Rechtliche Grundlagen

Nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) sind die Lehrbetriebe verpflichtet, Unfälle und Erkrankungen zu verhüten. Sie haben daher auch die Pflicht, auf einen ausreichenden Versicherungsschutz ihrer Auszubildenden zu achten. Sollten sie ihrer Pflicht nicht nachkommen und der Auszubildende ist bei Eintritt eines Schadensfalls nicht ausreichend versichert, muss der Lehrbetrieb für gewöhnlich für die Kosten aufkommen. Doch welche Versicherungen sind nun nötig, um gegen eventuelle Schadensfälle versichert zu sein?

Ausbilder und Auszubildende sollten darauf achten, dass folgende Versicherungen abgedeckt sind:

  • Krankenversicherung
Die Krankenversicherung ist für jede in der Schweiz lebende Person gesetzlich verpflichtend. Hierbei übernimmt die Kasse in einem bestimmten Umfang die Kosten für die Behandlungen einer Erkrankung. Für Personen, denen nur geringe finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen, gibt es die Option, eine Prämienverbilligung zu beantragen. Demnach können Auszubildende hier unter Umständen sparen. Allerdings darf der Antrag bei einem Alter unter 25 Jahren nicht selbst ausgefüllt, sondern muss über die Eltern gestellt werden. Verdienen die Eltern jedoch über 150.000 Franken im Jahr, entfällt der Anspruch auf die Prämienverbilligung.

  • Krankentagegeldversicherung
Eine Krankentagegeldversicherung kann ab dem 15. Lebensjahr abgeschlossen werden. Diese sichert die Lohnfortzahlung der Angestellten bei Krankheit. Diese Versicherung kann zu 100 Prozent vom Arbeitgeber, oder anteilsmäßig 50 Prozent von Arbeitnehmer und 50 Prozent vom Arbeitgeber abgeschlossen werden. Tritt eine Arbeitsunfähigkeit ein, muss der Arbeitgeber sofort darüber informieren. Zudem muss für gewöhnlich ab dem dritten Tag ein Attest vom Arzt vorgelegt werden. Sollte während der Ausbildung dennoch einmal eine längere Krankheit eintreten, so wird die Ausbildungsvergütung dennoch sechs Wochen lang weitergezahlt.

  • Unfallversicherung 
Die Unfallversicherung ist nach dem BUV für alle Arbeitnehmer und Auszubildende verpflichtend. Die Versicherung übernimmt bei Berufsunfällen und Berufskrankheiten die entstehenden Kosten für die medizinische Behandlung. Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers mindestens acht Stunden pro Woche, werden auch Nichtberufsunfälle mit übernommen. Die Unfalldeckung der Krankenkasse darf in diesem Fall nicht sistiert werden. Die Prämien für die Versicherung sind bei Berufsunfall oder Berufskrankheit vom Arbeitgeber zu übernehmen. Bei einem Nichtberufsunfall trägt der Arbeitnehmer die Prämie.

Eigene Präventionsmaßnahmen

Allerdings sind auch Auszubildende verpflichtet, während ihrer Ausbildung darauf zu achten, durch ihr Verhalten Unfällen und Erkrankungen vorzubeugen. Demnach müssen sie sich an die jeweilige Betriebsordnung des Lehrbetriebs halten. Dort sind unter anderem auch die entsprechenden Maßnahmen zum Arbeitsschutz enthalten. Zu den eigenen Präventionsmaßnahmen gehören also:
  • Beachtung der Betriebsordnung
  • Eigene Schutzvorkehrung treffen (sichere Arbeitskleidung, Schutzbrille, Gehörschutz, etc.)
  • Generelle Schutzvorkehrungen treffen (bezüglich Maschinen, Geräten, Arbeitsverfahren etc.)
  • Teilnahme an Schulungen 
Weiterhin gehören zum Schutz der eigenen Gesundheit auch eine richtige Einarbeitung und der Austausch mit deinem Betreuer und Kollegen. Für Hilfe in schwierigen Situationen kannst du zudem auf diverse Anlaufstellen zurückgreifen.

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