Was genau ist Bildung? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wikipedia zählt verschiedene Definitionen auf, die je nach Jahrhundert und Interessenslage stark variieren. War es zu Beginn „die Verfeinerung des Menschen in Sprache und Denken“ (Johann A. Comenius, 1592-1670), so stand im 18. Jh. im Vordergrund „die Erziehung zur Persönlichkeit“ (Wilhelm von Humboldt, 1767-1835). Ebenso, mehr auf die Person bezogen, das „Hervorbringen einer vollkommenen Persönlichkeit im Zusammenhang von Empfinden, Anschauen und Denken“ (Johann G. Fichte, 1762-1814).

Auch heute noch gibt es verschiedene Versuche der Definition von Bildung je nach Interessenslage. Eine davon sieht in Bildung die „Befähigung zu vernünftiger Selbstbestimmung“ (Wolfgang Klafki). Klafki zählt dazu „das freie Denken ohne Vorgaben von Außen“ und „die Fähigkeit moralische Entscheidungen treffen zu können“.

Die Bildung in der Handlungskompetenz

In der beruflichen Ausbildung geht es vor allem um die Vermittlung von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen. Hier greift die Erklärung des Lexikons: Es wird geformt, erschaffen und gestaltet. Es sind praktische Absichten, die hier im Spiel sind. Auszubildende erwerben bei positivem Verlauf ihrer Ausbildung Handlungskompetenz. Am Ende soll eine Facharbeiterin, ein Facharbeiter den Anforderungen eines komplexen beruflichen Handlungsfeldes gewachsen sein.

Allerdings passiert im Verlauf einer Ausbildung mehr als die Vermittlung oder auch Aneignung von Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen. Schon der Begriff Handlungskompetenz zeigt, dass es damit nicht getan ist. Laut Kultusministerkonferenz (KMK) wird Handlungskompetenz verstanden „als die Bereitschaft und Befähigung des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten“ (KMK, 2011).

Da ist sie wieder, die „Bildung“. Und sie wird im Verlauf der Ausbildung mal mehr, mal weniger gut mitgeliefert. Durch das Lernen im Prozess der Arbeit, in handlungsorientierten Projektarbeiten, in der Auseinandersetzung mit Kolleginnen und Kollegen. Sie wird mitgeliefert auch durch die Sozialisation von Jugendlichen in die Arbeitswelt durch engagierte Ausbilderinnen und Ausbilder.


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