Ein Turbinen-Triebwerk ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Fluggerätelektroniker (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Mittelschulabschluss (Deutschland)
Ausbildungsdauer
3,5 Jahr(e)

Fluggeräteelektroniker sind für die Elektronik in Flugzeugen und Hubschraubern zuständig. Sie installieren elektrische und elektronische Komponenten und führen engmaschige Inspektionen durch, um die Sicherheit der Luftfahrzeuge zu gewährleisten.

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Was macht ein Fluggerätelektroniker ?

In der Luft- und Raumfahrtindustrie wimmelt es von elektronischen Systemen, die eingebaut, installiert, inspiziert und gewartet werden wollen. Damit Navigationssysteme, Autopiloten, die Cockpitbeleuchtung, Steuerungsinstrumente, die Sitzelektronik, sämtliche Sensoren, Internetantennen, Flugüberwachungssysteme und Kommunikationssysteme an Bord einwandfrei funktionieren, kontrollieren ausgebildete Fachkräfte – die Fluggeräteelektroniker und -elektronikerinnen – in geregelten Abständen die Anschlüsse, Bordbatterien und Steckverbindungen. Als Fluggeräteelektroniker trägst du wesentlich zur Sicherheit dieser Maschinen bei und hast damit nicht nur eine große Verantwortung, sondern auch einen spannenden und vielseitigen Job.

Zusammenbauen, Einbauen, Installieren

Passagierflugzeuge, Kampfjets, Hubschrauber, Großraumtransporter oder Segelflugzeuge – sie alle könnten im Laufe deiner Karriere unter deine Fittiche geraten, je nachdem, in welchem Betrieb du arbeitest. Nicht selten passiert es also, dass du in den Himmel schaust und beim Anblick eines Passagierflugzeugs sagen kannst „Da habe ich gerade einen neuen Autopiloten installiert!“. Autopilot – das ist in deiner Sprache das Flight Management System – und bezeichnet die automatische Steuerungsanlage im Flugzeug. Englische Begriffe sind keine Seltenheit in deinem Beruf. Daran solltest du dich schon einmal gewöhnen. Das Flight Control System ist dazu da, Flugparameter, wie zum Beispiel Höhe, Geschwindigkeit, Entfernungen usw. zu messen und gefährliche Abweichungen zu melden. Du kannst dir also vorstellen wie wichtig es ist, dass die Elektronik zu jeder Zeit intakt ist. Das Herzstück der Flugzeugelektronik ist die Rechnerzentrale, in der bis zu drei parallel arbeitende Rechnersysteme laufen. Für den Fall eines Ausfalls stehen also noch zwei weitere Rechner zu Verfügung. Den Strom bezieht das Flugzeug über Bordbatterien. Um die vielen verschiedenen elektronischen Komponenten in den Stromkreislauf einzuspeisen, müssen Datenleitungen, Signalleitungen und Steuerleitungen verlegt und verbunden werden.

Inspektion

Die Flugzeugelektronik muss in regelmäßigen Abständen inspiziert werden. Damit kein einziges Gerät, keine Steckverbindung und kein System übersehen wird, arbeitest du Schritt für Schritt detaillierte Checklisten ab. Du führst unterschiedliche Tests durch und bestätigt jede einzelne Funktion auf der Liste. Bei diesen Tests arbeitest du mit Multifunktionsmessgeräten, die Signale und Signalstärken prüfen, um die exakte Funktionstüchtigkeit aller vorhanden Geräte festzustellen. Bei Störungen oder Defekten zögerst du nicht lange: Die erforderlichen Werkzeuge sind schnell zur Hand, Ersatzteile werden zügig beschafft und die defekten Teile ausgetauscht und neu installiert. Die Reparaturzeit gibst du unverzüglich an den Tower weiter, von dem aus eine Verspätung gemeldet oder ein Flugzeugwechsel organisiert werden kann. Da du manchmal zwischen zwei Flügen eine Inspektion oder Reparatur durchführen musst, hast du gelernt, auch unter Zeitdruck mit größter Genauigkeit und Sorgfalt zu arbeiten. Jeder Handgriff wird in einem Logbuch notiert, was immer an Bord ist, damit gegebenenfalls das Bordpersonal die Schritte nachvollziehen kann.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Um Physik wirst du in deiner Ausbildung nicht herumkommen. Was du aus der Schule noch weißt, wird dir sicherlich zugutekommen, doch vor allem lernst du in der Berufsschule die berufsbezogenen Inhalte, also alles, was du benötigst, um die Funktionen der Bordgeräte zu verstehen und wie sie sich auf das Flugverhalten auswirken. Die Wissenschaft der elektronischen Fluggeräte nennt man Avionik. Sie beinhaltet neben Elektronik, Elektrotechnik und Elektrik auch Informatik, insbesondere Steuer- und Regelungstechnik, aber auch Übertragungstechnik und Antriebstechnik. Um die vielen Fachbegriffe in diesen Bereichen zu verstehen und richtig aussprechen zu können, hilft dir berufsbezogener Englischunterricht.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Du lernst in deinem Ausbildungsbetrieb, wie du Materialien und Bauteile beschaffst und anschließend verwendest. Zu Beginn eines neuen Auftrags steht die technische Zeichnung. Du lernst, wie du diese auswertest und Skizzen anfertigst, um einzelne Arbeitsschritte sorgfältig zu planen. Von erfahreneren Mitarbeitern lernst du, wie man elektrische Anlagen einrichtet und in Betrieb nimmt. Du erfährst, wie du Steckverbindungen erstellst, Zugentlastungen baust und Inspektionen an elektronischen Systemen durchführst. Dazu benötigst du auch Kenntnisse darüber, wie Fehler dokumentiert und behoben werden. Zu Beginn wirst du noch häufig deinem Ausbildungsleiter über die Schulter schauen, doch mehr und mehr bekommst du eigene Aufträge, die du selbstständig erledigen darfst. 

Besonderheiten


Je nach Ausbildungsbetrieb machst du deine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Fluggeräteelektroniker in einem von verschiedenen Einsatzgebieten. Somit kannst du dich beispielsweise auf Flugzeuge mit Turbinentriebwerk oder mit Kolbentriebwerk spezialisieren.


Während deiner Ausbildung erwirbst du die sogenannte CAT A-Lizenz, die dich zur technischen "Freigabe" eines Fluggeräts, also eines Flugzeugs oder Hubschraubers, berechtigt.

Wie werde ich Fluggerätelektroniker ?


Um die Ausbildung zum Fluggeräteelektroniker oder zur Fluggeräteelektronikerin erfolgreich zu absolvieren, helfen dir diese Eigenschaften und Interessen:
  • technisches Verständnis
  • gute Noten in Mathe und Physik
  • Teamgeist
  • die Fähigkeit, gründlich zu arbeiten (auch unter Zeitdruck)
  • Verantwortungsbewusstsein
  • handwerkliches Geschick
  • die Bereitschaft, ggf. im Schichtdienst zu arbeiten 
Wenn du wissen willst, ob du tatsächlich für diesen Beruf geeignet bist, befrage doch mal den Berufsscout.

Schulische Voraussetzung

Eine rechtliche Vorschrift gibt es hier nicht. Die meisten Auszubildenden zum Fluggeräteelektroniker verfügen über einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss o.Ä.).

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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