Apotheker versorgen die Bevölkerung mit wichtigen Arzneimitteln ©Kapa65 | Pixabay Public Domain

Apotheker (m/w/d)
Ausbildung und Weg in den Beruf

Apotheker verkaufen Arzneimittel, Medizinprodukte sowie Pflegeprodukte und stellen diese zum Teil auch selber her. Sie beraten zur Einnahme und Anwendung der Medikamente und klären über Risiken und Nebenwirkungen auf. Außerdem führen sie Qualitätskontrollen der Arzneimittel durch.

Berufe im Labor Medizinische Berufe

Was macht ein Apotheker ?

Apotheker und Apothekerinnen zählen zu den Heilberufen und zu den freien Berufen. Der Auftrag, den du als Pharmazeut laut Bundes-Apothekerordnung zu erfüllen hast, ist es, die Bevölkerung ordnungsgemäß mit Arzneimitteln zu versorgen und damit der Gesundheit des einzelnen Menschen und des gesamten Volkes zu dienen.

Menschen versorgen und beraten

Egal ob du angestellt bist oder deine eigene Apotheke hast: Das spannende an deiner Tätigkeit ist, dass du jeden Tag mit anderen Menschen zu tun hast. Schwangere, die unsicher sind, was sie einnehmen dürfen und was nicht, Mütter mit kranken Kindern, die gerade vom Arzt kommen und ein Rezept einlösen wollen, Geschäftsleute und Urlauber, die ihre Reiseapotheke auffüllen wollen, Senioren, die an Bluthochdruck leiden, und viele mehr. Ein Teil dieser Menschen ist Laufkundschaft, andere entwickeln sich mit der Zeit zu Stammkunden mit einem richtigen Vertrauensverhältnis. Um diese Beziehung nicht zu trüben, brauchst du Einfühlungsvermögen, Verschwiegenheit und Verantwortungsbewusstsein - schließlich vertrauen dir deine Patienten und Kunden ihre Gesundheit an. Im Beratungsgespräch erklärst du, wie das Medikament eingenommen wird, welche Wechselwirkungen es mit anderen Arzneimitteln geben kann, wie es aufbewahrt werden sollte, ob Reste über den Hausmüll entsorgt werden können und welche Alternativen es möglicherweise gibt. 

Damit du die Menschen, die zu dir in die Apotheke kommen, optimal versorgen kannst, hast du alle wichtigen apothekenüblichen Waren vorrätig. Sollte dein Lagerbestand zur Neige gehen, bestellst du oder jemand anderes aus dem Apotheken-Team rechtzeitig beim pharmazeutischen Großhandel nach. Auch verschriebene Medikamente, die du nicht am Lager hast, bestellst du dort. Entweder werden diese dann bei dir in der Apotheke abgeholt, oder du hast einen Lieferservice, der das Präparat nach Hause bringt. 

Arzneimittel herstellen und kontrollieren

Nicht immer gibt es ein Fertigarzneimittel: In diesen Fällen stellt der Apotheker das Präparat selber her. Dabei ist genaues Arbeiten, Sorgfalt und Präzision gefragt - schon ein kleiner Fehler von nur einem Milligramm beim Abwiegen von Wirkstoffen und Hilfsstoffen kann dazu führen, dass das Arzneimittel am Ende nicht so wirkt, wie es soll. Sowohl von den Ausgangsstoffen als auch von den fertigen Eigenherstellungen führst du Qualitätskontrollen im Labor durch. Du ziehst ebenso von den angelieferten Fertigarzneimitteln Stichproben und untersuchst diese mit Hilfe von modernen Mess- und Prüfgeräten.  

Weitere Aufgaben

Neben der Abgabe und dem Verkauf von apothekenüblichen Waren führen Apotheker auch Messungen durch, z. B. Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Body-Mass-Index (BMI). Eine weitere wichtige Tätigkeit ist außerdem die Betreuung und die Ausbildung des pharmazeutischen Fachpersonals. Angehende pharmazeutisch-technische Assistentinnen absolvieren während ihrer schulischen Ausbildung beispielsweise ein Praktikum in der Apotheke. Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenten werden dual in der Apotheke ausgebildet, mit einem Schwerpunkt auf kaufmännisch-organisatorische Aufgaben.  

Andere Einsatzgebiete

Außer in einer Apotheke kannst du im Krankenhaus, in der Pharmaindustrie oder in der Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln arbeiten. Auch bei der Bundeswehr, bei Krankenkassen und in der öffentlichen Gesundheitsverwaltung, z. B. bei Behörden und Institutionen der Arzneimittelprüfung, gibt es interessante Jobs für Pharmazeuten. Eine weitere Möglichkeit ist es, in die Lehre zu gehen und an Universitäten oder Berufsschulen zu unterrichten und zukünftige Apotheker sowie pharmazeutisches Fachpersonal auszubilden.

Besonderheiten


Voraussetzung, um den Apothekerberuf ausüben zu können, ist ein Pharmaziestudium mit drei Staatsexamen und anschließender Approbation. Und wenn du danach noch weitermachen möchtest, kannst du promovieren und/oder dich zum Fachapotheker weiterbilden. Für eine Promotion musst du zwischen drei und fünf Jahren einplanen, für die Weiterbildung zum Fachapotheker ebenso. Folgende Schwerpunkte gibt es für Fachapotheker:

    Die Prüfung zum Fachapotheker findet in Form eines Fachgesprächs statt und wird vor der Apothekerkammer des jeweiligen Bundeslandes abgelegt.

    • Offizin-Pharmazie (Allgemeinpharmazie)
    • Klinische Pharmazie
    • Pharmazeutische Technologie
    • Pharmazeutische Analytik
    • Toxikologie und Toxikologie
    • Arzneimittelinformation
    • Klinische Chemie
    • Öffentliches Gesundheitswesen

    Wie werde ich Apotheker ?


    Um Apotheker oder Apothekerin zu werden, musst du zunächst einmal ein Studium der Pharmazie absolvieren. Voraussetzung für das Pharmaziestudium wiederum ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder ein fachgebundener Hochschulzugang. Und wie lange dauert die Ausbildung als Apothekerin? Das Studium der Pharmazie dauert acht Semester bzw. vier Jahre. Wichtige Studieninhalte sind naturwissenschaftliche Fächer wie Chemie, Mathematik, Physik und Biologie sowie Medizin.

    Das Grundstudium wird mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Geprüft wirst du in den Fächern

    • Allgemeine, anorganische und organische Chemie
    • Grundlagen der pharmazeutischen Biologie und der Humanbiologie
    • Grundlagen der Physik, der physikalischen Chemie und der Arzneiformenlehre
    • Grundlagen der pharmazeutischen Analytik

    Fester Bestandteil deines Grundstudiums ist außerdem ein Berufspraktikum, die sogenannte Famulatur. Diese dauert acht Wochen und kann auf zweimal vier Wochen aufgeteilt werden. Mindestens vier Wochen der Famulatur finden in einer öffentlichen Apotheke statt; bei den restlichen vier Wochen hast du die Möglichkeit, in einer Krankenhaus- oder Bundeswehrapotheke, in der pharmazeutischen Industrie oder bei einer Arzneimitteluntersuchungsstelle zu arbeiten. Natürlich kannst du auch die kompletten acht Wochen deiner Famulatur in einer Apotheke absolvieren.

    Nach dem Grundstudium folgt das Hauptstudium, welches mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird. Du hast fünf mündliche Prüfungen, die jeweils 30 Minuten dauern:

    • Pharmazeutische/Medizinische Chemie
    • Pharmazeutische Biologie
    • Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie
    • Pharmakologie und Toxikologie
    • Klinische Pharmazie

    Fertig bist du mit dem zweiten Staatsexamen allerdings noch nicht, denn nach dem Hauptstudium folgt noch das praktische Jahr (PJ), in dem du – wie der Name schon sagt – praktisch ausgebildet wirst. Während des PJ arbeitest du für mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke, in den anderen sechs Monaten kannst du deinen Einsatzort frei wählen. Abschluss der praktischen Ausbildung ist das dritte Staatsexamen. Danach kannst du deine Approbation beantragen, um als Apotheker bzw. Apothekerin offiziell zugelassen zu werden. Mit der Approbation bist du berechtigt, die Berufsbezeichnung „Apotheker“ zu führen und deinen Beruf selbstständig und eigenverantwortlich auszuüben.


    Alternativen zum Apothekerberuf

    Wie du gelesen hast, haben Pharmazeuten vielfältige Aufgaben, die teils im Verkaufsraum der Apotheke, teils hinter den Kulissen stattfinden. Wenn du keine Lust auf ein Studium hast, dich der Beruf des Apothekers aber dennoch anspricht, haben wir folgende Alternativen für dich:

    Schwerpunkt Apotheke: Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) unterstützen den Apotheker bei seiner Arbeit, sowohl vorne am Tresen als auch hinter den Kulissen. Vorne am Tresen steht der Umgang mit Menschen und die kompetente Beratung von Kunden und Patienten im Vordergrund. Wobei du als PKA nicht über Arzneimittel beraten darfst. Hinter den Kulissen unterscheiden sich die Tätigkeiten von PTA und PKA: Pharmazeutisch-technische Assistenten arbeiten in der sogenannten Rezeptur, wo sie Arzneimittel selber herstellen. Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte kümmern sich um alle betriebswirtschaftlichen Abläufe in der Apotheke, angefangen bei Bestellungen über die Warenannahme bis hin zur Gestaltung des Ladenraumes. Neben der Warenwirtschaft kümmerst du dich auch um die Buchhaltung und erstellst Einsatzpläne für das Personal. Die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten erfolgt an einer PTA-Schule; die Ausbildung zum Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten  ist eine duale Ausbildung. 

    Schwerpunkt Verkauf und Kundenberatung: Als Drogist steht für dich der Kontakt zu Menschen im Vordergrund. Du verkaufst und berätst deine Kunden zu Produkten aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Kosmetik, Körperpflege und Haushalt – dazu musst du die Produkte natürlich gut kennen. Neben der entsprechenden Warenkunde wirst du auch kaufmännisch ausgebildet. Der Einsatzort ist in der Regel eine Drogerie.

    Schwerpunkt Arzneimittelherstellung: Als Pharmakant stellst du Medikamente her, und zwar im großen Stil in der Industrie. Mittels modernster Anlagen und Maschinen, die teils in Reinräumen stehen, fertigst du alle möglichen Darreichungsformen, von Tabletten und Sirups zum Einnehmen über Tropfen für Ohr, Auge oder Nase bis hin zu Salben und Cremes zur Anwendung auf der Haut.

    Weitere interessante Ausbildungen stellen wir dir in unseren Texten Berufe im Labor und Medizinische Berufe vor.  Wenn du ein Berufsbild gefunden hast, das dich anspricht, kannst du über unsere Suchmaschine direkt nach einem freien Ausbildungsplatz suchen

    Alternative Ausbildungen



    Quellen:
    pharma4u GmbH Die Plattform für Pharmazeuten (abgerufen am 24.1.2019)
    ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. Apothekerinnen & Apotheker (abgerufen am 24.1.2019)
    ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. Dein Karriereweg zum/r Apotheker/in (abgerufen am 24.1.2019)
    Techniker Krankenkasse