Wie werde ich Gerüstbauer?

Du
* bist handwerklich geschickt?
* hast Spaß an Teamwork?
* bist schwindelfrei bzw. traust dir zu, nach und nach die Angst vor der Höhe abzulegen?
* arbeitest gerne draußen – auch bei Wind und Wetter?
* bist körperlich fit und packst gerne mit an?
* hast keine Scheu vor Mathe und Physik?

Dann bist du wie für den Beruf des Gerüstbauers gemacht! Du hast noch Zweifel? Mach doch mal den Test.

Schulische Voraussetzung

Die meisten Azubis, die eine Ausbildung zum Gerüstbauer beginnen, haben den Hauptschulabschluss. Da jedoch kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt oder erwartet wird, kannst du dich grundsätzlich mit jedem Schulabschluss bewerben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Gerüstbauer?

Wer schon einmal ein Kartenhaus oder einen Turm aus Holzklötzen gebaut hat, der weiß, dass das Herausnehmen eines tragenden Elementes den Einsturz der ganzen Konstruktion bewirken kann. So ähnlich kann man sich das auch bei einem Gerüst vorstellen. Als Gerüstbauer schraubst du die Elemente auch nicht munter zusammen, sondern prüfst zunächst den Untergrund, berechnest Belastungen und entwickelst eine Lastverteilung. Nur so kann gewährleistet werden, dass das Gerüst stabil ist und die Funktion erfüllt, für die es errichtet wurde – als Arbeitsgerüst, als Schutzgerüst oder als Traggerüst.

Kirchen, Wohnhäuser und Brücken

Wer durch die Stadt läuft, sieht sie überall: Gerüste. Dabei gibt es sie nicht nur dort, wo wir sie sehen können, sondern zusätzlich noch in vielen Industriehallen, in denen riesengroße Anlagen gebaut und umgerüstet werden, was ohne Hilfsgerüste überhaupt nicht möglich wäre. Es gibt den Außen-Gerüstbau, zum Beispiel das klassische Rahmensystem für Fassaden- oder Malerarbeiten an Hauswänden, oder auch die fahrbare Arbeitsbühne an Hochhausfassaden und es gibt Innen-Gerüste, zum Beispiel zu Restaurierungszwecken in Kirchen und denkmalgeschützten Bauten. Auch Tribünen in Konzerthallen werden von Gerüstbauern aufgebaut sowie Reklamegerüsttürme oder Fußgängerbehelfsbrücken an Baustellen, die den Fußweg blockieren.

Mit Köpfchen, Kraft und Teamwork…

...entsteht Stück für Stück ein stabiles Rahmensystem für den Bau eines Mehrfamilienhauses. Los geht’s mit der Baustelle. Mit Bauzaun und Warnhinweisen richten deine Kollegen bereits die Baustelle ein. In der Zwischenzeit machst du dich mit der Stückliste auf den Weg ins Lager, wo du die notwendigen Gerüstelemente zusammensuchst. Zuvor hast du am Computer das Gerüst mit einer speziellen Software geplant, den Materialbedarf ermittelt und die Belastungen berechnet, die das Gerüst bei den Bauarbeiten aushalten muss. Mit dem Gabelstapler transportierst du die Gerüstelemente und belädst den LKW.
Mit einem Ladekran an der Baustelle lädt dein Kollege sie wieder aus, während du noch einen prüfenden Rundgang durchs Lager machst und eine Nachbestellung fehlender oder beschädigter Teile aufgibst. Vor Ort sind die Stahlrohre, Leitern, Planken und Streben bereits sortiert und bereitgelegt. Nun kann es losgehen. Nachdem ihr einen Unterboden aus Holz auf dem Boden platziert und die Gerüstfüße dort gestellt habt, kann es mit dem Rahmen losgehen. Dafür werden Vertikalrahmen, Querverbindungen und Verstrebungen angebracht. Das Gerüst wird an dem Mauerwerk angeflanscht, also damit verankert, damit es nicht umkippen kann. Wenn die ersten Gerüstplanken aufliegen und eine Diagonale zum Stützen angebracht wurde, geht es mit der zweiten Ebene weiter. Die einzelnen Bauteile ziehst du mit einem Ratschenschlüssel fest. Während du mit dem Gerüst immer weiter in die Höhe gehst, stehen deine Kollegen auf unteren Planken und auf dem Boden, von wo aus sie dir die Elemente anreichen.
Wenn das Gerüst fertig ist und abgenommen wurde, überlasst ihr den Bauarbeitern das Feld. Erst, wenn die Arbeiten im Außenbereich erledigt sind, seid ihr wieder gefragt, denn das Gerüst muss sicher wieder demontiert, gereinigt und verstaut werden.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Für den Beruf des Gerüstbauers benötigst du mathematisches und physikalisches Wissen sowie Kenntnisse zum Arbeitsschutz, Werkstoffkunde und andere theoretische Grundlagen. Du lernst zum Beispiel, die Baupläne zu lesen und ihnen die relevanten Maße zu entnehmen. In Mathe beschäftigst du dich mit Rechtwinkelmessung, Längenberechnung, Bedarfsermittlung, Höhenmessung und der Lastenermittlung. In Physik lernst du unterschiedliche Hebelgesetze kennen, beschäftigst dich mit Druck und Druckspannung, Kippmoment, Kräftelehre und auch mit Elektrizität, da du als Gerüstbauer auch Umspannwerke einrüsten darfst. Besonders wichtig ist in deinem Beruf, dass du die Arbeitsschutzvorschriften kennst sowie die Regeln für Flucht- und Rettungswege. Ohne Schutzausrüstung darfst du nämlich nicht arbeiten. Außerdem müssen bestimmte Sicherheitsabstände eingehalten werden und die Lagerung der Gerüstelemente muss bestimmten Grundregeln folgen. In Werkstoffkunde lernst du die Werkstoffe Stahl, Aluminium und Kunststoff näher kennen. Du wirst dich außerdem mit den Materialien und Hilfsstoffen deines Berufs auseinandersetzen. Das sind zum Beispiel Dübel, Ösen, Gerüsthalter, Balken, Stützen, Gitterträger, Ketten, Seile und Flanschklemmen. Auch mit unterschiedlichen Mauerwerk- und Bodenarten wirst du vertraut gemacht und lernst die vielen Werkzeuge und Maschinen kennen, die du später verwenden wirst, zum Beispiel Gabelstapler und Ankerprüfgerät.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Alles, was du bereits in der Berufsschule in der Theorie gehört hast, kannst du in der Praxis live und in Farbe sehen – und anwenden! Den unterschiedlichen Bauteilen und dem Material, das du bereits aus der Berufsschule kennst, wirst du hier zum ersten Mal in Anwendung begegnen. Zunächst werden dir die Gerüstelemente und ihre Eigenschaften und Funktionen im Lager gezeigt. Nach und nach musst du sie alle mit Namen kennen. Danach darfst du mit auf die Baustelle, wo du zunächst jedoch nur am Boden arbeitest. Von dort gibst du zum Beispiel das Material an und kannst prüfen, welche Elemente du dir bereits merken konntest. Schritt für Schritt geht es immer eine Ebene höher. Nun darfst du bereits das Material von unten annehmen und es weitergehen. Wenn du auf die oberste Ebene darfst, lernst du auch, die Teile zu verschrauben und zu befestigen. Erst ab dem dritten Ausbildungsjahr solltest du in der Lage sein, das Gerüst eigenständig aufzubauen, also die einzelnen Schritte genau zu kennen und dein Team anzuleiten.
Du lernst im Betrieb auch, wie du eine Baustelle einrichtest, wie du den Gerüstbau am PC planst und Materialbedarf ermittelst, wie du Kundenanfragen bearbeitest und Leistungen in Rechnung stellst.

Wie gut passt der Beruf Gerüstbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Gerüstbauer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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