Wie werde ich Maßschneider?

Du bist begeistert von den Tätigkeiten eines Maßschneiders, aber noch unsicher, ob dieser Beruf wirklich zu dir passt? Dies sind die wichtigsten Eigenschaften, die du in die Ausbildung mitbringen solltest:

  • Interesse an Mode
  • Spaß an handwerklicher Arbeit
  • Fingerfertigkeit
  • unter Zeitdruck präzise arbeiten können
  • Stilbewusstsein
  • freundliches Auftreten
  • Kreativität

Wenn du wissen willst, welche Berufe sonst noch zu dir passen, mach doch mal den Test.

Schulabschluss

Es ist kein besonderer Schulabschluss vorgeschrieben. Ein guter Hauptschulabschluss und eine tolle Bewerbung können den Ausbildungsbetrieb bereits überzeugen. Du kannst dich allerdings auch mit einem Realschulabschluss oder der (Fach-)Hochschulreife bewerben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Maßschneider?

Das tapfere Schneiderlein war klüger als alle dachten und überlistete die Riesen mit seinen grandiosen Ideen. Ob auch du deine Kunden mit deinen maßgeschneiderten Kunstwerken begeistern kannst ?!

Mit Maßband oder Bodyscanner frisch ans Werk

Im Theater, beim Film oder in einer Maßschneiderei – überall braucht es die geschickten Hände eines Maßschneiders oder einer Maßschneiderin. Alles beginnt mit einer Idee. Die kommt vielleicht von einer Darstellerin im Theater oder von einem Kunden, der dein Geschäft betritt. Aus dieser Idee soll einmal ein tolles Kleid beziehungsweise ein Anzug oder ein anderes Kleidungsstück entstehen. Damit das gelingt, hörst du dir zunächst die Vorstellungen deines Kunden genau an und berätst ihn zur Umsetzung. Da du dich mit den verschiedenen Stoffen und Farben und in Stilfragen bestens auskennst, weißt du genau, mit welchen Tricks du bestimmte Körperregionen betonen oder andere kaschieren kannst. Auch Farbwirkungen und Verzierungen spielen hier eine wichtige Rolle. Gemeinsam mit dem Kunden stimmst du die Details ab und setzt dich gleich an einen ersten Entwurf und ein Schnittmuster, das du dem Kunden präsentierst. Er ist begeistert und nun kann es losgehen. Zuerst müssen alle Maße ermittelt werden. Dazu benutzt du ganz traditionell das Maßband oder immer häufiger im Einsatz ist auch der sogenannte Bodyscanner, mit dem du auf einmal alle relevanten Körpermaße ermitteln und direkt am PC auf die Muster übertragen kannst. Ist auch das erledigt, beginnt das eigentliche Handwerk. 

Krägen, Bünde, Ösen, Knöpfe und Pailletten

Die Stoffe und Farben hast du bereits mit dem Kunden abgestimmt. Die Schnittschablonen sind erstellt. Nun geht es los. Mit Schere, Nadel und Faden oder mit Nähmaschine machst du dich an die Arbeit und schneidest und nähst Teil für Teil, Lage für Lage. Eine erste Anprobe solltest du so früh wie möglich machen, denn dann ist noch Zeit für Korrekturen. Eventuell müssen Nähte wieder aufgetrennt, Taschen versetzt werden und so weiter. Das solltest du in deine Zeit- und Kostenkalkulation mit einberechnen. Du kannst nun nach und nach die einzelnen Schnittteile zusammenfügen, Ärmel, Krägen und Bünde einsetzen und das Futter einnähen. Mit der Overlockmaschine kannst du zum Beispiel bei feinen Stoffen den unteren Abschluss von Kleidern oder Schals sauber abtrennen. Schließlich bringst du das Zubehör an, wie zum Beispiel Knöpfe, Haken, Ösen, Pailletten oder Spitzen. Nun wird das fertige Kleidungsstück noch mit dem Bügelautomaten oder einem Handbügeleisen bearbeitet – fertig. Und es sitzt wie angegossen!

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule ist für deine theoretische Ausbildung zuständig. Sie bereitet dich auf die Praxis im Ausbildungsbetrieb vor. Du lernst hier bereits die unterschiedlichen Textilien kennen, zum Beispiel lernst du, Naturfasern von Chemiefasern und Fasermischungen zu unterscheiden. Du wirst dich mit Materialberechnungen beschäftigen sowie mit Entwurfsskizzen und der Anwendungssoftware, mit der du beispielsweise die ermittelten Maße auf das Schnittmuster übertragen kannst. Du setzt dich mit den Proportionen des menschlichen Körpers auseinander, beschäftigst dich mit Farbwirkungen und Farbharmonien, mit Modetypen und Stilkunde. Wenn Rüschen, Borten, Falten, Bänder und Passe im Moment noch Fremdwörter für dich sind, dann wird sich das in deiner Ausbildung bald ändern! Ganz wichtig ist auch die Qualitätskontrolle. Du lernst die verschiedenen Zuschneidefehler kennen und übst, diese zu korrigieren bzw. so wenig Fehler wie möglich zu machen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Die Arbeit im Ausbildungsbetrieb ergänzt deine Arbeit in der Berufsschule insofern, als dass du es hier direkt mit echten Kunden und echten Aufträgen zu tun hast. Natürlich kannst und musst du nicht von Anfang an ein ganzes Kleidungsstück selbst nähen. Zu Beginn lernst du einfache Näharbeiten. Du übst, mit Garnen, Zwirnen und Fäden umzugehen. Du lernst die unterschiedlichen Nähmaschinen, zum Beispiel die Doppelsteppstichmaschine und die Kettenstichmaschine, kennen. Außerdem wirst du unterschiedliche Nahtarten und Nahtführungen erproben. Wenn du deinen ersten Auftrag übernimmst, solltest du dich mit Entwurfsskizzen auskennen und wissen, wie man die Arbeitsabläufe eines gesamten Kleidungsstücks plant. Dabei unterstützt dich zu Anfang ein erfahrenerer Kollege oder dein Ausbilder. Du lernst auch, wie du Material und Kosten berechnest, um dem Kunden einen Kostenvoranschlag zu machen. Kundenberatung spielt eine große Rolle in deinem Beruf und du wirst sehen, wie leicht es dir fällt, nachdem du dich eingearbeitet hast.

Ablauf der Ausbildung

Wenn du dich für eine duale Ausbildung zum Maßschneider bzw. zur Maßschneiderin entscheidest, kannst du aus einem von zwei Schwerpunkten wählen:

  • Herrenbekleidung
  • Damenbekleidung 

Der Beruf des Maßschneiders unterscheidet sich vom Änderungsschneider insofern, als dass du Kleidungsstücke vom ersten Nadelstich bis zur fertigen Jacke, Hose, Weste, Bluse etc. fertigst, während der Änderungsschneider fertige Kleidungsstücke individuell anpasst.


Diese Berufe könnten dich auch interessieren


Polster- und Dekorationsnäher

13 freie Ausbildungsplätze

Polster- und Dekorationsnäher arbeiten in industriellen oder handwerklichen Raumausstatterbetrieben und in der Polstermöbelherstellung, wo sie per Hand oder mit automatisierten Maschinen Textilprodukte herstellen und die Produktionsprozesse überwachen.

Duale Ausbildung

Produktionsmechaniker Textil

14 freie Ausbildungsplätze

Produktionsmechaniker Textil bedienen Maschinen und Anlagen der Textilindustrie, um technische Textilien zu textilen Flächen zu verarbeiten. Diese werden z.B. im Fahrzeug- und Flugzeugbau, in der Sporttechnik, in der Architektur oder in der Landwirtschaft verwendet.

Duale Ausbildung

Produktveredler - Textil

16 freie Ausbildungsplätze

Produktveredler und Produktveredlerinnen geben Textilien den letzten Schliff. Sie mischen Farblösungen, Druckpasten und Beschichtungsmittel, um sie anschließend mithilfe von Veredlungsmaschinen auf die Textilien anzuwenden. Das erfordert Genauigkeit, Verantwortungsbewusstsein und technisches sowie chemisches Verständnis.

Nach oben