Die Berufe Maler und Stuckateur stehen hierzulande nicht gerade auf der Berufswunschliste junger Menschen. Dies schlägt sich ganz deutlich in den jährlich veröffentlichten Ausbildungszahlen nieder. Schade eigentlich – handelt es sich doch um überaus kreative Berufe in einem krisensicheren Umfeld.

Diesen Zahlen setzten wir unseren ganzheitlichen Weg zur Gewinnung und Förderung von Auszubildenden sowie Qualifizierung der Ausbilder entgegen: Über die Nachwuchsinitiative "Deine Zukunft ist bunt" sollen junge Menschen an das Maler- und Stuckateurhandwerk herangeführt und motiviert werden, sich für eine Ausbildung zu entscheiden.

Mit der Ausbildungspartnerschaft der Brillux Akademie wird in enger Verknüpfung der nächste Schritt vollzogen: Brillux unterstützt die Betriebe dabei, dass möglichst viele Azubis ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und danach dem Maler- und Stuckateurhandwerk erhalten bleiben.


"Alle Türen offen"
Am "Tag der Ausbildung" konnten sich Betriebsinhaber, Ausbilder und Azubis über das Brillux Gesamtpaket zur Nachwuchsgewinnung und -förderung informieren. Auch vor Ort: der bunte Showtruck, der anschaulich die Ausbildungsberufe darstellt – und auf großes Interesse bei den Schülerinnen und Schülern der ebenfalls eingeladenen Hamburger Stadtteilschule Lohbrügge stieß.

Spannend für die Jugendlichen war zudem das Gespräch mit der frischgebackenen Malermeisterin Nina Thielvoldt, die auf der Veranstaltung ihr Können zeigte. Thielvoldt gewann 2015 den Bundesleistungswettbewerb der Maler, unterstützt die Initiative "Deine Zukunft ist bunt" und setzt sich für die "Hamburger Talente" ein, wo besonders begabte Auszubildende gefördert werden: "Hamburger Talente soll Auszubildende motivieren, sich weiterzuentwickeln und zu lernen."

Wer dazu bereit sei, so die Mittzwanzigerin, dem stünden alle Türen offen: "Man hat in unserem Beruf jede Menge Abwechslung, kann kreativ sein und muss sich um seine wirtschaftliche Sicherheit keine Sorgen mehr machen." Darüber hinaus konnten sich die Schüler praktische Vorführungen anschauen und auch selbst mal Hand anlegen.

Für eine qualifizierte Ausbildung: Fünf Bausteine der Ausbildungspartnerschaft
In der weiträumigen Hamburger Niederlassung konnten die 150 Ausbilder und Inhaber zudem einen Einblick in ein Ausbilder-Seminar gewinnen, und zwar zum Thema "Leistungen feststellen, bewerten und Beurteilungsgespräche führen".
Seminare für Ausbilder gehören zu den fünf Bausteinen der Brillux Ausbildungspartnerschaft – ein umfassendes Portfolio zur Unterstützung von Handwerksbetrieben bei der Qualifizierung ihrer Auszubildenden und Ausbilder. Partnerbetriebe können im Rahmen der Ausbildungspartnerschaft auf Lern- und Trainingsangebote zurückgreifen.

"Etwas schaffen, das bleibt"
Einer, den die Begeisterung für den Malerberuf schon gepackt hat, ist Azubi Mustafa Karaaslan, angestellt beim Studierendenwerk in Hamburg und ein "Hamburger Talent". Der 24-jährige steht neben einer von ihm erstellten Musterwand in Rostoptik. "Eine tolle Kreativtechnik, in der zum Teil sogar Kaffeepulver verarbeitet wird. Man hat so viele Möglichkeiten, zu gestalten", sagt er.

Eigentlich wollte Karaaslan eines Tages in der ersten Mannschaft seines FC St. Pauli spielen, bis ihm ein Kreuzbandriss zunächst einige Monate und dann die entscheidenden Zehntelsekunden Antrittsschnelligkeit raubte. Warum er sich danach entschloss, Maler zu werden? "Ganz einfach", sagt Karaaslan mit ruhiger Überzeugung: "Ich will was schaffen, das bleibt. Ich will kreativ sein. Ich will in Bewegung sein und nicht nur rumsitzen. Und ich will mit Menschen zu tun haben. Außerdem brauche ich wirtschaftliche Sicherheit und will mich weiterentwickeln können. All das bietet mir dieser Beruf. Man muss sich doch nur umgucken: Farbe ist einfach überall."

"Ich will meinen Traum verwirklichen"
Anfangs hätten seine Freunde, die entweder studierten oder für Großunternehmen tätig seien, über seine Entscheidung, Maler zu werden, den Kopf geschüttelt, sagt Karaaslan. "Aber seit sie sehen, was ich alles schon gelernt und erreicht habe, machen sie große Augen."

Irgendwann nach der Ausbildung will Karaaslan seinen Meister machen und dann "meinen Traum verwirklichen: Wenn ich mal eine eigene Firma habe und ein, zwei Firmenwagen rumfahren, auf denen steht: Mustafa Malereibetrieb – das wäre das Größte."

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