Was macht die Generation Z so besonders?

Es ist nicht nur die Generation Z an sich, die die speziellen Herausforderungen mit sich bringt. Es sind vor allem die Begleitumstände, die diese Generation formen und beeinflussen. Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass die Gen Z enorm auf die Unternehmen Einfluss nimmt, liegt es nicht daran, dass sie besonders herausfordernd ist – auch mit der Gen Y musste gelernt werden umzugehen. Der entscheidende Unterschied sind die heutigen Rahmenbedingungen, die der jungen Zielgruppe mehr Macht und Handlungsspielraum geben, ihre Interessen durchzusetzen: Wandel zum Bewerbermarkt, Demographie, Digitalisierung, Akademisierung, Globalisierung, Fachkräftemangel – um einige zu nennen. Dies alles verleiht der Generation Z eine starke Position bei der Jobsuche – Unternehmen, die Nachwuchskräfte für sich gewinnen möchten, müssen den Anforderungen gerecht werden. Als die Gen Y ins Berufsleben startete, gab es vieler dieser Ströme noch nicht (bzw. noch nicht so ausgeprägt) und Unternehmen sahen bei der Fülle an Bewerbungen und dem Luxus, die Besten für sich auswählen zu können, nicht die Notwendigkeit, etablierte und vor allem bis dato funktionierende Strukturen anzupassen. Die Gen Y musste sich, ob sie es wollte oder nicht, oftmals fügen. Die Grundlagen änderten sich und somit auch die Machtverhältnisse zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben.

Die Z-ler sind eine global vernetzte Generation, die durch Medien, soziale Netzwerke und internationaler Berichterstattung über die Geschehnisse der Welt, wenn sie es wollen, bestens informiert sein kann. Dementsprechend wird ihnen auch eine gewisse Weltoffenheit nachgesagt. Diese Generation gilt vom Elternhaus her als gut beschützt und, wenn man es überspitzt formulieren möchte, verwöhnt. Meistens ist ihnen alles erlaubt – selbst ihre Eltern sind noch jung Gebliebene, die ihren Kindern alles ermöglichen möchten und dafür helikopterartig den Weg freiräumen. Kein Wunder, dass diese jungen Menschen als wenig rebellisch gelten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie nicht für Rechte und gegen Ungerechtigkeiten auf die Straßen gehen. Nur bei ihnen konzentriert sich das weniger auf speziell persönliche Interessen als vielmehr auf das große Ganze, was uns alle betrifft: Umweltschutz, globale Erwärmung, Flüchtlingshilfe usw.

Der Schüler von heute ist die Nachwuchskraft von morgen

Heute noch in der Schule – morgen bereits in der Arbeitswelt zuhause. Die jungen Menschen der Generation Z, die den neuen Jahrgang der Nachwuchskräfte stellen, erleben gerade den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Und dieser ist für einige nicht gerade leicht, denn Schule und Arbeit können unterschiedlicher nicht sein: Während der Schulalltag per Stundenplan zeitlich und inhaltlich definiert ist, Aufgaben auf Anweisung erledigt werden und man ein Portfolio an Fächern besucht, gestaltet sich der Arbeitsalltag zuweilen erheblich anders. Der Tagesablauf ist nicht zwangsläufig vorgegeben, Aufgaben variieren, müssen zum Teil selbst erarbeitet werden, bauen aufeinander auf oder erfordern eigen- und selbstständiges Arbeiten, Mitdenken und Organisieren. Zudem haben Schülerinnen und Schüler i. d. R Kontakt zu Mitschülern gleichen Alters, im Unternehmen treffen sie auf und arbeiten mit Personen unterschiedlichen Alters, mit denen sie plötzlich auf Augenhöhe agieren. Darüber hinaus sind allgemeine und betriebsinterne Regeln, Abläufe und Vorgaben fremd und nicht selbstverständlich.

Unternehmen, die Verständnis für diese Situation aufbringen und die Unsicherheiten, die der Übergang von der Schule in den Beruf mit sich bringt, gut auffangen, geben jungen Menschen von Anfang an ein Gefühl der Sicherheit.

Motivatoren im Beruf: Welche Bedürfnisse und Erwartungen junge Menschen haben

Die Generation Z wurde von diversen Krisen, Umweltprotesten, Problemen auf dem Arbeitsmarkt und nicht zuletzt Corona geprägt. Die Erfahrung, dass nur wenig beständig ist und ihre Lebenswelt einem steten Wandel unterliegt, beeinflusst sie. Diese Erlebnisse tragen dazu bei, dass junge Menschen vermehrt nach Stabilität und Sicherheit streben und dieses oftmals mit ihrer Familie kompensieren. Gleichzeitig besteht der Anspruch an die Arbeitgeber, den Jugendlichen entsprechende Sicherheit in ihrem Berufsleben zu geben: Jugendliche wünschen sich einen festen Job mit festen Arbeitszeiten, einem regelmäßigen Einkommen und viel Zeit für die Familie. Kurzum: Die Generation Z will nicht für die Arbeit existieren, sondern eine klare Trennung von beruflichem und privatem Leben, quasi eine Work-Life-Separation. Die junge Generation wünscht sich, anders als ihre Eltern, einen Beruf, der einen Sinn erfüllt, genügend Zeit für Privatleben lässt und sie individuell fördert. Die Generation Z sieht ihrem Berufsleben mit pragmatischem Realismus entgegen. Materielle Erwartungen sind dabei nur untergeordnet vorhanden und werden von den sogenannten weichen Faktoren geschlagen.

Die klassische Karriere mit Aussicht auf viel Geld ist also nicht mehr der ausschlaggebende Motivator bei der Wahl eines Arbeitgebers. Die zentralen Fragen sind hier vielmehr: „Passt das Unternehmen zu mir und meinen Vorstellungen? Was bietet mir der Arbeitgeber während und nach meiner Ausbildung?“ Möchte man die jungen Menschen als Nachwuchskräfte für sich gewinnen und als Ausbildungsunternehmen positiv hervorstechen, sollte man genau hierauf eingehen. Dieses „Sich-auf-die-Zielgruppe-einstellen“ lohnt sich. Dazu zählt auch, die Bedürfnisse und Wünsche der jungen Menschen im Allgemeinen zu kennen und beim Azubi-Recruiting in den Fokus zu rücken.

Veranstaltungstipp: Total Digital - so erreichen Sie Ihre Zielgruppe Generation Z

Recruiter, die mehr darüber erfahren möchten, wie sie die Gen Z erreichen und als Azubis für ihr Unternehmen gewinnen, sind herzlich zu dem Webinar „Total Digital - so erreichen Sie Ihre Zielgruppe Generation Z“ am 9. Dezember 2021 eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Infos und Anmeldung unter aubi-plus.de/veranstaltungen/webinar-total-digital/

Die Generation Z finden und für sich gewinnen

Ansprechpartner für junge Menschen sind vor allem ihre Eltern, aber auch Freunde und Bekannte sowie die Lehrkräfte in den Schulen, mit denen sie den Berufsorientierungsunterricht haben. Ausbildungsbetriebe, die Jugendliche für sich gewinnen möchten, sollten unbedingt diese „Sub-Zielgruppen“ in ihre Recruiting-Strategie einbeziehen. Darüber hinaus werden die jungen Menschen der Generation Z nicht umsonst auch Digital Natives genannt. Während alle das Internet und die sozialen Netzwerke nutzen, lebt diese Generation förmlich darin, denn ein großer Teil ihres Lebens spielt sich in der Online-Welt ab. Klar, dass die meisten Jugendlichen auch dort nach Informationen suchen. Laut der McDonald’s Ausbildungsstudie 2019 ist für rund 70 Prozent der jungen Menschen das Internet, neben den persönlichen Gesprächen mit Eltern, Freunden und Bekannten, eine der wichtigsten Informationsquellen bei der beruflichen Orientierung und der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz.

Folgende Maßnahmen können Sie für Ihr Ausbildungsmarketing ergreifen - digital und analog:

  • Einen für Jugendliche ansprechenden Online-Auftritt umsetzen
  • Ihr Social-Media-Marketing auf die junge Zielgruppe abstimmen
  • Recruitingvideos erstellen
  • Ihre Stellenanzeigen durchdenken und ansprechend aufmachen
  • Eigenen Bewerbungsratgeber veröffentlichen
  • Tag der offenen Tür anbieten
  • Praktika anbieten
  • Nach Vertragsabschluss Preboarding-Maßnahmen einsetzen
  • Und und und

Seien Sie bei der Wahl der Maßnahmen vor allem authentisch. Die genutzten Mittel müssen zu Ihnen und Ihrem Unternehmen passen.

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