Falls dir die Serie bisher kein Begriff war, klingt der Beruf vermutlich sehr außergewöhnlich für dich. Wahrscheinlich kannst du dir nicht genau vorstellen, welche Aufgaben so ein Tatortreiniger übernimmt und wie man überhaupt zu solch einem nicht alltäglichen Beruf kommt. Um dir einen Einblick zu ermöglichen, stellen wir dir in unserem Beitrag ein paar Themen und Informationen des ungewöhnlichen Berufsbildes des Tatortreinigers vor.

 

Tatortreiniger – was genau ist das?

Wie der Name schon erahnen lässt, sind Tatortreiniger zur Stelle, wenn Spuren oder Rückstände an Orten von Verbrechen, Unfällen oder sogar Todesfällen beseitigt werden müssen. Da die Einsatzorte unvorhersehbar sind, erfahren Firmen, die sich auf die Tatortreinigung spezialisiert haben, erst kurz vorher, welcher Job auf sie wartet. Diese Tatsache macht einen spannenden und vielseitigen Teil der Arbeit aus und führt dazu, dass sich das spezielle Berufsbild mittlerweile stark vergrößert.

 

So erlernst du den Beruf

Da du besondere Kenntnisse benötigst, bietet sich für dich eine duale Ausbildung zum Gebäudereiniger mit anschließender Weiterbildung zum staatlich geprüften Desinfektor an. Damit einhergehend können Zusatzqualifikationen in Bereichen der Hygiene und Desinfektion erworben werden. In Ausnahmefällen bieten Firmen direkte Ausbildungen zum Tatortreiniger an. Hier ist jedoch zu beachten, dass Berufsschule und Betrieb strikt getrennt werden. Der Berufsschulunterricht wird in Klassen für normale Gebäudereinigung absolviert. Im Unternehmen hingegen wird das Augenmerk während der Ausbildung hauptsächlich auf Tatortreinigung gelegt.

 

Vorbereitungen und Aufgaben

Hinsichtlich der Arbeit müssen diverse Vorbereitungen getroffen werden, bevor es am Tatort an die eigentliche Arbeit gehen kann. Diese reichen von speziellen Ganzkörperoverals und Schutzbrillen bis hin zu Atemschutzmasken. So wird Krankheiten und Infektionen vorgebeugt.

Um die Wiederherstellung der Wohnräume in einen brauchbaren und ähnlichen Zustand zu vorher zu gewährleisten, wird bei der Tatortreinigung ein aufwendiges Reinigungsverfahren angewandt. Aus den Räumen, in denen die Menschen gestorben sind, werden Gegenstände und kleineres Eigentum in verschließbare, aber nicht wieder zu öffnende Behälter geschmissen. Diese werden nach der Tatortreinigung in einer Müllbeseitigungsanlage verbrannt. Im Anschluss an den gesamten Prozess werden sogenannte Desinfektoren aufgestellt, um Gerüche und andere Rückstände in der Luft zu entfernen und die Wohnung zu desinfizieren.

 

Ein Beruf, der an deinen Nerven zerrt

Du kannst dir nach den bisherigen Informationen weiterhin vorstellen, ein Tatortreiniger zu werden? Bevor du deinen endgültigen Entschluss fasst, wirf einen Blick auf die Eigenschaften, die du für den Job unbedingt mitbringen solltest.                

Dein Tagesgeschäft ist der Umgang mit einem Thema, welches wahrscheinlich zu den sensibelsten zählt: Dem Tod. Gerade deshalb wird ein großes fachliches Know-how, besondere Gründlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Professionalität bezüglich deiner Arbeit von dir erwartet. Du reinigst nicht ausschließlich den Tatort, sondern hast vor Antritt deiner Arbeit in den meisten Fällen mit Angehörigen der Verstorbenen Kontakt, um organisatorische Dinge zu klären. Da du ihnen während dieser Zeit oft begegnest, solltest du ein gutes Einfühlvermögen besitzen und einen sensiblen Umgang mit den Angehörigen an den Tag legen. Gerade weil die Begebenheiten so unterschiedlich sind, kann der Kontakt zu Hinterbliebenen in manchen Situationen sehr intensiv sein. Um die Fälle nicht zu nah an dich heranzulassen, musst du deswegen psychisch sowie physisch stabil sein.

Neben der schwierigen Arbeit mit den Angehörigen musst du beachten, dass deine Einsätze sehr extrem sein können. Es kommt vor, dass Verstorbene erst Wochen nach ihrem Tod entdeckt werden. Da infolgedessen Gerüche entstehen und sich der Zustand der Wohnungen verschlimmert, ist eine hohe Toleranz für Ekel nötig. Besonders bei schlimmen Gerüchen brauchst du zusätzlich einen sehr widerstandsfähigen Magen.


Bist du immer noch überzeugt? Dann schau dich doch mal in unserem Berufslexikon um.


 

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