„Die Tage der Jugend, sie glänzen und blühn; O, lass uns die Jugend genießen.“

- Johann Wolfgang von Goethe

Solange du noch nicht volljährig bist, gilt für dich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Damit unterliegst du anderen Bestimmungen als Erwachsene. Hier haben wir die wichtigsten Regelungen hinsichtlich deiner Arbeitszeit für dich zusammengefasst:

Arbeitstage

Du hast eine 5-Tage-Woche: Montag bis Freitag. Im Normalfall ist der Samstag und der Sonntag für dich frei. Ebenso solltest du nicht an Feiertagen arbeiten. Musst du dennoch einmal an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag arbeiten, steht dir ein Ausgleichstag in derselben oder der nächsten Woche zu.

Arbeitszeit

  • Du darfst maximal 40 Stunden in der Woche arbeiten. Für die einzelnen Tage bedeutet das, dass du an fünf Tagen in der Woche im Durchschnitt 8 Stunden ausgebildet wirst. Es kann auch vorkommen, dass du bis zu 8,5 Stunden an einem Tag, in der Landwirtschaft sogar bis zu 9 Stunden, arbeitest. Die Mehrarbeit gleichst du an einem anderen Tag aus.
  • Grundsätzlich darfst du als Minderjähriger nicht zwischen 20:00 und 6:00 Uhr arbeiten; diese Zeit ist Nachtruhe. Wie immer gibt es aber auch Ausnahmen. Wenn du beispielsweise eine Ausbildung zum Bäcker machst und 16 Jahre alt bist, darfst du bereits ab 5:00 Uhr in der Backstube arbeiten, mit 17 Jahren sogar schon ab 4:00 Uhr.
  • Beim Arbeiten in Schichten kann es zu längeren Pausen kommen. Dabei darf die Zeit, die zwischen Beginn und Ende der Schicht liegt, nicht mehr als 10, in einigen Branchen nicht mehr als 11 Stunden betragen.
  • Zwischen zwei Schichten bzw. Arbeitstagen stehen dir mindestens 12 Stunden Freizeit zu.

Pausen

  • Als Jugendlicher unter 18 Jahren steht dir eine Pause zu. Beträgt deine Arbeitszeit zwischen 4,5 und 6 Stunden, hast du 30 Minuten Pause. Musst du mehr als 6 Stunden arbeiten, hast du ein Anrecht auf 1 Stunde Pause.
  • Die Pause muss mindestens eine Stunde nach Beginn und eine Stunde vor Ende der Arbeitszeit liegen. Spätestens nach 4,5 Stunden musst du eine Pause nehmen können.
  • Die halbe bzw. eine Stunde Pause kann auch unterteilt werden, z.B. in Frühstückspause und Mittagspause. Bei Unterteilung muss die Pausenzeit mindestens 15 Minuten betragen.
  • Wenn du aus betrieblichen Gründen wie beispielsweise einem Stromausfall oder einer anderen Störung deine Arbeit unterbrechen musst, zählt diese Unterbrechung nicht als Pause.

Anrechnung von Berufsschulzeiten und anderen Ausbildungsmaßnahmen

  • Die Zeit, die du in der Berufsschule, bei Prüfungen oder anderen Ausbildungsmaßnahmen verbringst, muss auf die Arbeitszeit angerechnet werden.
  • Für einen Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden wird dir ein Arbeitstag mit acht Stunden angerechnet. Wie bei der Freistellung gilt diese Regel jedoch nur an einem Tag in der Woche; an einem weiteren Berufsschultag mit ebenfalls mehr als fünf Unterrichtsstunden wird nur die tatsächliche Berufsschulzeit angerechnet.
  • Wenn die Berufsschule in Form von Blockunterricht mit mindestens 25 Unterrichtsstunden an mindestens 5 Tagen stattfindet, wird dafür eine Arbeitswoche mit 40 Stunden angerechnet.

Weiterführende Informationen

Rechtsgrundlagen

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