AUBI-plus GmbH Dienstag, 5. Juni 2018 7 Minuten Lesezeit

Viele Möglichkeiten mit einem Studium in Wirtschaftspsychologie

Das Studium Wirtschaftspsychologie gehört zu den jüngeren Studiengängen, gewinnt insbesondere in den letzten Jahren jedoch immer mehr an Beliebtheit. Aufgrund der Kombination aus wirtschaftswissenschaftlichen und psychologischen Inhalten, sind Absolventen des Studiengangs vielseitig einsetzbar und inzwischen fester Bestandteil der Unternehmensorganisation. Du kannst dir ebenfalls vorstellen, Wirtschaftspsychologie zu studieren? Wir zeigen dir, welche Fächer das Studium beinhaltet, welche Voraussetzungen du mitbringen musst und welche Möglichkeiten du nach dem Studium hast.

Wirtschaftspsychologen beschäftigen sich mit dem Verhalten des Menschen im ökonomischen Umfeld
Wirtschaftspsychologen beschäftigen sich mit dem Verhalten des Menschen im ökonomischen Umfeld© AUBI-plus GmbH

Wirtschaftspsychologie - Was ist das eigentlich?

Der Studiengang Wirtschaftspsychologie gehört zu den sogenannten Hybrid-Studiengängen. Darunter versteht man ein Studium, das zwei Fächer kombiniert. Wie der Name schon sagt, werden hier die Fachbereiche Wirtschaft und Psychologie verbunden.

Wirtschaftspsychologen beschäftigen sich mit dem Verhalten des Menschen im ökonomischen Umfeld. Sie analysieren und erforschen das menschliche Handeln, Erleben und Entscheiden in wirtschaftlichen Konstrukten, wie Unternehmen, Einrichtungen und Märkten. Dadurch können sie Rückschlüsse auf zukünftiges Verhalten ziehen und wertvolle Handlungsempfehlungen geben, wodurch sie zu wichtigen Beratern für Unternehmen werden. Aus diesem Grund ist die Wirtschaftspsychologie auch Teil der angewandten Psychologie.


Welche Studieninhalte kommen auf mich zu?

Dass das Studium Inhalte der Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie beinhaltet, weißt du inzwischen. Wie genau diese beiden Bereiche verteilt sind, kann jedoch von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich sein - an einigen Unis ist der wirschaftliche Teil größer, an anderen dominiert der psychologische Teil. Eine ganz genaue Auflistung der Studienfächer können wir dir also nicht geben. Um dir einen groben Überblick zu geben, listen wir dir hier einige Studieninhalte auf, die bei den meisten Universitäten abgedeckt werden:

Psychologische Studieninhalte

  • Allgemeine Psychologie
  • Sozialpsychologie
  • Organisationspsychologie
  • Pädagogische Psychologie
  • Differentielle Psychologie

Wirtschaftswissenschaftliche Studieninhalte

  • Rechnungswesen
  • Statistik
  • Recht
  • Marketing
  • Allgemeine Betriebswirtschaftslehre

Hinzu kommen allgemeinbildende Themen wie wissenschaftliches Arbeiten, Wirtschaftsenglisch sowie Zeitmanagement und Konfliktmanagement, die deine Soft Skills schulen und deine persönlichen Kompetenzen weiter ausbauen sollen.

Das Studium der Wirtschaftspsychologie dauert insgesamt sechs Semester und wird mit dem Abschluss Bachelor of Science beendet. Wenn du die ersten Semester erfolgreich hinter dich gebracht hast und eine gewisse Anzahl an Credit Points gesammelt hast, geht es daran, deinen persönlichen Schwerpunkt zu wählen, mit dem du dich bereits im Bachelor-Studium spezialisieren kannst. Auch diese Schwerpunkte sind abhängig von der jeweiligen Hochschule - viele Unis setzen ihre eigenen, individuellen Schwerpunkte. Kern des Ganzen ist jedoch die Spezialisierung auf den Bereich Personalpsychologie, Organisationspsychologie oder Markt- und Werbepsychologie. Du solltest also bereits während des Studiums wissen, in welche Richtung es für dich nach dem Abschluss ungefähr gehen soll.


Welche Voraussetzungen sollte ich für Wirtschaftspsychologie mitbringen?

Wenn du Wirtschaftspsychologie studieren möchtest, musst du zunächst einmal die Hürde des Numerus Clausus nehmen, denn Wirtschaftspsychologie gehört zu den zulassungsbeschränkten Studiengängen. Der NC ist bei jeder Hochschule anders, liegt bei Wirtschaftspsychologie jedoch meistens zwischen 1,4 und 2,0. Es gibt allerdings auch einige private Hochschulen, die den Studiengang anbieten. Dort ist das Studium oft NC frei und für alle Abiturienten zugänglich.

Neben einem guten Abiturzeugnis solltest du auch einige fachliche und persönliche Voraussetzungen mitbringen, um das Studium gut zu meistern. Ein Interesse an Psychologie ist natürlich unabdingbar, doch auch das Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen ist von hoher Wichtigkeit. Wer sich ausschließlich für den Bereich Psychologie interessiert, sollte lieber auf das klassische Psychologie-Studium zurückgreifen. Zusätzlich solltest du auch gute Mathekenntnisse, die du für die wirtschaftlichen Fächer Statistik, Rechnungswesen und Wirtschaftsmathematik benötigst, sowie Biologiekenntnisse mitbringen, die wichtig sind, um beispielsweise den Aufbau des Gehirns oder des Auges nachvollziehen zu können. Auch gute Englischkenntnisse sowie erste Kenntnisse in Pädagogik sind von Vorteil.
Zu den persönlichen Voraussetzungen gehören ein aufgeschlossenes Wesen, Kontaktfreude und eine gute Kommunikationsfähigkeit, denn Teil des Studiums sind einige Präsentationen und Vorträge. Auch im späteren Arbeitsleben nach deinem Bachelor-Abschluss werden dir diese Eigenschaften hilfreich sein.


Was kommt nach dem Wirtschaftspsychologie-Studium?

Arbeitsorte und Tätigkeiten

Hast du deinen Bachelor erst einmal in der Tasche, bieten sich dir mit einem Wirtschaftspsychologie-Studium viele Möglichkeiten und Arbeitsorte. Wie bereits eingangs erwähnt, sind Wirtschaftspsychologen hauptsächlich beratend tätig. Je nachdem, für welchen Schwerpunkt du dich in deinem Studium entschieden hast, kannst du im Anschluss in Personalabteilungen, Marketing- und Werbeagenturen oder in der Unternehmensberatung arbeiten.

Im Bereich Human Resources kannst du vielfältig eingesetzt werden. Im Personalrecruiting bist du dafür zuständig, den perfekten Mitarbeiter für die offene Position zu finden. Durch Assessment-Center und persönliche Gespräche mit den Bewerbern bist du in der Lage, die Person herauszufiltern, die das Unternehmen voranbringt, am besten in das Team passt und natürlich auch die passenden Fachkenntnisse mitbringt. In der Personalentwicklung bist du für das Coaching der Mitarbeiter sowie für die Organisation und Ausarbeitung von Weiterbildungsmöglichkeiten zuständig. Aber auch die Strukturierung und Planung von Arbeitsprozessen sowie die Planung von Teambuilding-Events können Teil deiner Arbeit sein. Egal in welchem Bereich du tätig bist, du arbeitest eng mit dem Management des Unternehmens zusammen und stehst ihm bei allen personalrelevanten Fragen beratend zur Seite.

Auch der Bereich Marketing ist für dich als Wirtschaftspsychologe sehr interessant. Hier kannst du Studien zur Markt- und Verhaltensforschung durchführen und mit dem daraus gewonnen Wissen die für die Zielgruppe optimalen Marketingmaßnahmen erarbeiten. Auch für die bestmögliche Positionierung von Unternehmen am Markt oder für die perfekte Vermarktung und Gestaltung von Produkten und Websites kannst du eingesetzt werden.

Die Unternehmensberatung gehört wohl mit zu den beliebtesten Arbeitsbereichen. Je nachdem, in welcher Branche die Unternehmensberatung, bei der du tätig bist, angesiedelt ist, analysierst du beispielsweise das Unternehmensmanagement und deren Strukturen, um anschließend Handlungsmaßnahmen zur Optimierung zu erarbeiten, oder du unterstützt Unternehmen in Personalfragen und hilfst als externer Dienstleister dabei, das passende Personal für eine schwer zu besetzende Stelle zu finden.

Selbstverständlich kommen auch noch eine Menge andere Bereiche für dich in Frage. Generell kannst du nämlich überall dort arbeiten, wo ein Zusammenspiel von Mensch und Wirtschaft stattfindet.

Was du mit dem Studium Wirtschaftspsychologie nicht machen kannst, ist in der klinischen Psychologie arbeiten und Psychiater werden, auch, wenn viele Inhalte der allgemeinen Psychologie während des Studiums behandelt werden. Dieser Studiengang bezieht sich konkret auf das Verhalten und Erleben von Menschen im wirtschaftlichen Kontext - gesundheitliche Probleme und die Diagnose von psychischen Krankheiten gehören nicht zum Studieninhalt. Solltest du den Wunsch haben, Psychiater zu werden, solltest du dich also für den klassischen Psychologie-Studiengang entscheiden. In unserem Blogbeitrag "Wie wird man eigentlich Psychotherapeut?" erklären wir dir, wie du den Weg zum angesehenen Psychotherapeut schaffst.

Master-Studium

Selbstverständlich bietet es sich auch an, nach dem Bachelor den Master anzuschließen und einen noch höheren Abschluss zu erreichen. Dabei kannst du dich entweder erneut für den allgemeinen Master-Studiengang Wirtschaftspsychologie (M.Sc.) oder aber für eine Spezialisierung entscheiden. In Frage kommen beispielsweise noch folgende Studiengänge:

Selbstverständlich gibt es noch mehr Master-Studiengänge, die für dich in Frage kommen - je nachdem, in welchem Bereich du dich weiter spezialisieren möchtest. In unserer Studiengangssuche kannst du nach weiteren möglichen Master-Studiengängen schauen.


Wo kann ich Wirtschaftspsychologie studieren?

Wenn du dich für diesen Studiengang entschieden hast, hast du verschiedene Möglichkeiten für den Studienstart. Du kannst zum einen natürlich ein klassisches Vollzeitstudium anstreben, das du an staatlichen und privaten Hochschulen beginnen kannst, oder aber dich für ein duales Studium entscheiden. Dabei studierst du ganz normal an einer Hochschule, arbeitest jedoch zusätzlich während der Semesterferien oder während spezieller Praxisphasen bei einem Unternehmen und kannst so bereits während der Studienzeit wertvolle Praxiserfahrung sammeln. In unserem Ausbildungsportal erhältst du sowohl eine Übersicht über Unis, die Wirtschaftspsychologie anbieten, als auch über Unternehmen, die ein duales Studium in Wirtschaftspsychologie inserieren
Zudem ist es selbstverständlich auch möglich, ein berufsbegleitendes Studium zu absolvieren. Dies funktioniert über Fernhochschulen oder über Teilzeitstudiengänge an staatlichen und privaten Hochschulen.