Wie werde ich Vermessungstechniker?

Als angehender Vermessungstechniker solltest du folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Zeichnerisches Talent
  • Sorgfalt
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Gewissenhaftigkeit
  • Gute körperliche Konstitution
  • Trittsicherheit
  • Wetterfestigkeit

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Schulische Voraussetzung

Du solltest mindestens einen Realschulabschluss haben, vorzugsweise sogar die Hochschulreife.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 1045 EUR

Was macht ein Vermessungstechniker?

Ein grober Fehler? Deine Ausbildung zum Vermessungstechniker ist sicherlich keiner, doch die Ausrucksweise kommt genau aus dem Bereich. Denn ein grober Fehler bezeichnet in den Naturwissenschaften bzw. in der Vermesstechnik einen Messfehler, der aus Versehen oder durch äußere Einflüsse zu fehlerhaften Messergebnissen führt. Das wusstest du bereits? Dann bist du schon ein kleiner Profi!

Höhe x Länge x Breite

Egal ob beim Möbelkauf oder bei den Abmessung für das Weihnachtspaket, auch im Alltag spielen Maße bei vielen Dingen eine große Rolle. Für dich als Vermessungstechniker ist Maß nehmen dein Beruf und du machst es leidenschaftlich gern. Wenn ein Gelände vermessen werden muss, um dort Bahnschienen legen zu können oder ein Bauvorhaben umzusetzen, bist du da. Je nach Fachrichtung vermisst du sogar ganze Berge und Rohstoffvorkommen. Man könnte also sagen, du vermisst die Welt. Hierzu bist du viel an der frischen Luft unterwegs und solltest daher wetterfest sein.

Sammeln und Auswerten der Messdaten

Um die Messdaten zu gewinnen, geht es raus an den jeweiligen Einsatzort. Mit speziellen Hilfsmitteln, z.B. Instrumenten zur Richtungs-, Höhen- oder Winkelmessung, führst du technische Ver­messungen im Gelände durch, bei denen du die genaue Lage, Neigung und Höhe der Flächen berechnest und protokollierst diese. Im Büro wertest du deine gesammelten Daten aus. Diese Daten bilden später die Grundlage für amtliche Geobasisinformationssysteme, Liegenschaftskataster und Planungsunterlagen für Bauvorhaben, denn anhand deiner Daten erstellst oder aktualisierst du Karten und Pläne am Computer. Bei großräumigen Vermessungen ergänzt du deine Unterlagen gelegentlich auch durch Luftbilder, die du durch den Einsatz einer Drohne gewonnen hast.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Ausbildung zum Vermessungstechniker erfolgt dual, d.h. du wirst im Betrieb und in der Berufsschule ausgebildet. Du besuchst zum Beispiel den Matheunterricht, um Flächen- und Höhenberechnungen fehlerfrei durchführen zu können und in Erdkunde lernst du, Koordinatensysteme zu verstehen und Luftbilder zu interpretieren. Viele der Ausbildungsinhalte der beiden Fachrichtungen überschneiden sich, doch der Fokus kann unterschiedlich sein, da du in der Fachrichtung Bergvermessung nicht nur Gelände ausmisst, sondern dich auch mit Rohstoffvorkommen und Co. beschäftigst.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Betrieb setzt du dich mit den Themen Geoinformationstechnologie, Informations- und Kommunikationssysteme und Auftragsabwicklung in praktischer Form auseinander. Du lernst, wie du Lage- und Höhenvermessungen durchführst und Messinstrumente und vermessungstechnische Methoden und Erhebungsverfahren anwendest. Außerdem wird dir beigebracht, wie du die erhobenen Geodaten erfasst und bearbeitest, indem du sie zum Beispiel mit speziellen Programmen visualisierst.  Du führst Aufträge kundenorientiert und unter Berücksichtigung der spezifischen Rechts- und Verwaltungsvorschriften aus und wendest Informations- und Kommunikationstechniken sowie naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen der Geoinformationstechnologie an.  Außerdem lernst du, wie du die Grundlagen der Bodenschätzung unterscheidest und wie Erhebungsdaten für die Übernahme in das Liegenschaftskataster zu qualifizieren sind.

Ablauf der Ausbildung

Der Ausbildungsberuf wird in zwei Fachrichtungen angeboten:

Fachrichtungen

Vermessungstechniker der Fachrichtung Vermessung führen Lage- und Höhenvermessungen im Gelände durch. Sie werten Messdaten aus und erstellen Pläne, Karten und Kataster.

Was macht ein Vermessungstechniker Fachrichtung Vermessung?

Gelände vermessen

Bevor auf einem bisher unbebauten Gelände ein neues Einkaufscenter oder Rathaus gebaut werden kann, muss das Gelände vermessen werden und genau das zählt zu deinen Aufgaben als Vermessungstechniker. Mithilfe spezieller Instrumente misst du vor Ort die genaue Länge, Höhe und Neigung der Flächen aus und vermisst beispielsweise auch den Grenzverlauf des Grundstücks. Die durch diese Messung entstehenden Daten nennt man Geodaten.

Erweitern und Erneuern

Bei deinen Vermessungen musst du nicht immer bei null anfangen, denn viele Grundstücke sind bereits schon einmal vermessen worden und es gibt Pläne, Karten oder Kataster, auf denen sie eingetragen sind. Ist dies der Fall, überprüfst du vor Ort, ob die Daten auf den dir vorliegenden Plänen noch stimmen und erstellst ggf. neue Karten am PC. Liegt noch nichts dergleichen vor, bist du der Erste, der das Grundstück vermessen darf.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Ausbildung zum Vermessungstechniker der Fachrichtung Vermessung erfolgt dual. Du bist also nicht nur vom ersten Ausbildungstag an im Betrieb unterwegs, sondern besuchst auch regelmäßig die Berufsschule. Wie führt man Flächen- und Höhenberechnungen durch? Wie liest man Koordinatensysteme? Wie fertigt man Bebauungs- und Grundstückspläne an? Wie erstellt man technische Zeichnungen? Diese und viele weitere Fragen kannst du dank des Berufsschulunterrichts schon bald beantworten.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Neben der Theorie, spielt in deiner Ausbildung natürlich auch die Praxis eine große Rolle. Welche vermessungstechnischen Methoden und Geräte du anwendest und wie du Geodaten gewinnst, wird dir im Betrieb beigebracht. Hierzu geht es des Öfteren raus in die freie Natur, daher solltest du kein Problem damit haben, bei Wind und Wetter draußen zu sein. Du lernst, wie du Geodaten gewinnst und später im Büro auswertest und visualisierst. Natürlich setzt du dich auch mit Bauordnungs- und planungsrechtliche Gesetze und Vorschriften auseinander und weißt genau, wie du diese anwendest und einhältst und wie du bauordnungsrechtliche Unterlagen vorbereitest.

Vermessungstechniker der Fachrichtung Bergvermessung erfassen Geodaten für den Bergbau. Hierzu vermessen sie Rohstofflagerstätten und visualisieren die gewonnen Geodaten in Form von Karten und Plänen.

Was macht ein Vermessungstechniker Fachrichtung Bergvermessung?

Der Berg ruft

 Als Vermessungstechniker der Fachrichtung Bergvermessung bist du viel unterwegs, denn es ist deine Aufgabe, Geodaten für den Bergbau zu gewinnen. Hierzu arbeitest du nicht nur über, sondern auch unter Tage! Ein Helm mit Lampe gehört also zu deiner Standardausrüstung mit dazu.

Geodaten ermitteln

 Für den Abbau von Rohstoffen ist es zunächst einmal wichtig, genau über das jeweilige Rohstoffvorkommen und die Gesteinsbeschaffenheit Bescheid zu wissen und genau hier kommst du ins Spiel. Damit du Grubenkarten erarbeiten oder neue Lagerstätten planen kannst, musst du zunächst einen genauen Plan über deinen Einsatzort erstellen, damit dort später beispielsweise Salz, Kohle oder Gips abgebaut werden kann. Hierzu misst du zum Beispiel Länge, Neigung und Höhe einer Grube oder eines Abbaugeländes, führst Boden- und Gebirgsbewegungsmessungen durch und benutzt elektronische, mechanische oder optische Instrumente  zur Richtungs-, Höhen- oder Winkelmessung. 

Auswertung und Planerstellung

Hast du die nötigen Geodaten gewonnen, wertest du die Ergebnisse aus. Mithilfe spezieller Software überträgst du die Informationen in Pläne und fertigst grafische Darstellungen wie Quer- und Längsschnitte, Karten, Register sowie bergmännische Risswerke an.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Ausbildung zum Vermessungstechniker der Fachrichtung Bergvermessung ist eine duale Ausbildung. Du wirst also sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis ausgebildet. Die theoretischen Grundlagen lernst du in der Berufsschule kennen. In Fächern wie Mathe, Erdkunde und Physik wird dir beigebracht, Koordinatensysteme zu verstehen und Luftbilder zu interpretieren, Flächen- und Höhenberechnungen durchzuführen und technische Zeichnungen anzufertigen und zu lesen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

 Die gelernte Theorie kannst du im Ausbildungsbetrieb in die Praxis umsetzen. Dein Ausbilder wird dir zeigen, wie du vermessungstechnische Geräte und Methoden anwendest und unterscheidest und wie du Geodaten auf Aktualität, Genauigkeit, Korrektheit, Vollständigkeit und Plausibilität überprüfst. Du wirst lernen, Geodaten in Plänen, Karten und Datenmodellen darzustellen. Hierzu lernst du die im Betrieb verwendeten Geoinformationssysteme genau kennen. Du wirst lernen, das sogenannte bergmännische Risswerk – also die Gesamtheit der Karten, Plänen und Darstellung für bergbauliche Zwecke – nach Form und Inhalt zu unterschieden. Außerdem setzt du  dich genau mit den Maschinen des Bergbaubetriebs auseinander und den relevanten Sicherheitsmaßnahmen, denn besonders unter Tage ist Vorsicht geboten.

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