Workshop als Vorbereitung auf die Ausbildungsmesse „vocatium“

Wie interessant das Thema auch in der analogen, realen Welt ist, spiegelte die engagierte Mitarbeit der jungen Teilnehmer eines Azubi-Workshops wider, den das IfT-Institut für Talententwicklung als Vorbereitung auf die am 18. und 19. Juni 2019 stattfindende Ausbildungsmesse „vocatium“ ausrichtete.

Am 28. Mai fanden sich 14 junge Menschen im Alter von 17 bis 24 Jahren zusammen, um sich zweieinhalb Stunden zum Titel „Wie präsentiere ich mein/e Unternehmen/Fachschule richtig auf der vocatium?!“ interaktiv auszutauschen.

Auszubildende Kfz-Mechatroniker, Kaufleute für Büromanagement und Lagerlogistiker aus verschiedenen regional ansässigen Firmen saßen am runden Tisch mit zwei angehenden Erzieherinnen und einem Erzieher der Euro Akademie Chemnitz.


Kniffe und Tricks – Genau zuhören und Zielgruppen unterscheiden

„Mich interessieren vor allem Techniken und Kniffe des Marketings, die ich später auch im Kindergarten, also für den Bereich in dem ich arbeiten werde, anwenden kann“, gibt Natalie Christian vor dem Start Einblick in ihre Erwartungshaltung an den Workshop. Nicolas Küttler spielt Gitarre und singt in einer eigenen Band: „Marketing und alles, was dazu gehört, interessiert mich sehr, gerade für die Musik, die ich mache, von daher wünsche ich mir heute viele vielseitige Informationen.“

Jessica Lehnert und Julia Berger, Mitarbeiterinnen des IfT-Instituts und verantwortlich für die Messeorganisation gestalteten den Workshop interaktiv, die Atmosphäre war locker, es wurde viel gelacht, aber die Arbeitseinstellung und Motivation passte auf beiden Seiten.

„Wie würdet ihr euren Beruf oder euren Arbeitgeber beschreiben, wenn ein Schüler am Messestand vor euch steht?“, lautete eine der Fragen, zu der sich jeder Azubi Gedanken machen sollte.


Wie würdet ihr euren Beruf beschreiben?

„Wir sind als Erzieher Former zukünftiger Generationen. Wir sind mehr als Kindergärtner: Wir bilden, betreuen und erziehen. Dazu braucht es nicht viel: Liebe und Hingabe zur Arbeit mit Menschen. Du kannst nicht nur im Kindergarten arbeiten, sondern auch im Kinderheim, in Schulen, in psychiatrischen Einrichtungen. Du hast du Chance Gitarre oder ein anderes Instrument zu lernen, dein Fachabitur zu machen und eine riesige Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung…“, mit diesen Argumenten ging Natalie in die Akquise.

Nicolas dagegen hatte einen ganz anderen Ansatz: „Magst du gern Süßes?“, Antwort des Schülers definitiv „Ja“. Weißt du, wer noch gern Süßigkeiten mag? Kurzes Stirnrunzeln, Nicolas lächelt freundlich und erzählt verschmitzt weiter: „Kinder. Mit ihnen kannst du den ganzen Tag spielen, singen, kreativ sein, all das, was in der Erwachsenenwelt viel zu kurz kommt und Kinder wird es immer geben, das heißt, du wirst immer gebraucht .“ Lachende Gesichter in der Runde: „Mit diesem Einstieg punktest du hundert Prozent“, fielen die Statements von Jessica Lehnert und Julia Berger dazu aus.

„Ich frage erst einmal, was der Schüler schon über den Beruf weiß, welche Vorstellungen er hat, um nichts doppelt zu erzählen oder genau da einzuhaken, wo Unstimmigkeiten auftauchen“, erläutert Janett Guttmann ihre Überlegungen für den Gesprächseinstieg und liegt damit ebenfalls goldrichtig.

„Wichtig ist es, genau hinzuschauen und hinzuhören, denn vom Hauptschüler der achten Klassen bis zum Gymnasiasten in Klasse 11 ist auf unserer Messe alles dabei. Entwicklung und Altersspanne sind also gigantisch. Man muss die Sprache anpassen, Einfühlungsvermögen zeigen. Bei den Besuchen in Schulen stellen wir immer wieder fest, dass die Schüler wenig Praxiserfahrung haben und dazu kommen utopische Vorstellungen: Berufswünsche wie Schauspieler und Fußballer sind keine Seltenheit, sie nennen große Firmen, kennen nicht die kleinen. Das bedeutet viel Arbeit", schildern die beiden Ift-Mitarbeiterinnen ihre Erfahrungen.


Die „Spezies Schüler“

Sie unterscheiden drei Schülergruppen: die Schüchternen, die es unheimlich viel Überwindung kostet, an den Stand zu treten und die man mit ein, zwei persönlichen, lockeren und einfühlsamen Sätzen sehr gut abholen kann, um ihnen die Unsicherheit zu nehmen und ein gutes Gefühl zu vermitteln. Eine zweite Gruppe bezeichnen sie als die „sehr informierten“ Schüler, die extrem viel wissen und die dritte Fraktion sind die „typischen Angeber und Großkotze“: „diese Gruppe nimmt zu. Sie meinen, sowieso schon alles und vor allem besser zu wissen. Denen könnt ihr gern ein bisschen den Spiegel vorhalten, denn ihr seid altersmäßig eher auf Augenhöhe als wir, und könntet zum Beispiel sagen, dass Überheblichkeit in eurem Unternehmen gar nicht gut ankommt.“

Hände weg vom Handy – das gilt im Unterricht und noch mehr am Messestand. Aufgeschlossen und lächelnd dastehen, die Gratwanderung zwischen Zurückhaltung und Aufdringlichkeit zu beherrschen, Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen und am Ende einen bleibenden Eindruck hinterlassen, damit die Give-aways und Flyer mit Ausbildungsangeboten und entsprechenden Firmennamen im Sinne der Bewerbungsaktivitäten gezückt werden.


Quellen:

  1. Wie geht denn Marketing? (abgerufen am 20.8.2019)

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