Das richtige Alter

In manchen Fällen kommt das Verlassen deines Elternhauses früher als gedacht. Etwa, wenn deine Ausbildungsstelle zu weit entfernt ist und es aus logistischen Gründen keinen Sinn macht, zu Hause wohnen zu bleiben. Praktischerweise fallen solche Situationen im Normalfall mit dem notwendigen Mindestalter für eine eigene Wohnung zusammen – das liegt nämlich bei 16 Jahren. Auch wenn sie nicht mit in deine ersten eigenen vier Wände ziehen, brauchst du deine Eltern: Sofern du noch nicht volljährig bist, sollten sie bei der Unterzeichnung des Mietvertrags dabei sein und sind in finanziellen Belangen eventuell sogar als Bürgen gefragt.

Die richtige Wohnung

Schritt zwei nach der Entscheidung für den Auszug ist die Suche nach einer geeigneten neuen Bleibe. Bis zur Vertragsunterzeichnung sind allerdings noch ein paar Zwischenschritte zu machen:

Wohnungssuche: Geduld oder Vitamin B

Zunächst gilt es, überhaupt eine passende Wohnung zu finden. Das kann sich als ziemliches Geduldsspiel erweisen. So ist etwa in Universitätsstädten die Fluktuation recht hoch, allerdings steht hier vor jedem Semesterbeginn wahrscheinlich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Studienanfängern vor demselben Problem wie du – da kann es mit Studenten-Appartements oder WG-Zimmern schon mal eng werden.

Daher solltest du rechtzeitig die obligatorischen Quellen zwecks Recherche bemühen: Am erfolgversprechendsten sind in dieser Hinsicht wohl die Wohnungsanzeigen im Internet und in der Zeitung. Weitere Anlaufstationen können aber auch Maklerbüros, die sozialen Netzwerke oder die Studentenwerke sein. Praktisch ist ein gewisses Maß an Vitamin B vor Ort – wer Glück hat, der kennt jemanden, der jemanden kennt, der… und so weiter.

Die Finanzen: Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellen

Eines der wichtigsten K.O.-Kriterien, jedenfalls solange deine finanziellen Mittel in einem überschaubaren Bereich liegen, ist der Mietpreis. Den musst du schließlich erst einmal zusätzlich zu deinen sonstigen Ausgaben aufbringen. Laufende Kosten verursacht schließlich deine gesamte Lebenshaltung (also Essen, Klamotten, Haushalt und die Freizeitgestaltung); dazu kommen noch die ebenso notwendigen, aber selten erfreulichen Ausgaben für Handyverträge, Versicherungen, Internet-Anschluss und GEZ. Um verfrühte Euphorie zu vermeiden, solltest du bei der Mietpreis-Zusammenstellung ganz genau hinsehen:

  • Die Angabe der Kaltmiete bedeutet zusätzliche Ausgaben für Nebenkosten und Heizung; in der Warmmiete sind diese schon enthalten.
  • Zu der Warmmiete wiederum kommt der Strom noch on top hinzu.
  • Nicht zu vergessen: Die Mietkaution. Bis zu drei Netto-Monatsmieten kann dein Vermieter dafür veranschlagen.

Wohnungsbesichtigung und Übergabeprotokoll: Darauf kommt es an

Trotz vielversprechender Bilder im Internet ist eine Wohnungsbesichtigung Pflicht, schließlich dient sie dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Zuge einer Selbstauskunft – das ist ein kurzer Fragebogen – kann der potenzielle Vermieter Informationen über deine Person (Einkommenssituation, Berufstätigkeit, Anzahl der Personen, die einziehen, etc.) einholen. Wichtiger für dich ist natürlich die Begutachtung der Räumlichkeiten. Übliche Problemzonen, beoi denen du genau hinschauen solltest, sind:

  • Wände und Decken, weil hier womöglich Schimmel angesiedelt ist.
  • Fenster und Türen sollten dicht sein und sich möglichst ohne Probleme öffnen und schließen lassen.
  • Sanitären Anlagen, da geht es neben der Funktionstüchtigkeit vor allem um das Thema Sauberkeit.
  • Fußböden.

Willst du die Wohnung trotz etwaiger Mängel beziehen, dann setze den Vermieter über diese in Kenntnis – und zwar VOR dem Einzug. Ansonsten wird es möglicherweise problematisch nachzuweisen, dass die Schäden bereits vorhanden waren. Was wiederum bedeuten kann, dass du die Kosten für die Renoveirung selber tragen musst. Ein Übergabeprotokoll dient in dieser Hinsicht als Absicherung für beide Seiten.

Die Formalitäten: Lästig aber notwendig

Stichwort Übergabeprotokoll: Das gehört zu der Kategorie, die allzu leicht unter „lästiger Papierkram“ verbucht wird. Trotzdem solltest du dir die nötige Zeit dafür nehmen, um später unangenehmen Überraschungen zu vermeiden.

  • Mietvertrag: Die Bestätigung für den Weg in die Freiheit sollte gründlich gelesen werden. Der Mietvertrag enthält alle wichtigen Informationen und Bestimmungen zu den involvierten Parteien (also dir und deinem Vermieter), zu Miete, Mietkaution, zur Wohnung selbst (also eventuelle Einrichtung und/oder zusätzliche Räume, Größe etc.), zu wichtigen Fristen, Reparaturen oder Ausbesserungen, sowie Sonderregelungen zu Haustieren. Das sorgfältige Lesen ist so wichtig, weil die Vertragsklauseln bei Unstimmigkeiten immer Gültigkeit besitzen. Also besser schon vor der Unterschrift aufpassen!
  • Ummelden: Ebenfalls wichtig sind die Ummeldungen, die bei einem Umzug erledigt werden müssen. Nicht nur, damit dich deine Post auch in Zukunft verlässlich erreicht oder du weiterhin angerufen werden kannst. Es geht unter anderem auch darum, unangenehmen Konsequenzen vorzubeugen. Beim Stromverbrauch etwa sind das höhere Kosten und empfindliche Nachzahlungen, falls du es versäumst, dich bei deinem Stromanbieter anzumelden. Eine Überblickliste hilft dabei, niemanden bezüglich deiner Adressänderung zu vergessen.
  • Versicherungen: Ein weiterer Punkt, der mit dem Umzug an Bedeutung gewinnt, ist dein Versicherungsschutz, für den du in vielen Bereichen selbst verantwortlich bist. Das ist natürlich ein Kostenfaktor. Informiere dich gut, welche Versicherungen du tatsächlich zwingend brauchst und welche eher optional sind.

Die Füße endlich in der eigenen Wohnung unter den eigenen Tisch stellen zu können, ist nicht immer das reine Zuckerschlecken. Die vielen Dinge, die es dabei zu beachten gibt, gehören allerdings zum Erwachsenwerden und zur persönlichen Freiheit dazu. Das solltest du bei aller Vorfreude auf die eigenen vier Wände immer im Hinterkopf behalten!

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