EU-Kommission will Jugendmobilität mit GB erleichtern

Pressemitteilung der EU-Kommission vom 18. April 2024: Junge EU-Bürgerinnen und Bürger sowie britische Staatsangehörige sollen im Vereinigten Königreich bzw. in der Europäischen Union leichter studieren, arbeiten und leben können. Deshalb hat die EU-Kommission den Ministern der EU-Mitgliedstaaten im Rat die Aufnahme von Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich über ein Abkommen zur Erleichterung der Jugendmobilität vorgeschlagen.

EU und Großbritannien
EU und Großbritannien © starline by freepik.com

Brexit führte zu geringerer Mobilität

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union führte zu einer Verringerung der Mobilität zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Besonders junge Menschen haben weniger Möglichkeiten, Lebenserfahrungen jenseits des Ärmelkanals zu sammeln und an einem Austausch in den Bereichen Jugend, Kultur, Bildung, Forschung und Ausbildung teilzunehmen. 

„Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union hat junge Menschen in der EU und im Vereinigten Königreich, die gerne im Ausland studieren, arbeiten und leben möchten, besonders hart getroffen“, sagte Maroš Šefčovič, Exekutiv-Vizepräsident für den europäischen Grünen Deal, interinstitutionelle Beziehungen und Vorausschau. „Heute unternehmen wir den ersten Schritt hin zu einem ehrgeizigen, aber realistischen Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, das hier Abhilfe schaffen soll. Unser Ziel ist es, wieder Brücken zwischen jungen Europäerinnen und Europäern auf beiden Seiten des Ärmelkanals zu bauen.“

Der Vorschlag zielt darauf ab, die derzeit größten Hindernisse für die Mobilität junger Menschen auf innovative Weise zu beseitigen und für junge Menschen das Recht zu schaffen, leichter und für einen längeren Zeitraum aus der EU in das Vereinigte Königreich und umgekehrt zu reisen. In dem Vorschlag werden die Bedingungen festgelegt (Alter, Höchstdauer des Aufenthalts, Voraussetzungen für Teilnahme an der Mobilitätsregelung und Regeln für die Überprüfung von deren Einhaltung), die erfüllt sein müssten, damit junge Menschen (für Studium, Ausbildung oder Arbeit) ihren Aufenthalt ohne Zweckbindung und Quoten antreten können.

Nächste Schritte

Die Empfehlung der Kommission wird nun im Rat erörtert. Sollte der Rat zustimmen, wäre die Kommission befugt, Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich über Jugendmobilität aufzunehmen.

Unterstützende Programme

Der Vorschlag der Kommission für ein Abkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über die Jugendmobilität könnte durch eine parallele Diskussion über die mögliche Teilnahme des Vereinigten Königreichs am Programm Erasmus+ sinnvoll unterstützt werden.

Die Europäische Kommission ist nach wie vor offen und dazu bereit, über etwaige künftige Ersuchen des Vereinigten Königreichs auf Teilnahme an Erasmus+ oder anderen einschlägigen EU-Programmen, die Drittländern offenstehen (z. B. Kreatives Europa), zu verhandeln. Die Bedingungen für die Teilnahme des Vereinigten Königreichs an EU-Programmen wie Erasmus+ sind in Teil Fünf des Handels- und Kooperationsabkommens festgelegt.

Hintergrund

Seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU unterliegt die Mobilität natürlicher Personen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich den jeweiligen (Einwanderungs-)Vorschriften der EU und ihrer Mitgliedstaaten sowie des Vereinigten Königreichs. Dies hat dazu geführt, dass weniger Menschen die Möglichkeiten der Mobilität zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in Anspruch nehmen.


Lesetipp zum Thema: Auslandsaufenthalt in der Ausbildung

Ermöglichen Sie Ihren Azubis das Abenteuer Auslandsaufenthalt! Sinnvoll und bereichernd für Unternehmen und Auszubildende. Erfahren Sie in diesem AUBI-news Spezial, warum sich diese Investition lohnt und wie Sie sie erfolgreich gestalten.


Folgendes könnte Sie auch interessieren


Social-Media-Recruiting: „Emotion vor Information"
Social-Media-Recruiting: „Emotion vor Information"

Stefan Scheller ist Experte für Employer Branding, Personalmarketing, Recruiting, New Work und digital HR. Im Interview mit der AUBI-news-Redaktion gibt er Tipps, wie Ausbildungsbetriebe neue Azubis gewinnen können.

BIBB startet Portal für berufliche Orientierung
BIBB startet Portal für berufliche Orientierung

Pressemitteilung des BIBB vom 28.05.2023. Der Übergang von der Schule in den Beruf ist ein Prozess, den es zu begleiten gilt. Bei der Berufsorientierung sollen sich Jugendliche einerseits ihrer Interessen und Kompetenzen bewusst werden. Andererseits müssen sie diese mit den sich ständig ändernden Anforderungen der Arbeitswelt abgleichen und ihre Entscheidungen entsprechend abwägen. Vor diesem Hintergrund versteht sich das neue Portal "zynd" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowohl als Angebot für Jugendliche als auch und vor allem für pädagogische Fachkräfte - denn deren Anliegen ist es, junge Menschen im Prozess der beruflichen Orientierung erfolgreich zu unterstützen.

Betriebliches Lernen individuell gestalten
Betriebliches Lernen individuell gestalten

Jeder Mensch lernt anders. Daher ist es unumgänglich, dass Sie als Ausbilderin bzw. Ausbilder auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Auszubildenden eingehen. Es gibt auf der einen Seite verschiedene Lernstile und auf der anderen Seite noch viel mehr verschiedene Methoden, die Sie nutzen können, um den Ausbildungserfolg zu sichern und Ihre Azubis ans Ziel zu bringen.