Eigentlich ist die Firma Hengst Automotive ein Arbeitgeber, wie ihn sich viele wünschen: Ihre High-Tech-Produkte sind weltweit gefragt, der Umsatz, zuletzt knapp unter 400 Millionen Euro, steigt Jahr für Jahr, ebenso die Mitarbeiterzahl (zuletzt weltweit 3000). Gezahlt werde gut, das Betriebsklima sei bestens und die Zukunftsaussichten des Familienunternehmens ausgezeichnet, versichert die Personalreferentin Barbara Allen. Dennoch hat der Automobilzulieferer Probleme, für seinen Standort in Nordwalde genügend Auszubildende zu finden. 30 Prozent der Lehrstellen an den beiden Standorten Münster und Nordwalde seien nicht besetzt. Für 2015 würde Hengst gerne sieben Azubis in Nordwalde einstellen. „Noch gibt es leider nur wenige Bewerbungen“, sagt Allen.

So wie Hengst geht es vielen Unternehmen in der Region, weiß Hans-Gerhard Gajewski, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Rheine. Auch deshalb stellte er jetzt seine Ausbildungsbilanz jetzt in den Räumen der Firma Hengst vor. 3334 Ausbildungsplätze, 278 mehr als im Vorjahr, wurden im Ausbildungsjahr 2013/2014 im Kreis Steinfurt der Arbeitsagentur gemeldet; Zugleich sank die Zahl der Bewerber um 73 auf 3962: umversorgt blieb kaum noch jemand. Was die Bewerber freut, macht den Firmen Sorgen: Ihnen fehlen dringend benötigte Fachkräfte. 140 Lehrstellen blieben zum Ende des aktuellen Berichtsjahres unbesetzt. „Die Gründe dafür sind vielfältig“, beschrieb Gajewski die Situation. „Viele Bewerber konzentrieren sich auf einige wenige Berufsbilder. So stehen kaufmännische Berufe hoch im Kurs. Im gewerblich technischen Bereich liegen KFZ-Mechatronik und Industriemechanik weiterhin vorne. Andere Tätigkeiten, die hochinteressant sein können und gute Perspektiven bieten, haben Jugendliche häufig nicht im Blick“, so Gajewski. „Trotz intensiver Information durch die Berufsberatung.“

Marcus Gross, Hengst-Standortleiter in Nordwalde, will deshalb die Kontakte zu Schulen intensivieren. Die jungen Leute hätten kaum eine oder eine ganz falsche Vorstellung von manchen Berufen. „Vor Ort sein, Gesicht zeigen“, das ist auch die Empfehlung von Stefan Wittrock, Berater im Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Rheine. Gute Noten seien längst nicht mehr entscheidend für eine Einstellung, sagt auch Personalreferentin Allen; genauso wichtig seien Zuverlässigkeit und die Identifikation mit der Arbeit. Dann gebe das Unternehmen auch Bewerbern eine Chance, die sonst nicht unbedingt im Fokus von Personalchefs stehen. So wie Ruslan Schäfer. Der 29-Jährige war ohne Ausbildung als Leiharbeiter bei Hengst tätig – und war schnell fasziniert von der Technik und den Maschinen, wurde erst regulärer Mitarbiter und absolviert seit August eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk.

„Vorbildlich““ findet Gajewski diesen Ansatz. Unternehmen müssten zunehmend auch ungewöhnliche Wege gehen, um Nachwuchs zu rekrutieren. Leider gebe es noch keine Fördermittel, um den Einkommensverlust während der Ausbildung abzumildern. Lohnend sei die Anstrengung aber allemal, denn mit einer abgeschlossenen Ausbildung stünden viele Karrierewege offen.

Aktuelle Ausbildungsangebote von Hengst SE & Co. KG findet ihr im Firmenprofil auf www.aubi-plus.de.

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