhalte sind fachrichtungsübergreifend.

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule spielt eine wichtige Rolle in deiner Ausbildung, denn dort hast du die Möglichkeit, ein fundiertes Hintergrundwissen zu erlangen. Das ist sehr wichtig, denn du wirst im Betrieb mit Maschinen arbeiten, mit verschiedenen Werkstoffen zu tun haben und unterschiedliche Arbeitstechniken verwenden. Je mehr du in der Theorie schon weißt, desto einfacher wird dir die praktische Arbeit fallen. In Werken oder Technik lernst du, technische Zeichnungen auszuwerten und sie selbst anzufertigen. In Mathe vertiefst du deine Kenntnisse zur Berechnung von Flächen, Volumina, Massen und dem Bedarf an Material. Physikkenntnisse benötigst du, um elektrische Antriebe anzubringen und zu installieren.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb kannst du dann dein Wissen auf die Probe stellen. Hier wird dir gezeigt, wie einiges, was du aus der Theorie schon kennst, praktisch umgesetzt wird. Du lernst, technische Unterlagen zu lesen, die Metallbearbeitungstechniken Schweißen, Fügen und Spanen, erfährst wie man Arbeitsplätze an Baustellen einrichtet, wie Metall- und Stahlkonstruktionen hergestellt werden und wie du technische Sachverhalte richtig dokumentierst. Außerdem wirst du dich so schnell es geht im Kundenkontakt üben, denn dieser macht einen wichtigen Bestandteil deiner Arbeit aus. Nur, wenn du kompetent beraten kannst und Aufträge zuverlässig, sorgfältig und zügig erledigst, machst du einen guten Eindruck beim Kunden und wirst idealerweise weiterempfohlen.


Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Metallbauer wird in drei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

Fachrichtungen

Metallbauer der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau fertigen Metallkonstruktionen wie Rahmen, Karosserien und Fahrwerke und montieren sie zum fertigen Fahrzeug.

Was macht ein Metallbauer Fachrichtung Nutzfahrzeugbau?

Mähdrescher, Kühltransporter, LKW, PKW und Raupenfahrzeug – überall dort werden Metalle und Metalllegierungen zu Bauteilen gefertigt, die schließlich zusammen mit elektronischen, hydraulischen und pneumatischen Anlagen zum fahrtüchtigen Fahrzeug verbaut werden.

Schneiden, Schweißen, Schrauben

Natürlich bestehen Fahrzeuge nicht nur aus Metallen, sondern es werden auch Glas und Plexiglas, Holz, Textilien und Kunststoffe verarbeitet. Bevor es dazu kommt, erhältst du den Auftrag samt technischer Zeichnungen und Montagepläne. Nun planst du mit deinen Kollegen die einzelnen Arbeitsschritte. Dazu stellst du die verschiedenen Werkstoffe zusammen und bestückst die computergesteuerten Maschinen oder legst mittels handgeführter Werkzeuge selbst Hand an. Mit modernen Schneidemaschinen kannst du Metallplatten zum Beispiel per Brennschneiden oder Trennschleifen millimetergenau zurechtschneiden. Das ist wichtig, denn spätestens bei der Montage muss jedes Teil haargenau zum anderen passen, ohne dass du noch groß nachjustieren musst. Wenn du die Werkstoffe auf ihre richtige Größe zugeschnitten hast, werden sie durch Warm- oder Kaltformen auf Form gebracht. Abkanten, Biegen, Richten oder Pressen – du weißt genau, mit welchem Verfahren du arbeiten musst, um einen bestimmten Effekt zu erzielen. Schließlich fügst du die Einzelteile durch Schrauben, Nieten, Kleben oder Schweißen zusammen.

Hydraulik, Pneumatik, Elektrik

Wenn die Karosserie fertig vor dir steht, kannst du schonmal stolz auf dich sein. Doch damit ist es noch nicht getan, denn fahren lässt sich das Fahrzeug noch nicht. Es geht nun an die Elektrik, die Hydraulik (Antrieb durch Druckflüssigkeit) und Pneumatik (Antrieb durch Druckluft). Die Teile müssen zunächst montiert und anschließend installiert und in Betrieb genommen werden. Im Klartext heißt das zum Beispiel, dass das Antiblockiersystem eines LKWs, die Bremsanlage eines Baggers, die Hubeinrichtung für einen Gabelstapler oder die Kühlanlage für einen Kühltransporter eingebaut werden. Weil insbesondere die elektrotechnischen Einrichtungen, aber auch Einzelteile wie Filter, Bremsen oder Dichtungen sowie Lacke und Farben immer mal wieder eine Reparatur bzw. Erneuerung benötigen, bist du auch der Ansprechpartner, wenn es darum geht, gebrauchte Fahrzeuge in Schuss zu halten. Dazu unternimmst du auch Probefahrten und inspizierst die Fahrzeuge, führst Fehlersuchen durch und leitest die nötigen Reparaturmaßnahmen ein.

Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik planen und fertigen Konstruktionen aus Metall zu Brücken, Treppen, Fahrzeugen, Toren, Fenstern und so weiter.

Was macht ein Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik?

Am Anfang jedes Auftrags steht die Planung. Wenn du von deinem Auftraggeber eine technische Zeichnung bekommst, wertest du sie aus. Das heißt, dass du die Maße und Winkel entnimmst, um Material zu beschaffen und Zeit- und Kostenaufwand zu kalkulieren. Schließlich möchte der Kunde wissen, wann er mit dem fertigen Produkt rechnen kann und was es ihn kosten wird. Es kann auch vorkommen, dass du zum Kunden fährst, um Maße selbst zu ermitteln und Skizzen zu erstellen. Wenn dein Auftrag zum Beispiel lautet, dass ein elektrisches Tor in den Eingangsbereich zum Hof eines Stadthauses gebaut werden soll, fährst du dorthin, um die Abstände abzumessen und ggf. Einzelheiten mit dem Kunden zu besprechen.

Zurück in der Werkstatt geht es mit der Herstellung der Toranlage los. Nachdem du das nötige Material beschafft hast, kannst du beginnen den Rahmen und die Füllstäbe zuzuschneiden. Das ist Millimeter-Arbeit, denn schon bei kleinen Abweichungen passen die Teile nicht mehr aneinander. Mithilfe von Schraubzwingen fixierst du den fertig ausgerichteten Rahmen und verschweißt die Bauteile. Anschließend werden die Füllstäbe eingeschweißt. Schutzbrille nicht vergessen! In deinem Beruf wird Arbeitssicherheit ganz groß geschrieben. Zu allerletzt bearbeitest du die Oberflächen mit speziellen Beschichtungen, die das Metall gegen Korrosion schützen - das sind chemische Reaktionen zwischen der Oberfläche und Feuchtigkeit oder Sauerstoff. Um das Tor nun fertigzustellen, besorgst du Schrauben, Griffe und weitere Utensilien, die du zur Montage benötigst. Du verstaust alles im Wagen und fährst zurück zum Einsatzort. Da es sich um eine elektrische Toranlage handelt, installierst du auch den elektrischen Antrieb. Und- funktioniert alles reibungslos? Dann ist der Kunde zufrieden und du bist es auch.

Weiter geht’s zum nächsten Auftrag!

Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung fertigen meist Einzelstücke nach Kundenwunsch, zum Beispiel kunstvolle Geländer, Gartentore und dekorative Fenstergitter.

Was macht ein Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung?

Moderne Schmiedekunst

Alles beginnt mit dem Auftrag deines Kunden: Ein neues Gartentor soll her. Er hat genaue Vorstellungen darüber, wie es auszusehen hat. Vor Ort nimmst du Maß. Du besprichst mit deinem Kunden die Einzelheiten, machst ein Angebot und wartest ab, bis die Auftragsbestätigung bei dir eingeht. Nun kann es losgehen. Zunächst fertigst du die Schablonen an, mittels derer du die verschiedenen Werkstoffe, Metalle und Metalllegierungen zurechtschneidest. Dazu stehen dir spezielle Schneibrenner und Zuschnittmaschinen zur Verfügung. Nachdem die Rohlinge der einzelnen Bauteile fertig sind, müssen sie auf ihre gewünschte Form gebracht werden, zum Beispiel durch Stanzen, Bohren, Abkanten und Fräsen. Auch das Schmieden ist eine Umformtechnik, die man auch als Druckumformen bezeichnet. Entweder kalt oder warm werden Einzelstücke aus Metall mit Druck bearbeitet. Was früher noch mit Schmiedehammer und Amboss per Hand bearbeitet wurde, kann heute mittels industriellen Freiformschmiedens mit der Freiformschmiedepresse oder einem Gesenkschmiedehammer maschinell gemacht werden. Damit kannst du auch sehr große und schwere Einzelstücke verformen.

Montage und Übergabe

Wenn die teils erhitzten Metallteile abgekühlt sind, ist es an der Zeit, die Maße noch einmal zu überprüfen. Wenn sie mit den Vorgaben übereinstimmen, kannst du sie durch Nieten, Schweißen oder Schrauben miteinander verbinden und die Scharniere, Schlösser und die Türklinke für das Gartentor integrieren. Ist es voll funktionsfähig? Dann fehlt nur noch ein schicker Anstrich. Du lackierst die Oberflächen und behandelst sie mit einem speziellen Korrosionsschutzmittel, das das Tor in Zukunft vor Wind und Wetter schützen soll. Sollte es doch nach einigen Jahren zu Abnutzungserscheinungen kommen, hast du natürlich auch dafür eine Lösung parat: Mit dem Sandstrahler reinigst du die Oberfläche von Rost und Verschmutzungen und trägst anschließend eine neue Beschichtung auf.   


Wie gut passt der Beruf Metallbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Metallbauer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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