Überstunden und Minusstunden

„Mein Tag hat 48 Stunden ich sag mein Tag, 172.800 Sekunden ich sag mein Tag.“

Ein Bestandteil deines Ausbildungsvertrags ist die Arbeitszeit. Im Normalfall beträgt diese während deiner Ausbildung 40 Stunden in der Woche. Doch natürlich kann es auch mal vorkommen, dass man z. B. aufgrund einer hohen Auftragslage in einer bestimmten Phase Überstunden machen muss. Alles, was über deine 40-Stunden-Woche hinausgeht, zählt als Überstunde. Du bist nicht verpflichtet, Überstunden zu machen, das ist deine freiwillige Entscheidung! Das heißt: Dein Ausbildungsbetrieb darf nicht von dir verlangen, Überstunden zu leisten und es darf dahingehend auch keine Klauseln in deinem Ausbildungsvertrag geben!

Solltest du als Azubi trotzdem Überstunden machen, müssen diese auch dem Ausbildungszweck dienen. Wenn du also eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolvierst und Überstunden machst, sollten diese Tätigkeiten im Büro bzw. im kaufmännischen Bereich liegen und nicht etwa das Fegen der Halle oder Waschen von Autos im Fuhrpark beinhalten. Achte darauf, dass du deine Überstunden aufschreibst und diese deinem Ausbilder vorlegen kannst. Für Überstunden erhältst du eine Vergütung oder einen Freizeitausgleich.

Allgemein bedeuten Minusstunden, dass man weniger arbeitet als vertraglich vereinbart. Dieser Fall kann eintreten, wenn im Betrieb nicht so viel los, z. B. aufgrund einer niedrigen Auftragslage. In Unternehmen mit einem Arbeitszeitkonto müssen die Angestellten die Minusstunden nacharbeiten. Aber: Als Azubi bist du kein normaler Arbeitnehmer. Du bist im Betrieb, um ausgebildet zu werden. Wenn dich dein Ausbilder einmal früher nach Hause schickt, weil nicht so viel zu tun ist, zählt dies als bezahlte Freistellung. Es dürfen dir dafür keine Minusstunden aufgeschrieben werden!


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