AUBI-plus: Warum hast du dich für eine Bewerbung bei der Bank entschieden?
Ich habe mich schon während der Schulzeit sehr für die Börse interessiert und probiert, mir ein paar Sachen selber beizubringen. Das hat ehrlich gesagt nicht wirklich gut geklappt. Durch die Bewerbung bei der Bank habe ich gehofft, während der Ausbildung auch etwas über Anleihen, Aktien und die Börse zu lernen. Außerdem wollte ich unbedingt in einem Beruf arbeiten, wo ich viel mit Menschen zu tun habe.

AUBI-plus: Dein erster Tag in der Ausbildung zur Bankkauffrau war…?
Wie ein Sprung ins kalte Wasser. Man ist sofort mitten im Geschehen, bucht für die Kunden Geld um, hilft ihnen beim Geldautomaten und probiert, Fragen zu beantworten, mit denen man sich am Anfang noch gar nicht so genau auskennt. Relativ schnell sollte ich auch schon die ersten Beratungsgespräche für eine Kontoeröffnung selber führen. Natürlich war immer einer meiner Kollegen mit im Raum, der mir bei Fragen weiterhelfen und mir direkt nach dem Gespräch Feedback geben konnte.AUBI-plus: Was hat die Ausbildung im Bankenbereich dann schließlich ausgemacht?
Ich finde, die Ausbildung bei einer Bank macht die Kommunikation mit Menschen aus. Ich glaube, es gibt nur wenig berufliche Bereiche, in denen man so viel über Menschen lernt und so nah am Leben der Leute dran ist. Dadurch, dass man als Bänker selber dem Bankgeheimnis unterliegt und es um wichtige Themen rund ums Geld geht, sind Beratungsgespräche eher selten oberflächlich. Man redet über die Traumhäuser der Menschen, über ihre beruflichen Ziele und über ihre finanziellen Probleme oder Wünsche. Das hat die Arbeit für mich immer sehr spannend und abwechslungsreich gemacht.

AUBI-plus: Wie geht man mit der Verantwortung um, täglich so viel Geld in der Hand zu haben? Und wie viel Mathe muss man für die Ausbildung können? 
Richtig hohe Mathematik ist in der Ausbildung gar kein Thema. Natürlich sollte man ein Verständnis für Zahlen mitbringen und die Prozentrechnung beherrschen, aber darüber hinaus kommt es eher auf Kommunikationsstärke an. Verantwortung trägt man natürlich schon – schließlich hat man täglich viel Geld in der Hand. Angst muss man aber meiner Meinung nach deswegen nicht haben. Die Computersysteme helfen einem, Fehler zu vermeiden, und in vielen Bereichen gilt auch das Vier-Augen-Prinzip, sodass mehrere Mitarbeiter über einen Antrag drüber schauen. Und besonders in der Ausbildung wird man nie alleine gelassen, sondern hat immer Ansprechpartner und Ausbilder, die einem das richtige Vorgehen erklären, beispielsweise bei einer Anlageberatung oder Kreditvergabe.

AUBI-plus: Vor welchen Herausforderungen steht man während der Ausbildung?

Ich kann mich noch gut an den Moment erinnern, wo ich das erste Mal einen Kunden anrufen sollte und ein zehnminütiges Blickduell mit meinem Telefon geführt habe, bevor ich mich getraut habe, die Nummer auch zu wählen. Ich war eigentlich immer eher ein ruhigerer Mensch, dem es am Anfang sehr schwer gefallen ist, offen auf Kunden zuzugehen. Auch ist es sehr ungewohnt, in Vertriebstrainings Simulationsgespräche vor allen anderen Seminarteilnehmern führen zu müssen und eine Herausforderung, soviel Feedback zu seiner eignen „Art“, mit Kunden umzugehen, konstruktiv und nicht persönlich zu nehmen. Man muss halt immer wieder seine Komfortzone verlassen, um kommunikativ besser zu werden. Später in der Ausbildung ist man dann auch häufiger an nicht so freudigen Gesprächen beteiligt: Manchmal muss man als Bankkauffrau einen Kredit ablehnen oder einen Erbfall betreuen und mit Trauer umgehen können. Das ist schon nicht immer einfach, bringt einen aber in der persönlichen Entwicklung unglaublich weiter.

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