Wie werde ich Klempner?

Um eine Ausbildung zum Klempner zu beginnen, solltest du dir zunächst folgende Fragen stellen:

  • Bist du fit in Geometrie oder hast Lust darauf, es zu werden?
  • Hast du Lust darauf, computergesteuerte Maschinen kennenzulernen?
  • Kannst du dir etwas räumlich vorstellen?
  • Besitzt du handwerkliches Geschick?
  • Kannst du präzise und sorgfältig arbeiten?
  • Arbeitest du gerne im Team?
  • Hast du Spaß am Kundenkontakt?
  • Hast du mindestens einen Hauptschulabschluss oder wirst ihn bald bekommen?
Wenn du wissen willst, welche Berufe auch noch zu dir passen, mach doch mal den Test.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Klempner?

Schon vor mehreren hundert Jahren wurden die Dächer besonders bedeutungsvoller Bauwerke mit Metall verkleidet. Noch heute siehst du viele Kirchen, die zum Beispiel eine aufwendig gestaltete Turmhaube aus Kupferblech haben.

Das Klempnerhandwerk ist ein altes, traditionelles Handwerk, das sich der Zeit anpasst und sich immer wieder neu erfindet. Das altdeutsche Wort Klempern bedeutet übersetzt „Blech hämmern“. Es gibt noch heute viele andere Bezeichnungen des Klempners, zum Beispiel Spengler, Flaschner und Blechner, die sich auf unterschiedliche Tätigkeiten im Klempnerhandwerk beziehen. Ihnen allen gemeinsam ist die Bearbeitung und Verarbeitung von Metallen.

Biegetechniken, Falztechniken, Verformtechniken

Alles beginnt mit einem Auftrag, den deine Firma vom Architekten oder Bauherren bekommt. Die technischen Zeichnungen kommen schließlich bei dir an, denn du und dein Team nehmt nun die Planung für die gewünschte Dach-Blechverkleidung und Entwässerungsanlage in die Hand. Wenn ihr die Arbeitsschritte geplant habt, stimmt ihr sie noch einmal ab und schon kann es losgehen. Zunächst müssen die Materialien ausgewählt werden. Welche Dicke müssen die Blechverkleidungen haben?  Welche Dichtungs- und Dämmstoffe eignen sich am besten? Dann geht es in die Werkstatt. Die Stehfalztechnik ist heute eine sehr beliebte Technik beim Bedecken von Dächern und Fassaden. Die sogenannten Stehfalzscharen – also lange Blechteile mit vorbereiteten Kantungen – können so angebracht werden, dass relativ flache Dachneigungen möglich sind. Sie sind besonders gut zu verarbeiten und können gut an andere Baustoffen, zum Beispiel Holz, angepasst werden. Sie haben eine hohe Lebensdauer und müssen nicht gereinigt werden. Mit dem Profilomaten bereitest du die Scharen vor, die später auf einer Unterkonstruktion mit Befestigungselementen, sogenannten Haften, angebracht werden. Anschließend müssen die Scharen eingefalzt werden. Falzen ist eine Verbindungstechnik. Dabei werden an den Rändern der Scharen Kerben angebracht, sodass man sie ineinanderschieben kann. Durch Biegen der Bleche – auch Abkanten oder Umbördeln genannt – können sie ganz dicht miteinander verbunden werden und lassen kein Wasser mehr durch.

Handarbeit und Maschinenkraft

Als Klempner kennst du dich mit beidem aus. Häufig bedienst du computergesteuerte Maschinen, wie zum Beispiel die Abkantmaschine, die Schwenkbiegemaschine oder den Profilomaten. Aber auch mit der Kreissäge, der Schneidemaschine, der Biegezange und dem Lötkolben kennst du dich aus. Wenn du die benötigten Teile auf Maß zugeschnitten und gebogen hast, geht es zur Montage direkt auf die Baustelle. Dort formst du zum Beispiel den vorgefertigten Dachrinnenträger mit der Biegezange zurecht und bringst ihn an. Er hält nun die Dachrinne und wir per Löten mit ihr verbunden. Damit das Wasser schließlich nach unten ablaufen kann, ohne dass es die Hauswand herunterfließt, fehlt nur noch das Fallrohr. Kritisch beäugst du dein Werk und kontrollierst noch einmal alle Teile auf Dichtigkeit und Stabilität. Der Kunde ist zufrieden – du und dein Team könnt euer Arbeitsgerüst abbauen, die Werkzeuge einpacken und los geht’s zum nächsten Haus!

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule bereitet dich parallel zur Praxis im Ausbildungsbetrieb auf deine Tätigkeiten als Klempner vor. Du lernst hier nicht nur reine Theorie, sondern auch bereits einige handwerkliche Grundtechniken kennen. Mit handgeführten Werkzeugen fertigst du zunächst kleinere Bauelemente aus Kupfer, Zink, Aluminium und Edelstahl. Du lernst, technische Zeichnungen und Stücklisten richtig zu lesen, Arbeitspläne auszuwerten und selbst zu erstellen. Werkstücksbezogene Daten wie Maße, Toleranzen sowie unterschiedliche Umformverhalten (gestreckte Länge, Rückfederung, Biegewinkel und Biegeradius) sind bald für dich keine Fremdworte mehr. Du kannst dir bestimmt schon denken, dass Mathe, insbesondere Geometrie, einen wichtigen Teil deiner theoretischen Ausbildung ausmachen wird. Außerdem lernst du, die Material-, Lohn- und Werkzeugkosten zu ermitteln. Wenn du dich mit den handgeführten Werkzeugen fit fühlst, lernst du Grundwissen über die Bedienung von Maschinen, zum Beispiel welche Funktionen verschiedene Elemente haben, welche Kühlmittel, Schmiermittel und Hydraulikflüssigkeiten es gibt, wie Prüfprotokolle aussehen und wie man eine Schadensanalyse erstellt. Bevor du in deinem Betrieb hinaus aufs Dach klettern und dort mit Werkzeugen und Maschinen hantieren darfst, wirst du in der Berufsschule über alle Unfallverhütungsvorschriften aufgeklärt.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

In deinem Ausbildungsbetrieb wirst du auf einem ersten Rundgang durch das Materiallager alle verschiedenen Werkstoffe deines Betriebs kennenlernen. Dazu gehören Holz, Metalle und Kunststoffe. Du lernst unter Anleitung die verschiedenen Umform-, Biege- und Falztechniken, zum Beispiel Trennen, Kanten, Biegen und Runden. An den großen Maschinen erfährst du, welche Fertigungsverfahren es gibt, welche Verschleißerscheinungen auftreten können und wie du Betriebsmittel warten und reinigen musst. Die fertigen Bauteile müssen irgendwann miteinander verbunden werden. Dazu lernst du die Techniken Löten, Kaltnieten und Kleben kennen. Um schließlich alles zur Baustelle zu bringen, musst du wissen, wie die Teile am besten transportiert werden, ohne kaputt zu gehen. Auch eine Baustelle einzurichten und ein Arbeits- oder Schutzgerüst aufzubauen lernst du in der Ausbildung.

Ablauf der Ausbildung

Falls du dir unter dem Klempner jemanden vorgestellt hast, der Rohre verlegt und Sanitäranlagen installiert, hast du ihn vermutlich mit dem Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik verwechselt.

Die duale Ausbildung zum Klempner dauert 3,5 Jahre.

Wie gut passt der Beruf Klempner zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Klempner genau der richtige für dich.

Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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