Digitalisierung soll Abläufe vereinfachen

Das Ziel der Digitalisierung ist die Vereinfachung der Abläufe für alle Beteiligten: Für den Recruiter und für den Bewerber. Es geht darum, Hürden für die Bewerbung zu verringern und Kontaktaufnahmen, Umsetzungen und Entscheidungsprozesse einfach und schnell zu gestalten.

Idealerweise ist nicht nur ein Teil des Ganzen digital ausgerichtet, sondern der gesamte Prozess. Um einen vollständigen digitalen Bewerbungsprozess abbilden zu können, bedarf es bestimmter technischer Voraussetzungen und persönlicher Kompetenzen. Das entsprechende Equipment, also Hard- und Software, sowie in der Bedienung geschulte Personaler müssen vorhanden sein. Denn um die digitalen Tools optimal zu bedienen und zu nutzen, bedarf es ausgebildeten Personals.

Zur erfolgreichen Umstellung von analog auf digital braucht es ein gutes Veränderungsmanagement

Damit die Umstellung von analogen zu digitalen Lösungen im Unternehmen ein Erfolg wird, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Änderung etablierter Strukturen grundsätzlich eine Herausforderung darstellt und selten reibungslos über die Bühne geht. Hilfreich ist, alle Schritte genau zu planen, zu prüfen und zu evaluieren, bevor sie in die Umsetzung gehen und die Mitarbeiter von Beginn an in diesen Prozess einzubinden. Denn die Personen, die online rekrutieren, müssen nicht nur die Technik beherrschen und die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren kennen, sondern idealerweise auch zu 100 Prozent davon überzeugt sein.

Bei der Entscheidung für Softwarelösungen ist ein strategisches Vorgehen ratsam; ausbildende Unternehmen sollten unterschiedliche Anwendungen testen, um die für sie optimale Softwarelösung zu finden. Es empfiehlt sich zudem, nicht nur ein Tool zu nutzen, sondern mindestens zwei. Bei technischen oder anwendungsbedingten Problemen kann somit immer auf eine Alternative zurückgegriffen werden.

Digitale Skills sind keine Selbstverständlichkeit

Aber nicht nur Personaler müssen sich fachgerechte digitale Skills aneignen; ohne, dass sich zugleich der Bewerberpool auf die neuen Bewerbungsformen einlässt, funktioniert es nicht. Das Know-how der Bewerber können Unternehmen nur bedingt beeinflussen. Es ist jedoch ein Irrglaube, dass Jugendliche, nur weil sie jung sind und als digital affin gelten, automatisch kein Problem mit der Anwendung der Software haben. Im Gegenteil: Telefonkonferenzen via Skype oder MS‑Teams gehören nicht zum digitalen Alltag der jungen Menschen und sind eher unbekanntes Terrain. Sind die Unternehmensvertreter selbst überfordert und verunsichert, strahlen sie dieses auch aus. Und das wiederum kann einen entscheidenden Einfluss auf den weiteren Bewerbungsverlauf und auf die Entscheidung des Bewerbers für oder gegen den Ausbildungsbetrieb haben. Um den Bewerbern Unsicherheiten und Berührungsängste zu nehmen, sollten sich die Azubi‑Recruiter optimal mit den Programmen auskennen, damit sie bei Problemen Hilfestellung geben und Alternativlösungen aufzeigen können. Das zeugt von Souveränität und Kompetenz und vermittelt den Jugendlichen das Gefühl von Sicherheit und in „guten Händen“ zu sein.

Ein professioneller Umgang mit Problemen schafft Sicherheit und trägt zu einer positiven Candidate Experience bei

Letztlich wird dadurch nicht nur der digitale Bewerbungsprozess als positiv wahrgenommen, sondern zudem das Unternehmen. Und weil bei einem technik-basierten Verfahren nun mal die Technik immer wieder einen Streich spielen kann, hilft es ungemein, wenn man nachsichtig mit sich selbst ist und die Situation mit Humor nimmt. Dafür gibt es auch Sympathiepunkte beim Bewerber…




Lesen Sie auch unsere weiteren Beiträge zu dem Thema „New Normal in der Ausbildung?“





Folgendes könnte Sie auch interessieren


New Normal in der Ausbildung? – Remote Recruiting

New Normal in der Ausbildung? – Remote Recruiting

Schon vor Corona ist die Digitalisierung von Recruitingprozessen ein zentrales Thema gewesen. Dennoch war und ist die konkrete Umsetzung in vielen Unternehmen eine Herausforderung. Durch den weltweiten Ausbruch von COVID-19 sind Ausbildungsbetriebe jetzt jedoch darauf angewiesen, ihre etablierten Strukturen und Abläufe für das Recruiting digital anzupassen und auf „new normal“ umzustellen. Corona gilt als der Beschleuniger dieser Entwicklung.

New Normal in der Ausbildung? - Digitalisierte Bewerbungsmöglichkeiten

New Normal in der Ausbildung? - Digitalisierte Bewerbungsmöglichkeiten

Die zentrale Frage momentan lautet: Wie kann der komplette Bewerbungsprozess digital, d. h. ohne physischen Kontakt, gestaltet werden? Unterlagen digital zu übermitteln ist in der heutigen Zeit selbstverständlich. Bewerben per E-Mail, per Online-Formular oder per Video sind in den meisten ausschreibenden Unternehmen etablierte und bewährte Wege. Der dann folgende weitere Bewerbungsprozess ist jedoch oftmals sehr klassisch organisiert und strukturiert. Obwohl Telefoninterviews, Online-Tests und Co. im Rahmen der allgemeinen Personalauswahl bereits gängige Methoden sind, kommen diese bei der Azubi-Auswahl bislang nur wenig zum Einsatz.

AUBI-plus erhält Deutschen Kunden-Award 2020/21

AUBI-plus erhält Deutschen Kunden-Award 2020/21

Hüllhorst, 16. November 2020 – Wie zufrieden sind die Kunden? Wie sind ihre Erfahrungen mit dem Kundenservice? Wie passend finden sie die Leistung im Verhältnis zum geforderten Preis? Diese Fragen waren jetzt Gegenstand der Verbraucherstudie „Deutscher Kunden-Award 2020/21“. In der Branche Jobbörsen (Spezialisten) wurde AUBI-plus „Branchen-Champion Kundenservice“.