Studentenjobs: Das musst du wissen

Der Abend im Restaurant von gestern liegt dir schwer im Magen, denn der war bei deinem Studentenbudget nun wirklich nicht drin? Du musst schließlich noch den Semesterbeitrag überweisen und die Wohnung und deinen Kühlschrankinhalt bezahlen – da ist die Freizeit einfach nicht mehr zu finanzieren. Oder doch? Wir haben dir hier zusammengefasst, wie du dir neben dem Studium Geld dazuverdienen kannst und was du dabei beachten musst.

Viele Studierende erhalten keine staatliche Unterstützung in Form von BAföG oder Stipendien und haben auch keine wohlhabenden Eltern, die ihnen bei der Studienfinanzierung behilflich sein könnten. So bleibt vielen nur noch die Möglichkeit, neben dem Studium jobben zu gehen. Im besten Fall bringt die Nebenbeschäftigung nicht nur ein Gehalt, sondern auch praktische Erfahrungen, die für das Studium bedeutsam sind. Darüber hinaus ist die Arbeit neben dem Studium ein Mittel, um erste Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Doch viele entscheiden sich auch bewusst für eine Nebentätigkeit, die nichts mit ihrem Studium zu tun hat, um voll und ganz abschalten zu können.

Welche Arbeit kann ich als Student machen?

Im Studium hast du vielfältige Möglichkeiten zu arbeiten. Dabei solltest du wählen, ob du etwas machen möchtest, was zu deinem Studium und der späteren Tätigkeit passt oder etwas, was gar nichts mit dem Studiengang zu tun hat.

Die klassischen Nebenjobs, wie das Kellnern oder Kassieren an der Kasse sind immer noch aktuell. Genauso kannst du dir gezielt eine Werksstudentenstelle in dem Bereich suchen, indem du auch später arbeiten möchtest, und so zusätzliche Punkte für deinen Lebenslauf sammeln. Da diese Stellen häufig sehr zeitintensiv sind, besteht ebenso die Möglichkeit weniger Wochenstunden in anderen Jobs zu arbeiten: Nachhilfe geben, auf Messen und Großveranstaltungen hospitieren oder im Büro arbeiten. Einige Studenten bewerben sich um eine Stelle als studentische/wissenschaftliche Hilfskraft an einem Lehrstuhl der Hochschule. Das ist alles möglich für dich. In den Semesterferien ist es außerdem sehr lohnenswert, wenn du in der Produktionshalle beschäftigt bist.

Wie viel darf ich als Student arbeiten?

Als „ordentlicher Student“ steht dein Studium an erster Stelle, weshalb für dich die 20-Stunden-Regel gilt. Wenn du mehr jobbst, liegt dein Studium an zweiter Stelle und du bist Arbeitnehmer. Die meisten Arbeitgeber sind sich dieser Regelung bewusst, sodass die klassischen Werksstudentenstellen auf maximal 20 Stunden ausgelegt sind. Natürlich solltest du trotzdem darauf achten, nicht mehr zu arbeiten, als du neben dem Studium schaffst und deine Arbeitszeiten je nach Arbeitgeber möglichst flexibel zu planen, sodass du in der Klausurphase etwas weniger arbeiten kannst.

Was hat es mit der 450-Euro-Grenze auf sich?

Arbeitest du neben dem Studium in einem sogenannten Minijob und verdienst maximal 450 Euro pro Monat, bezahlst du keine Steuern und keine Sozialabgaben. Wichtig zu beachten ist: Die 450-Euro-Grenze gilt inklusive Weihnachts-, Urlaubsgeld und anderen gezahlten Zusatzleistungen. Wenn du diese Grenze überschreitest, musst du dich selbst krankenversichern und kannst nicht mehr bei deinen Eltern familienversichert sein.

Bekommst du mehr als 450 Euro ausbezahlt, bist du rentenversicherungspflichtig und musst erst einmal Steuern bezahlen. Solange du aber weniger als 9.408 Euro im Jahr (Stand 2020) verdienst, bekommst du die gezahlten Steuern mit Hilfe einer Steuererklärung wieder zurück.

Als Student gibt es beim Thema Nebenjob einiges zu beachten.
Als Student gibt es beim Thema Nebenjob einiges zu beachten. © martaposemuckel | Pixabay Public Domain

Alternative zum Mini-Job: Der Midi-Job Studenten

Der Midi-Job ist eine Zwischenform von Mini-Job und einem voll sozialversicherungspflichtigen Job, bei dem der Verdienst in der Gleitzone zwischen 450,01 und 850 Euro monatlich liegt. Er ist also für diejenigen interessant, die die Grenze von 450 Euro im Monat überschreiten möchten. Im Gegensatz zum 450-Euro-Job bist du im Midi-Job voll sozialversichert und hast im Krankheitsfall Anspruch auf Krankengeld. Außerdem bist du von den Beiträgen zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung befreit – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass du nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeitest und die Uni vom Arbeitsaufwand her weiterhin Priorität hat.

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Arbeit in den Semesterferien

Auch wenn du in den Semesterferien arbeiten möchtest, gibt es einiges zu beachten: In den Semesterferien gilt deine Arbeit als zeitlich befristete Arbeit und ist somit für dich grundsätzlich nicht sozialversicherungspflichtig. Solltest du allerdings im Kalenderjahr mehr als zwei Monate und 50 Arbeitstage arbeiten, musst du lediglich die Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Eine Abgabe von Steuern an das Finanzamt entfällt, solange du weniger als 450 Euro im Monat ausbezahlt bekommst. Solltest du mehr verdienen, aber jährlich nicht mehr als 9.408 Euro (Stand 2020) im Jahr bekommen, kannst du dir sämtliche gezahlte Steuern über die Steuererklärung zurückholen.

BAföG und Praktika beim Nebenjob

Du hast BAföG immer als super kompliziert wahrgenommen? Zumindest was deinen Nebenjob angeht, ist alles übersichtlich geregelt: Damit dein BAföG nicht gekürzt wird, darfst du nicht mehr als 5.400 Euro im Bewilligungszeitraum verdienen. Der Bewilligungszeitraum erstreckt sich in der Regel über zwölf Monate, sodass du dich hier wieder an den maximal 450-Euro-Verdienst pro Monat orientieren kannst.

Sind Pflichtpraktika in deinem Studiengang vorgesehen, ist dein ausgezahltes Geld komplett steuerfrei. Anders sieht es bei einem freiwilligen Praktikum aus: Hier wird dein Praktikum wie ein normaler Werksstudentenjob behandelt.

Wo finde ich eine Stelle?

Natürlich bei uns! Schau mal in unserem Portal nach Werksstudentenjobs oder Praktika. Außerdem findest du direkt bei den Hochschulen Stellen am Lehrstuhl. Einige Hochschulen haben auch eigens eingerichtete Apps oder Stellenbörsen, in denen du dich auf Jobs bewerben kannst. Auch ein Blick auf https://www.studentjob.de/ kann sich lohnen.

Worauf sollte ich achten?

Unter den Arbeitgebern gibt es leider immer noch schwarze Schafe, die deine Stellung als Student ausnutzen. Demensprechend solltest du mit offenen Augen unterwegs sein, auf faire Bezahlung achten und dich besonders beim Thema Probearbeiten nicht ausnutzen lassen.

Weitere Informationen findest du beispielsweise bei der Minijob-Zentrale, beim Deutschen Studentenwerk, der Bundesagentur für Arbeit oder auf der Seite von Studienwahl.de.

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