Die Wörter tapetum/tapeta bzw. τάπης tápēs beziehen sich genau wie das persische täftan auf den Vorgang des Spinnens. Man kann durchaus behaupten, dass Teppiche so alt sind wie die Menschheit selbst. Bereits in frühgeschichtlichen Zeiten wurden Unterlagen und Verbindungsstücke aus natürlichen Materialien wie Bast geflochten, was als die Vorstufe des Webens betrachtet wird. Schon im Jahr 330 v. Chr. brachte Alexander der Große Orientteppiche mit ins Abendland. Der Orient ist bis heute für seine handgefertigten Teppiche bekannt, an deren Muster und Farben man die so genannte Provenienz, also den Herkunftsort, bestimmen kann, der wiederum Auskunft über Qualität und Wert gibt. In Deutschland wird seit dem 14. Jahrhundert Teppich produziert. Dabei handelte es sich um die so genannte Bildwirkerei, die sich weniger auf Bodenbeläge als auf dekorative Wandbehänge spezialisierte.

Handarbeit hat sich bewährt

Es gibt die unterschiedlichsten Herstellungstechniken für Teppich. Natürlich werden sie heutzutage auch maschinell produziert, doch handgefertigte Teppiche werden bis heute für ihre Langlebigkeit und einzigartigen Muster geschätzt. Neben dem Weben sind auch das Knüpfen und das Tuften beliebte Herstellungsarten. Gewebte Teppiche werden am häufigsten maschinell hergestellt und sind ein Produkt aus den westlichen Ländern. Bereits seit dem 18. Jahrhundert gibt es hier automatische Webstühle. Getuftete Teppiche sind eine günstige Nachahmung echter Webteppiche. Hier werden Fadenschlingen in ein bereits bestehendes Gewebe eingearbeitet und anschließend aufgeschnitten. Im Gegensatz zur Knüpftechnik, bei der jede einzelne Flormasche händisch eingeknüpft und somit sicher fixiert wird, finden sich in getufteten Teppichen häufig lose Fäden, was dazu führt, dass sie sich schneller abnutzen und ausdünnen. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie in der Herstellung und somit auch für den Endkunden wesentlich günstiger sind.

Nicht nur ein Hingucker im Zimmer


Teppiche sind nicht nur ein stylischer Hingucker, der massiv zur Atmosphäre des Raumes beiträgt. Sie haben auch viele andere positive Eigenschaften. Warme Füße zum Beispiel! Doch abhängig von Größe, Dicke und Material verändert ein Teppich auch die Raumakustik. Er kann eingesetzt werden, um Echos zu reduzieren und Schall zu dämpfen. Außerdem isoliert er und schützt vor Kälte, die vom Boden oder von den Wänden abgestrahlt wird. Teppiche aus echter Wolle wirken sich positiv auf das Raumklima aus, indem sie die Luftfeuchtigkeit reguliert.


Verbreiteter Irrglaube: Allergiker müssen nicht auf Teppiche verzichten!

Teppiche sind mit dem Vorurteil belastet, Staubfänger zu sein und damit Allergiker zusätzlich zu belasten. Das stimmt jedoch nur zum Teil. Tatsächlich fängt sich besonders in Langhaarteppichen ein Großteil des Feinstaubs, der für die Reizung empfindlicher Atemwege verantwortlich ist. Allerdings ist das Fangen hier wörtlich zu verstehen. Der Teppich bindet den Staub und sorgt dafür, dass die Feinstaubbelastung wesentlich niedriger ist als in Zimmern ohne Teppich, in denen die Staubpartikel frei herumfliegen können und jedesmal aufgewirbelt werden, wenn man den Raum durchquert.

Quellen:

  1. Das ist Bodenhandwerk (abgerufen am 27.8.2019)

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