Nachwuchskräfte für den Beruf und das Unternehmen begeistern

Sie haben großartige Berufe und sind ein ebenso großartiges Unternehmen? Das ist super - jedoch problematisch, wenn es keiner weiß! In diesem Fall haben Personal- und Ausbildungsverantwortliche die Aufgabe des Marketings hinzugewonnen, ihr Unternehmen und die dortigen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu bewerben. Keine leichte Aufgabe, wenn es um die Gewinnung von Auszubildenden geht. Doch es gibt viele Möglichkeiten, die in diesem Beitrag behandelt und aufgezeigt werden.

Darf man selbst Hand anlegen, bleibt das im Gedächtnis.
Darf man selbst Hand anlegen, bleibt das im Gedächtnis. © serhii bobyk - freepik.com

Vieles musste während der Coronazeit ruhen oder konnte nur virtuell durchgeführt werden. Das ist ein echter Nachteil, denn Nachwuchskräfte können am besten gewonnen werden, wenn sie sich unter dem Beruf etwas ganz Konkretes vorstellen können. Was könnte da besser sein, als es „am eigenen Leib“ zu erleben? Anfassen, machen, vielleicht tatsächlich etwas (einfaches) herstellen, was dann voller Stolz zu Hause präsentiert werden kann – das sind Erlebnisse, die prägen und bleiben. Und mit etwas Fantasie ist das in allen Ausbildungsberufen möglich.

Diese Möglichkeiten gibt es, um Ausbildungsplätze zu bewerben: 

  • Stellenanzeigen
  • Praktika
  • Schnuppertage
  • Azubi-Messen
  • Azubis als Multiplikatoren
  • Schulen
  • Virtuelle Realität (VR)
  • YouTube
  • Podcasts

Stellenanzeigen

Wenn nicht Sie Interesse für Ihren Beruf wecken, macht es auch kein anderer. Gehen Sie auf denkbare Perspektiven nach der Ausbildung ein, zeigen Sie Weiterbildungs- und vor allem Verdienstmöglichkeiten auf. Viele duale Ausbildungsberufe müssen sich nicht vor akademischen Berufen verstecken – im Gegenteil, sie sind absolut gleichwertig. Nutzen Sie das für die Ausschreibung des Ausbildungsplatzes. Der Inhalt sollte so interessant wie möglich sein, neugierig machen und mittel- und langfristige Perspektiven aufzeigen.

Lesetipp: Die perfekte Stellenausschreibung in 11 Schritten

Standardformulierungen, Fachbegriffe und eine ellenlange Liste an Anforderungen können schnell abschrecken und ausbildungsplatzsuchende Menschen daran hindern, sich zu bewerben. Unser Booklet zeigt Ihnen, wie es besser geht! Kostenfreier Download unter aubi-plus.de/perfekte-stellenausschreibung/

Praktika

Wir haben schon öfter für das Praktikum geworben – es ist die wohl beste Möglichkeit, sich gegenseitig und vor allem den Beruf kennenzulernen. Das klassische Schülerpraktikum ist eine Möglichkeit – ein solches Angebot kann man auch aktiv bewerben. Wichtig dabei ist, dass Ihr Praktikumsplatz kein „Lückenfüller“ ist, weil man sonst nichts anderes findet, sondern weil ernsthaftes Interesse besteht.

Ja, ein Praktikum macht Arbeit. Es bietet aber auch tolle Chancen, einen Menschen für den Beruf und die Ausbildung zu begeistern – wenn man es richtig macht! Ganz wichtig: Nicht nur „mitlaufen“, sondern mitmachen (lassen). Selbst Hand anlegen, wenn möglich etwas Bleibendes schaffen, was man anfassen und mitnehmen kann. Im Handwerk sollte das leicht möglich sein. In Büro- oder Verwaltungsberufen ist es schon schwieriger, aber mit etwas Fantasie geht es auch hier. Schon das Erstellen einer Excel-Tabelle, versehen mit einer Formel und automatischer Berechnung kann ein Highlight sein. Oder eine PowerPoint-Präsentation, bei der das Praktikum, der Ausbildungsberuf und das Unternehmen vorgestellt werden – das kann die Praktikantin bzw. der Praktikant anschließend auch für die Vorstellung in der Schule und den Praktikumsbericht verwenden.

Suchen Sie möglichst spannende Elemente des Berufes und lassen Sie Ihren Praktikanten diese selbst erleben. Sie haben Kundentermine? Dann lassen Sie den Praktikanten diese vorbereiten und nehmen Sie ihn dann mit. Sie machen gerade eine Unterweisung Ihrer Auszubildenden? Lassen Sie den Praktikanten teilnehmen. Geben Sie ihm Gelegenheit, sich mit den vorhandenen Auszubildenden auszutauschen. Die sprechen auf Augenhöhe und sind damit glaubwürdiger als der schönste Vortrag des Geschäftsführers oder Ausbilders.

Lassen Sie weitere Praktika zu – auch außerhalb des Schülerpraktikums. Vielleicht in den Ferien oder an einigen Nachmittagen. Wenn es geht, zahlen Sie eine kleine Aufwandsentschädigung – das ist erstes selbst verdientes Geld und motiviert ungemein. 

Kostenfreie Ausschreibung Ihrer Schülerpraktikumsplätze

Wir von AUBI-plus finden: Praktika sind eine gute Sache – und zwar für beide Seiten. Schülerinnen und Schüler können ihren Berufswunsch festigen (oder auch hinterfragen), Ausbildungsbetriebe kommen frühzeitig in Kontakt mit potenziellen Nachwuchskräften. Deshalb bieten wir unseren Kunden die Ausschreibung von Schülerpraktika in unserem Ausbildungsportal als kostenfreie Inklusivleistung an.

Schnuppertage

Bieten Sie Schnuppertage im Unternehmen an – damit werben Sie für das Unternehmen und den Beruf. Vielleicht auch einen Tag der offenen Tür. Bewerben Sie dieses Event, z. B. an Schulen, in der regionalen Presse, mit Aushängen und Plakaten. Bieten Sie interessante Features an, die neugierig machen – und wenn es eine Tombola ist. Versuchen Sie dabei zugleich, die Eltern anzusprechen, denn diese sind nach wie vor wichtigste Ratgeber für ihre Kinder, wenn es um die Berufswahl geht. Haben Sie die Eltern überzeugt, haben Sie schon gewonnen.

Auch bei solchen Schnuppertagen wichtig: Zeigen Sie den Beruf „zum Anfassen“. Etwas selbst machen, etwa herstellen, ein Werkzeug in die Hand nehmen und, und, und. Schaffen Sie Erlebnisse, die die potenziellen Azubis nicht wieder vergessen. Lassen Sie sich die Namen und Adressen der Besucher geben (eventuell über ein Gewinnspiel) und die Erlaubnis, sie für Rückfragen zu kontaktieren. So können Sie – datenschutzrechtlich sauber – nach der Veranstaltung noch einmal Kontakt aufnehmen und bei Interesse „nachlegen“.

Azubi-Messen

Jetzt gibt es sie ja wieder, die regionalen Ausbildungsmessen. Treiben Sie den Aufwand und präsentieren sich dort mit Ihren Ausbildungsberufen und Ihrem Unternehmen. Auch hier gilt: Eindruck machen – machen lassen. Der Beruf zum Anfassen. Das bloße Verteilen von Flyern hilft nicht wirklich.

Sie müssen ja nicht gerade einen Hubschrauber in die Messehalle stellen, wie beispielsweise die Bundeswehr oder manchmal auch die Polizei das macht. Aber einen Eye-Catcher sollten Sie schon am Stand haben, vielleicht ein besonderes Werkstück oder eine interessante Maschine. Auch bei einer Messe gilt: Sammeln Sie – datenschutzkonform – Adressen der Interessenten, damit Sie später nachhaken können. Bei interessanten Gesprächen am Stand können Sie auch gleich ein Praktikum oder einen Schnuppertag anbieten.

Azubis als Multiplikatoren

Wer kann besser über die Ausbildung berichten als Ihre Auszubildenden? Auf Augenhöhe, mit derselben Sprache, denselben Interessen wie bei den potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Nutzen Sie Ihre Auszubildenden als Multiplikatoren. Nehmen Sie sie mit zu Ausbildungsmessen, lassen Sie sie einen Tag der offenen Tür organisieren, stellen Sie den Kontakt mit den Praktikanten her. Nehmen Sie sie mit, wenn Sie in einer Schule die Möglichkeit haben, Beruf und Unternehmen vorzustellen.

Ihre Azubis sind in den sozialen Medien unterwegs und kennen sich dort meist recht gut aus. Nutzen Sie das, lassen Sie sie auf Ihren Kanälen über die Ausbildung, über den Beruf und über Ihr Unternehmen berichten.

Schulen

Zugegeben, das ist nicht immer ganz einfach. Einige Schulen und Lehrkräfte sind ausgesprochen dankbar, wenn Unternehmen bereit sind, sich selbst und vor allem die Ausbildungsberufe im Rahmen der Berufsorientierung vorzustellen und bieten Ihnen damit ein gutes Forum. Bei anderen beißen Sie mit solchen Ideen auf Granit, da wird sofort kommerzielle Werbung (für Produkte) unterstellt – da haben Sie keine Chance. Aber es gibt ja meist mehrere Schulen im Umkreis – versuchen Sie es dann dort. Bieten Sie auf jeden Fall Ihre Praktikumsplätze an – dagegen können auch die eher zurückhaltenden Lehrkräfte eigentlich keine Einwände haben.

Bei einem guten Verhältnis zu einer Schule (oder zu mehreren) können Sie auch eine Betriebsbesichtigung anbieten und organisieren. Oder Sie tun sich mit anderen Unternehmen aus der Region zusammen und führen eine Mini-Azubi-Messe an der Schule durch. Eine gute Idee sind auch Veranstaltungen für Eltern (Elternsprechtage), bei denen Sie Werbung für Ihren Beruf und Ihr Unternehmen machen können.

AUBI-plus bringt Sie an die Schulen

Fehlen Ihnen die passenden Schulkontakte, greifen Sie gerne auf unser Netzwerk zurück. „Seit vielen Jahren arbeiten wir mit Partnerschulen zusammen und unterstützen Lehrkräfte mit verschiedenen Materialien, Medien und Webinaren bei der Gestaltung des Berufsorientierungsunterrichts“, sagt Caroline Peitsmeier aus der Fachberatung Berufs- und Studienorientierung von AUBI-plus. „Besonders freut uns die Resonanz auf unser neues interaktives Trainingsheft ,Berufsorientierung NEXT LEVEL‘. Interessierte Ausbildungsbetriebe können sich mit Anzeigenplatzierungen an den Heften beteiligen und Schülerinnen und Schüler gezielt auf Ihre Praktikums- und Ausbildungsangebote aufmerksam machen.“

Virtuelle Realität (VR)

Diese Idee ist mit einigem Aufwand verbunden, aber vielleicht arbeiten Sie ja bereits mit der virtuellen Realität. Dann kann es ein echtes Highlight sein, wenn Sie einen Beruf mit der VR-Brille möglichst realistisch vorstellen können. Und das Beste daran: Es geht nicht nur auf Messen oder anderen Veranstaltungen, sondern ggf. auch online (falls z. B. Corona noch einmal zuschlagen sollte). Viele junge Menschen verfügen bereits über eine VR-Brille, die sie für ein solches Angebot gut nutzen können.

Natürlich ist „echtes“ Anfassen besser, aber bei der VR ist man schon recht dicht an der Realität. Für einige Berufsfelder gibt es bereits solche Angebote von professionellen Anbietern. Diese sind zwar oft für Schulen gedacht, können aber teilweise auch von Unternehmen eingesetzt werden.

YouTube

Vielleicht kennen Sie den YouTube-Film von dem Glasermeister, der mit einem originellen Video auf YouTube um Auszubildende wirbt. Hat wohl gut funktioniert. Das können sie auch! Natürlich ist es ein gewisser Aufwand, einen möglichst professionell wirkenden Film zu drehen, aber wozu haben Sie Ihre Auszubildenden? Das ist doch eine tolle Aufgabe! Den Film können Sie dann auch auf Ihrer Homepage oder Ihrer Karriereseite einstellen. Und Ihre Auszubildenden (und andere Mitarbeiter) sorgen über ihre Social-Media-Kanäle ebenso für die entsprechende Verbreitung wie Ihre Marketingabteilung.

Podcasts

Podcasts sind ein weiterer Weg, die Zielgruppe zu erreichen. Hier sind verschiedene Formate wie Erfahrungsberichte, Interviews oder Berufsvorstellungen denkbar. „In unserem Podcast ,AUBI-talk – der Ausbildungspodcast‘ haben sich besonders Interviews mit Menschen bewährt, die selbst noch in der Ausbildung sind oder gerade erst ausgelernt haben“, sagt Nele Engelsmeier, Podcast-Moderatorin von AUBI-talk. „Ihre Erfahrungen sind für Ausbildungsplatzsuchende besonders authentisch.“  

Das war eine Reihe von Ideen – es gibt sicherlich noch viel mehr. Nutzen Sie Ihre Fantasie und die Ideen Ihrer Auszubildenden und Mitarbeiter!

Folgendes könnte Sie auch interessieren


Social-Media-Recruiting: „Emotion vor Information"
Social-Media-Recruiting: „Emotion vor Information"

Stefan Scheller ist Experte für Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, New Work und digital HR. Im Interview mit der AUBI-news-Redaktion gibt er Tipps, wie Ausbildungsbetriebe neue Azubis gewinnen können.

BIBB startet Portal für berufliche Orientierung
BIBB startet Portal für berufliche Orientierung

Pressemitteilung des BIBB vom 28.05.2023. Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein Prozess, den es zu begleiten gilt. Bei der Berufsorientierung sollen sich Jugendliche einerseits ihrer Interessen und Kompetenzen bewusst werden. Andererseits müssen sie diese mit den sich ständig ändernden Anforderungen der Arbeitswelt abgleichen und ihre Entscheidungen entsprechend abwägen. Vor diesem Hintergrund versteht sich das neue Portal "zynd" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowohl als Angebot für Jugendliche als auch und vor allem für pädagogische Fachkräfte - denn deren Anliegen ist es, junge Menschen im Prozess der beruflichen Orientierung erfolgreich zu unterstützen.

Betriebliches Lernen individuell gestalten
Betriebliches Lernen individuell gestalten

Jeder Mensch lernt anders. Daher ist es unumgänglich, dass Sie als Ausbilderin bzw. Ausbilder auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Auszubildenden eingehen. Es gibt auf der einen Seite verschiedene Lernstile und auf der anderen Seite noch viel mehr verschiedene Methoden, die Sie nutzen können, um den Ausbildungserfolg zu sichern und Ihre Azubis ans Ziel zu bringen.