Ja, ein Praktikum macht Arbeit und bindet Kapazitäten, aber das Ergebnis zählt und rechtfertigt den Aufwand. Denn eine falsche Entscheidung (auf Seiten des Unternehmens, aber auch vom Jugendlichen) ist aufwendiger und teurer. Neben den klassischen Schülerpraktika, die von der Schule initiiert werden, kommen für interessierte junge Menschen auch freiwillige Praktika, etwa in den Schulferien, infrage. Attraktiver werden diese durch die Zahlung einer Praktikumsvergütung.

Das Recruiting

An Praktikantinnen und Praktikanten kommen Sie im Wesentlichen auf denselben Wegen, wie an Ihre Auszubildenden. Über Online-Ausbildungs- und Praktikumsbörsen, durch Bewerbungen über Social-Media-Kanäle sowie Empfehlungen durch Ihre eigenen Mitarbeiter oder Auszubildende. Nutzen Sie ebenfalls Kontakte zu den Schulen vor Ort und die Präsenz auf Ausbildungsmessen. Derzeit findet wegen der Corona-Pandemie einiges nicht statt, aber diese Situation wird einerseits nicht von Dauer sein und andererseits können Sie auch digitale Lösungen nutzen. Darüber hinaus sind Anzeigen in den regionalen Zeitungen ein weiteres probates Mittel. Wussten Sie übrigens, dass AUBI-plus-Kunden ihre Praktikumsstellen im Ausbildungsportal kostenfrei anbieten können?

Die Durchführung

Rechtzeitige Planung, klare Struktur und zeitlicher Ablauf sichern ein gutes Ergebnis – für alle Beteiligten. Während der Corona-Zeit können Sie auch digitale Formen nutzen. Mit den klassischen Tools wie MS-Teams, WebEx oder Zoom können Sie Inhalte online vermitteln. Nutzen Sie dafür auch vorhandene Medien, wie etwa Erklärvideos oder Tutorials auf YouTube. Lassen Sie Ihre Auszubildenden zu Wort kommen, denn diese sprechen dieselbe Sprache wie Ihre Praktikanten. Machen Sie einen digitalen Rundgang mit der Videokamera – live und in Farbe! Das macht anschaulich, wie es in Ihrem Unternehmen aussieht. Und überlegen Sie, ob nicht trotz der Pandemie ein Besuch im Betrieb – unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen – möglich ist.

Die Inhalte

Inhaltlich sollten Sie den Ausbildungsberuf (oder die Ausbildungsberufe) und natürlich Ihr Unternehmen vorstellen. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen ein realistisches Bild vom Beruf machen können. Deshalb sollten Sie nicht nur die positiven Aspekte darstellen, sondern auch die vielleicht weniger interessanten Tätigkeiten zeigen – Ehrlichkeit ist hier absolut notwendig. Vielleicht können auch Ihre Auszubildenden selbst aus ihrem Alltag berichten und erläutern, warum sie der Meinung sind, den richtigen Beruf gewählt zu haben.

Wo immer möglich, sollten die Praktikantinnen und Praktikanten selbst aktiv werden und „Hand anlegen“ können. Beispielsweise in Form eines Projektes, an dem sie mitwirken können. Idealerweise haben sie am Ende des Praktikums etwas selbst Gemachtes, das sie mit nach Hause nehmen können. Was natürlich im handwerklichen oder produzierenden Bereich einfacher ist als bei Büroberufen. Die Aufgaben, die die Praktikanten bekommen, sollten anspruchsvoll, aber auch erfüllbar sein. Vermeiden Sie langen Leerlauf und Untätigkeit; Langeweile ist der Tod eines erfolgreichen Praktikums.

Auch ganz wichtig: Regelmäßiges Feedback. Die jungen Menschen sind oft unsicher und können ihre Leistung mangels Vergleichsmöglichkeiten und fehlender Erfahrungen noch gar nicht selbst einschätzen. Fragen Sie zudem auch selbst nach, was den Praktikanten gefällt und was nicht. Welche besonderen Interessen sie vielleicht haben und wie sie das Praktikum empfinden.

Am Ende sollte dann ein Gesamtfeedback, vielleicht in Form eines Zeugnisses, erfolgen. Darauf haben die Schülerpraktikanten zwar keinen Anspruch, aber es macht einen guten Eindruck. Neben den ausgeführten Tätigkeiten sollte eine Einschätzung stehen, ob der junge Mensch für den speziellen Ausbildungsberuf geeignet erscheint oder sich vielleicht besser anderweitig orientieren sollte. Achten Sie hierbei, ebenso wie bei anderen Arbeitszeugnissen auch, auf die wertschätzende und positive Formulierung.

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