Produktdesign (B.A.)
›Produktdesign ist eine Kulturtechnik, die mit einer integrativen Gestaltungspraxis zeitgemäße Produkte, Prozesse und Services so formuliert, dass sich deren Wirkungskraft umfassend und nachhaltig in Gesellschaft, Umwelt, Ökonomie, Technik und Kultur entfalten kann.‹
Gestaltung in der Transformation: Ein Grundsatzpapier für ein zeitgemäßes Produktdesignstudium
Produktdesign steht aktuell vor großen Herausforderungen. Zum rasanten Wandel durch digitale Neuerungen, wie Big Data, Industrie 4.0, Internet of Things, Machine Learning, Quantencomputing, Virtual Reality und künstlicher Intelligenz, müssen zukünftige Designer*innen auch die sich verändernde Umwelt durch den Klimawandel, ethische Fragen im Blick haben. Den sich rasant ändernden Gegebenheiten muss das Produktdesignstudium mit einem ganzheitlichen Ansatz begegnen, der auf Inter- und Transdisziplinarität basiert, und der Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammenbringt.Folgende Anforderungen an das Studium lassen sich formulieren:
- Nachhaltigkeit und Circular Economy
- Verhaltensänderung und Nachhaltigkeit beim Gebrauch
- Gestalter*innen zwischen analogen & digitalen Welten
- Praxis und regionale Produktion, Craft Design
- Gender, Vielfalt und Inklusion
- Unterstützung bei DIY-Prozessen, Identitäts- und Stilbildung
- Theoretische und angewandten Forschung
Antworten auf drängende und unbequeme Fragen der Zeit
Gestaltung zielt auf Attraktivität – was uns attraktiv erscheint, scheint erstrebenswert, plausibel und kann - bestenfalls - verzaubern. In diesem Sinne liefert gute Gestaltung attraktive Antworten auf Fragen, die uns interessieren, selbst, wenn wir erst über die Antwort, dem Produkt der Gestaltung, mit der Frage konfrontiert werden. Gestalten heisst demzufolge zuerst, Fragen stellen - die Fragen leiten uns über den Prozess der Gestaltung zur Form. Ernstzunehmende Gestaltung heute widmet sich deshalb den drängenden und manchmal unbequemen Fragen der Zeit – gerechtes und sozialverträgliches Leben, Gestalten und Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen.Passt dieser Studiengang zu mir?
Im Studiengang Produktdesign erhalten Sie einerseits eine theoretische Grundausbildung, andererseits einen Einblick in die praktische Arbeit von Produktdesigner*innen in Werkstatteinheiten und Projektarbeiten. Im Rahmen des Studiums erarbeiten Sie Lösungen für vorgegebene oder selbst gewählte Aufgabenstellungen.Diese Eigenschaften bringen Sie mit
- Freude an Gestaltung, Kunst, Kultur, Medien, Menschen und Technologie
- Spaß am Entwickeln neuer Ideen und Konzepte
- Kreativität, Selbständigkeit und Neugier
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
Grundstruktur des Studiums
Das Studium Produktdesign mit dem Abschluss Bachelor of Arts ist ein Vollzeitstudium mit acht Semestern. Im Zentrum des Studiums stehen:
- gemeinsame, generalistische Grundlagenausbildung
- individuelle, interdisziplinäre Kurswahl
- integrierte Vorlesungen und Übungen
- technische und handwerkliche Praxis in den Werkstätten und Laboren
- Projektarbeit fachübergreifend und mit Praxispartner*innen
- begleitete studentische Projekte und Übungen
Studienverlauf und Module
In den ersten Semestern werden Gestaltungsgrundlagen, fundierte handwerkliche Fertigkeiten und theoretische Grundlagen vermittelt, Projekterfahrungen gesammelt sowie eine fachliche Orientierung geboten. In den Entwurfs- und Werkstattmodulen findet eine auf den Studiengang zugeschnittene Grundlagenausbildung statt. Dennoch ist eine gewisse Schwerpunktsetzung ausdrücklich erwünscht. Die Lehrveranstaltungen aller drei Studiengänge Interface-, Kommunikations- und Produktdesign werden studiengangsübergreifend unterrichtet. Das Studium fordert und fördert einen individuellen Zuschnitt durch ein ausgeprägtes System von Wahlpflichtangeboten.Den Mittelpunkt des Studiums bildet das Modul »Reflexion«. In einem Gespräch mit Lehrenden präsentieren Sie ihren bisherigen Werdegang, ziehen ein Resümee und planen ihr weiteres Studium.
Die folgenden Semester sind stark geprägt von Entwurfsarbeit in vorwiegend projektorientierten Aufgabenstellungen. Hier können Sie den Schwerpunkt selbst setzen. Sie haben die Möglichkeit, sich zu spezialisieren und bestimmte Themen oder Kompetenzen intensiv zu vertiefen. Oder Sie setzen auf ein breit gefächertes Studium und nehmen an vielen unterschiedlichen Kursen in verschiedenen Bereichen oder auch anderen Designstudiengängen teil. Unser Wahlpflicht-Prinzip macht beide Wege für Sie möglich.
Ein ganzes Semester ist für das Fachpraktikum reserviert. Hier sollen praktische Erfahrungen in Agenturen, Betrieben oder auch in der Forschung gesammelt werden.
Den Abschluss Ihres Studiums bildet die Bachelor-Arbeit, die im achten Semester studienbegleitend angefertigt wird.
Berufliche Perspektiven
Die Tätigkeitsfelder von Produktdesigner*innen sind vielfältig. Klassisch arbeitet er*sie in der Entwicklungs- oder Konstruktionsabteilung eines Unternehmens oder in einem Design-Atelier bzw. in einem Büro für Industriedesign. Der Beruf jedoch wandelt sich und erfordert von Designer*innen nicht nur eine fortdauernde Lernbereitschaft – entwerferisch und theoretisch – darüber hinaus kommt Designer*innen die Verantwortung zu, kompetente Aussagen über zukunftsfähige Perspektiven zu formulieren, die in probate und inspirierte Produktszenarien münden – die Betonung des modernen Gestalter*innentypus liegt auf einer vielseitigen kreativen Professionalität.Weitere Informationen zum Studiengang.
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