Wie werde ich Schornsteinfeger?

Du hast …

  • keine Angst vor luftigen Höhen?
  • Spaß an Physik und Technik?
  • handwerkliches Geschick?
  • Lust darauf, jeden Tag an einem anderen Ort zu arbeiten?
  • Spaß am Kundenkontakt? 

… und verfügst (bald) über einen Hauptschulabschluss oder einen Realschulabschluss?

Dann nichts wie ran an die Bewerbung zum Schornsteinfeger.

Wenn du wissen möchtest, welche Berufe sonst noch zu dir passen, mach doch mal den Test.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 710 EUR

Was macht ein Schornsteinfeger?

Der Schornsteinfeger heißt natürlich so, weil er Schornsteine fegt. Aber das ist heutzutage gar nicht mehr so einfach, wie sich das anhört und längst nicht alles, was ein Schornsteinfeger tut.

Altes Handwerk – neue Technik

Wenn du morgens in deine Firma kommst, hält dein Chef schon die Aufträge für den Tag in der Hand. Du informierst dich darüber, wo es hingehen soll, was ansteht und weißt direkt, welche Werkzeuge und Messgeräte du ins Auto einladen musst. Kehrbesen, Kehrleine, Rauchgasthermometer, Druckprüfgerät und die ganzen Auswertungstabellen, Kaminbelegungspläne und Dokumentationsbögen – so etwas gab es vor ein paar hundert Jahren sicher noch nicht. All diese Dinge erleichtern dir heute die Arbeit, erfordern jedoch auch ein enormes Wissen über zulässige Schadstoffkonzentrationen, Umweltschutz und Energieeffizienz, Verbrennungsvorgänge und verschiedenen physikalische Größen, die damit zusammenhängen. Handwerklich begabt solltest du zwar sein, um mit dem Kehrbesen umgehen zu können, doch das ist natürlich längst nicht alles. Wenn du in einem Haushalt die Ölheizung kontrollierst, misst du zum Beispiel die Stickstoffoxid-Emission – also die Abgabe von Stickstoffoxid. Sie darf den Höchstwert von 190-250mg pro m³ Abgas nicht überschreiten. Die zulässige Menge an Ruß wird in einer Rußzahl angegeben. Sie darf den Wert 1 nicht überschreiten. Das kannst du mithilfe eines Filterpapiers anhand der Einfärbung messen. Je weißer, umso besser! Mit einer speziellen Schornsteinkamera kannst du das Rauchrohr sogar von innen auf Verunreinigungen inspizieren. Entweder reinigst du es von unten mit dem Kehrbesen oder musst sogar aufs Dach, um von oben eine Kehrleine mit Gewicht in das Rohr einzulassen. Hier ist deine Geschicklichkeit und Genauigkeit gefragt.

Schornsteinfeger bringen Glück!

Diesen Spruch gibt es wohl schon so lange wie das Handwerk alt ist. Aber woher kommt er eigentlich? Er hat mit der bedeutsamen Arbeit zu tun, die du als Schornsteinfeger verrichtest. Der Kamin oder Ofen hatte schon immer eine ganz wichtige Bedeutung im Haus. Nicht nur spendet er Wärme, sondern wurde damals auch das Essen damit zubereitet. Wenn ein Kamin verstopft war oder sich so viel Ruß angestaut hatte, dass die Gefahr bestand, dass sich ein Feuer entzündete, war das eine Katastrophe. Wie gut, dass es den Schornsteinfeger gibt, der die Familien vor diesem Unheil bewahrt.

Heute ist es immer noch die Aufgabe eines Schornsteinfegers, Verunreinigungen durch Ruß frühzeitig zu erkennen und mit einem Kratzhammer oder Kehrbesen zu beseitigen, um Rußbrände zu vermeiden. Außerdem trägst du einen erheblichen Teil zur Schutz der Umwelt bei, indem du Feuerungs- und Lüftungsanlagen regelmäßig auf Schadstoffe, zum Beispiel Kohlenmonoxid und Staubpartikel, überprüfst, die du dann im Prüfprotokoll genau festhältst und gegebenenfalls Umrüstungen veranlasst.  Aber nicht nur das – für deine Kunden bist du ein wahrer Segen, denn du informierst sie auch darüber, wie sie Energie einsparen können. Da du regelmäßig die Heizung kontrollierst, Messdaten erhebst und alles dokumentierst, hast du einen genauen Überblick über den Energiehaushalt eines Hauses und siehst, an welcher Stelle zu viel Energie verloren geht. Du kannst dich durch Fortbildungsmaßnahmen zum Energieberater weiterbilden und Energieausweise für Gebäude ausstellen. Der Kundenkontakt spielt in deinem Beruf in jedem Fall eine wichtige Rolle. 

Inhalte der Ausbildung

Beim Schornsteinfeger handelt es sich um eine duale Ausbildung, die auf drei Jahre ausgelegt ist.

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine Zeit in der Berufsschule beschränkt sich auf ein oder zwei Tage in der Woche oder findet in Form von Blockunterricht statt. Die Berufsschule ist ebenso wichtig wie die Ausbildung im Betrieb, denn du bekommst hier die theoretischen Inhalte deines Berufs mit auf den Weg. Das ist zum Beispiel physikalisches Wissen, das du benötigst, um Messwerte erheben und analysieren zu können, um Verbrennungsvorgänge und die Entstehung verschiedener Rußarten zu verstehen, um Schadstoffkonzentrationen sowie Abgastemperaturen, Sauerstoffgehalte im Abgas und Verbrennungslufttemperaturen zu berechnen. Dafür ist übrigens auch Mathe wichtig – das konntest du dir sicher schon denken. Neben diesen naturwissenschaftlichen Details benötigst du natürlich auch das technische Know-how, um mit den Messgeräten und der entsprechenden Software umgehen zu können. Auch in Sachen Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung wirst du ausgebildet. Das gehört einfach zu deinem Beruf dazu. Dass da neben dem Schornstein auch der Kopf schon mal ganz schön ins Rauchen kommt, ist verständlich.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Das Gute an einer dualen Ausbildung ist, dass du die theoretischen Inhalte direkt in deinem Ausbildungsbetrieb in die Praxis umsetzen kannst. Du bist von Anfang an bei Aufträgen dabei und darfst zunächst deinem Ausbilder über die Schulter schauen, bis du nach und nach selbst aktiv werden kannst. Gerade die Kundenberatung zum Brandschutz, zur Energieeffizienz und zu Bau- und Sanierungsmaßnahmen will natürlich gelernt sein. Du erfährst, wie du Angebote einholst, analysierst und passend für den Kunden aufbereitest. Du lernst, wie du Messungen an Feuerungs- und Lüftungsanlagen durchführst und wie du alles haargenau dokumentierst. Du lernst, technische Unterlagen auszuwerten und deine Aufträge unter zeitlichen und wirtschaftlichen Aspekten zu planen. Bis du selbstständig als Bezirksschornsteinfeger umherfährst, dauert es natürlich noch – aber es ist ja wie man so schön sagt auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Hilfreiche Fähigkeiten
  • Technisches Verständnis
  • Analytisches Denken

Wie gut passt der Beruf Schornsteinfeger zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Schornsteinfeger genau der richtige für dich.
Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

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