Klick-Vinyl - Womit haben wir es eigentlich zu tun?
Vinylboden, auch Designbelag genannt, ist ein elastischer Bodenbelag, der aus Polyvinylchlorid gefertigt wird, das umgangssprachlich als PVC bekannt ist. In den 1960er Jahren erlebte der PVC Boden seine erste Hochphase. Wie bereits in dem Namen Designbelag mitschwingt, ist Vinyl in allen erdenklichen Optiken erhältlich. Vom täuschend echten Parkett-Imitat bis hin zu modernen Trends wie Beton-Optik - Designbelag verleiht Räumen mit verhältnismäßig wenig Aufwand den gewünschten Look. Wenig Aufwand in allen Hinsichten: Im Vergleich zu den hochwertigen Materialien, die er imitiert ist er vergleichsweise kostengünstig, lässt sich durch das einfache Klick-System mit weniger Aufwand verlegen und ist noch dazu extrem belastbar. Während ein echtes Parkett nachhaltig gepflegt werden muss, um sein makelloses Aussehen zu behalten, kann Designbelag mit herkömmlichen Putzmitteln gereinigt werden und ist wesentlich resistenter gegen Gebrauchsspuren. Mit Designbelag legt man sich außerdem nicht fest: Da er preiswert ist und unkompliziert wieder entfernt werden kann, hat man die Möglichkeit, mit dem Trend zu gehen und sich öfter Mal einen ganz neuen Belag ins Haus zu holen. Was den Designbelag jedoch ziemlich schnell in Verruf brachte, waren die Diskussionen über seine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe.

Wie gesundheitsschädlich ist Klick-Vinyl wirklich?
Schädlich für den Menschen ist am Designbelag vor allem der Weichmacher. Um Elastizität zu gewähren werden den PVC-Böden chemische Stoffe, sogenannte Phthalate, beigemischt, die nicht fest gebunden sind. Das bedeutet, dass sie ausdünsten und über die Atemwege sowie über Hautkontakt und Speichel in den Körper gelangen könne, wo sie nachweislich zu schweren Gesundheitsschädigungen führen können. Neben Hautreizungen, Schädigungen der Inneren Orange bis hin zur Unfruchtbarkeit, können Weichmacher nachgewiesenermaßen auch verschiedene Arten von Krebs verursachen.

Heutzutage ist auch die Nachhaltigkeit ein großes Diskussionsthema. Designbelag endet nämlich als Sondermüll. Aufgrund von Giftgasgefahr kann entsorgter PVC-Boden nicht einfach verbrannt werden. Doch auch wenn er auf Mülldeponien sich selbst überlassen wird, gelangen die schädlichen Weichmacher ins Grundwasser.

In der Regel wird Designbelag kostengünstig in Asien produziert und in den 1960er Jahren unterlag er noch keinen strengen Gesundheitsvorschriften. Das ist heute anders! Inzwischen wird jeder in Deutschland verkaufte PVC Boden auf die Schadstoffemission getestet, bevor er in den Handel kommt. Doch nicht nur das - auch seine Feuerbeständigkeit und seine Belastbarkeit werden auf die Probe gestellt. So ist zumindest gewährleistet,dass ein gewisser Sicherheitsstandard gehalten wird, was am CE und am Ü Zeichen erkannt werden kann. Doch die Entsorgung ausgedienter Böden ist nach wie vor ein umstrittenes Thema. Gerade ältere PVC-Böden, die noch vor der Einführung eines allgemeinen Sicherheitsstandards verlegt wurden, enthalten häufig extrem schädliche Giftstoffe wie Asbest, Zinn oder Kobalt. Der Besitzer des Bodens muss für die Analyse der Zusammensetzung und die daraufhin bestimmte Entsorgungsart selbst aufkommen, was leider in vielen Fällen dafür sorgt, dass die Böden illegal in der Natur entsorgt werden.

Moderne PVC Böden können in Misch-Containern entsorgt werden. Inzwischen setzt man auch bei den Klebstoffen für Designbelag auf natürliche Produkte wie Naturharz oder Kaseinkleber, um die Gesundheitsschädlichkeit noch weiter zu reduzieren.

Fazit: Notwendiges Übel, Hoffnung für die Zukunft
Wir halten fest, dass Designbelag vor allem aufgrund seines Preises für viele Leute die beste Option darstellt. Auch in gewissen Gebäuden ist er unverzichtbar. Beispielsweise in Krankenhäusern ist ein leicht zu reinigender Boden, der regelmäßig mit aggressiven Desinfektionsmitteln behandelt werden kann unverzichtbar. Ein Parkett, in dessen Fugen und Versiegelung sich mühelos Keime festsetzen können ist hier nicht zu vertreten. Auch in Schulen, Kindergärten und Turnhallen, wo der Boden einer großen täglichen Belastung ausgesetzt ist, wird verständlicherweise auf ausdauernden Kunststoff gesetzt. Das neue Bewusstsein über potentielle Gesundheitsschädigungen durch im Designbelag enthaltene Giftstoffe veränderte die Sicherheitsstandards drastisch und sorgte dafür, dass Klick-Vinyl heutzutage weniger bedenklich geworden ist als noch in 1960ern.

Inzwischen werden künstliche Bodenbeläge recycelt und viele Firmen stellen bereits vollständig phthalatfreie Beläge her. Doch all das ist mit einem Körnchen Salz zu genießen. Zeitschriften wie die Öko-Test warnen immer noch vor gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen. Kritiker weisen darauf hin, dass neuartige Weichmacher, die das schädliche Phthalat ersetzen sollen, noch lange nicht hinreichend auf eventuelle Nebenwirkungen getestet wurden.

Folgendes könnte dich auch interessieren


Ausbilderinterview REWE Systems: "Ausbilden, um zu übernehmen!"

Ausbilderinterview REWE Systems: "Ausbilden, um zu übernehmen!"

REWE Systems ist das IT-Unternehmen innerhalb der REWE Group. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten tagtäglich daran, die IT-Landschaft des Unternehmens durch innovative Technologien und effiziente Systeme zu optimieren - ein spannendes Umfeld für junge Menschen, eine IT-Ausbildung zu machen und anschließend als IT-Spezialist übernommen zu werden. Für die Qualität ihrer Ausbildung wurde REWE Systems jetzt wiederholt mit dem Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN ausgezeichnet. Die AUBI-plus-Redaktion sprach mit Lennart Eick, Experte IT Ausbildung & Duales Studium, über die Ausbildungsarbeit bei REWE Systems.

Tipps zum Sparen in der Ausbildung

Tipps zum Sparen in der Ausbildung

Egal ob Essen, Freizeitaktivitäten oder Sprit fürs Auto – alles kostet Geld und wird immer teurer. Da du während deiner Ausbildung sowieso noch nicht so viel Gehalt bekommst wie eine Fachkraft, musst du in der Regel besonders auf deinen Geldbeutel und deine Ausgaben achten. Damit du aber nicht auf alles verzichten musst, haben wir dir einige Spartipps zusammengefasst!

Ausbilderinterview REWE Group: Mitgestaltung und Austausch

Ausbilderinterview REWE Group: Mitgestaltung und Austausch

Erfolgreiche Rezertifizierung für die REWE Group! Im Zertifizierungsverfahren für das Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN überzeugte die REWE Group insbesondere mit ihrem Onboarding, den Kompetenzen des Ausbildungspersonals und dem beruflichen Lernen. Die AUBI-plus-Redaktion sprach mit Ausbildungsexperte Patrick Tluczykont über die Ausbildungsarbeit bei der REWE Goup und die Bedeutung der Zertifizierung.