Holzmechaniker bei der Arbeit ©Ahrens+Steinbach Projekte

Ausbildung
Holzmechaniker (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Holzmechaniker und Holzmechanikerinnen verarbeiten Holz zu Treppen, Fenstern, Türen, Rahmen, Leisten, Möbelstücken und Einbauküchen. Dazu steuern sie Produktionsanlagen, fügen Teile per Hand zusammen, behandeln Holzoberflächen oder montieren die Produkte direkt beim Kunden.

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Was macht ein Holzmechaniker ?

Was steht denn heute auf dem Plan? Eine neue Küchenserie? Ein Set lackierter Innentüren aus Kiefer?  Eine Wendeltreppe aus Eichenholz? Oder der Nachschub für die beliebte Regalserie aus Spanplatten und Eschenfurnieren? Wie auch der Auftrag lauten mag – du bist für jeden Fall gewappnet!

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Das sagte schon der alte Aristoteles. Und wenn man sich die Hartfaserplatten, das Schnittholz, die Furniere und die Holzschutzlasuren anschaut und daneben die fertige Anbauwand, versteht man genau, was er damit gemeint hat. Als Holzmechaniker bist du der Spezialist, wenn es darum geht, aus einfachen Dingen etwas Tolles zu zaubern. Nach Skizzen und Stücklisten wählst du die passenden Materialien aus dem Lager aus. Das Holz wurde hier bereits gepresst und getrocknet. Mit einem speziellen Messgerät überprüfst du, ob es die passende Restfeuchte erreicht hat. Wenn ja, kann es mit der Verarbeitung losgehen.

Nützliche Maschinen

Zum Glück muss der Holzmechaniker heute nicht alles per Hand machen. Es gibt viele nützliche Maschinen, die ihm die Arbeit erleichtern, zum Beispiel die Sperrholzsäge oder die Hobelmaschine. Die Holzteile, die du verarbeiten möchtest, werden zunächst in die Maschine eingelegt. Dann stellst du die gewünschten Maße ein, auf die das Holz zurechtgesägt werden soll oder den Durchmesser der Löcher, die gebohrt werden sollen. Nachdem das Holz seine gewünschte Form erreicht hat, bearbeitest du die Oberflächen durch Fräsen, Schleifen, Beizen, Heißwachsen, Ölen, Imprägnieren oder Lackieren. Auch dabei unterstützen dich zum Teil Maschinen. Solche Maschinen müssen selbstverständlich gepflegt und gewartet werden, damit sie auch weiterhin zuverlässig arbeiten. Dazu füllst du Hydraulikflüssigkeiten nach, entfernst die angefallenen Späne und säuberst die Maschinen von Staub.

Selbst ist die Frau oder der Mann

Obwohl dir die Maschinen und Anlagen einen großen Teil der Arbeit abnehmen können, muss Vieles noch per Hand erledigt werden. Einzelne Holzteile fügst du mit Nägeln (zum Beispiel mithilfe der Druckluft-Nagelpistole), Klammern, Schrauben, Dübeln oder Leim zusammen. Dabei musst du dich unbedingt ganz genau an den Bauplan halten. Zum Schluss werden noch Scharniere, Federn, Beschläge oder Sockel angebracht – je nachdem, was du gerade produzierst. Fertig ist das Fenster, die Tür, der Bettkasten, die Küchenzeile, der Stuhl oder das Regal! Nun kann es verpackt, gekennzeichnet und ins Lager transportiert werden.

In der Fachrichtung „Montieren von Innenausbauten und Bauelementen“ bist du der- oder diejenige, die für den Aufbau beim Kunden zuständig ist. Hier hast du es nicht nur mit Holz zu tun, sondern auch mit elektrischen Einrichtungen, zum Beispiel einem Herd, Backofen oder einem integrierten Kaffee-Vollautomaten in der Küche. Auch Wasserarmaturen richtest du ein und legst Anschlüsse zu Wasser- und Abwasserleitungen. Ist der Kunde am Ende des Tages glücklich und zufrieden, bist du es auch!

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Weil noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, wirst du in der Berufsschule auf die Praxis im Unternehmen theoretisch vorbereitet. Du lernst die Eigenschaften der vielen verschiedenen Holzarten kennen. Wusstest du, dass es über 400 Holzarten auf der Welt gibt? Keine Angst, die musst du nicht alle kennen! In Physik lernst du wichtige Grundlagen der Pneumatik, Hydraulik, Elektrik und Elektronik, denn diese benötigst du, um die Maschinen und Anlagen zu verstehen, zu programmieren und zu bedienen. Mathematik hilft dir dabei, den Materialbedarf und die Materialkosten zu berechnen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Damit die theoretischen Inhalte der Berufsschule nicht leer im Raum stehen bleiben, erfährst du im Ausbildungsbetrieb parallel dazu, was du zum Beispiel mit den Gesetzen der Pneumatik und Elektronik anfangen kannst. Dort zeigt dir dein Ausbildungsleiter, wie du die verschiedenen Steuer- und Regelungseinrichtungen bedienst und überwachst, um das Holz zu verarbeiten, so wie es der Auftrag vorgibt. Du lernst unterschiedliche maschinelle Bearbeitungstechniken kennen, zum Beispiel Sägen, Hobeln, Bohren, Fräsen und Schleifen. Außerdem wird dir gezeigt, wie du mit Lacken, Ölen und Lasuren die Oberfläche von Holz behandelst. In der Fachrichtung „Montieren von Innenausbauten und Bauelementen“ erfährst du außerdem, was beim Kundenkontakt zu beachten ist.

Besonderheiten


Die duale Ausbildung zum Holzmechaniker wird in drei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:
  • Herstellen von Bauelementen, Holzpackmitteln und Rahmen
  • Herstellen von Möbeln und Innenausbauteilen
  • Montieren von Innenausbauten und Bauelementen
In der Regel triffst du bereits bei der Wahl deines Ausbildungsbetriebs eine Entscheidung darüber, welche Fachrichtung du erlernen möchtest. Nicht jeder Betrieb bietet alle Fachrichtungen an.

Zusätzlich zu der regulären Ausbildung kannst du parallel noch eine Zusatzqualifikation erwerben, nämlich die Zusatzqualifikation „Computergestütztes Konstruieren und numerisch gesteuerte Fertigungstechnik“. Sie ist nicht verpflichtend und wird in der Abschlussprüfung zusätzlich geprüft, wenn du dich dafür entscheidest.


Wie werde ich Holzmechaniker ?


Es gibt natürlich nicht den einen perfekten Holzmechaniker oder die eine perfekte Holzmechanikerin, doch ein paar bestimmte Eigenschaften werden dir auf jeden Fall für deine Ausbildung nützlich sein:
  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Keine Abneigung gegen Staub und Maschinenlärm
  • Spaß am Kundenkontakt
  • Teamfähigkeit
Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout, um zu erfahren, ob der Beruf des Holzmechanikers tatsächlich zu dir passt.

Darüber hinaus ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss Voraussetzung für eine Ausbildung zum Holzmechaniker.


Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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